4. Jun.

Kunst und Kultur per Rezept

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Wenn der Arzt sagt: Ab ins Museum!

Warum nicht öfter ins Museum gehen?
Das steigert nachweislich das psychische Wohlbefinden und die eigene Gesundheit!

Was für viele zunächst als Marketingstrategie von Kunst- und Kulturschaffenden klingen mag, ist nun wissenschaftlich bewiesen. Londoner ForscherInnen hatten bereits in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass kulturelle Aktivitäten positive Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand haben. Ein regelmäßiger Museumsbesuch, eine Theateraufführung oder ein Konzert verringern beispielsweise das Risiko einer depressiven Erkrankung.
Mehr dazu im Artikel Ihr Arzt empfiehlt: Kultur in „Psychologie Heute“.

Nun gehen Ärzte in Kanada sogar noch einen Schritt weiter: In Zusammenarbeit mit dem Montreal Museum of Fine Arts können sie nun ihren PatientInnen ein Rezept für freie Museumsbesuche verschreiben. Für die Ärzte ist schon seit den 80er Jahren klar, dass sowohl der psychische als auch der physische Zustand eines Patienten durch den Hormonausschuss beim Museumsbesuch verbessert werden kann. Bei der verschriebenen Kunst ist sogar mehreren Menschen gleichzeitig geholfen:
dem Patienten und gleichzeitig präventiv seiner Begleitung.
Lesen Sie hierzu den Artikel Doctors in Montreal can now prescribe a visit to an art museum.

Was nun wissenschaftlich bewiesen ist und nicht mehr so schnell widerlegt werden kann, zeigt die Symbolon-Methode® seit 2000. Mit einem reflexiven Zugang zu Kunst werden nicht nur neue und unvergessliche Erlebnisse und Erkenntnisse möglich, auch das Verständnis der eigenen vielschichtigen Persönlichkeit sowie das Verständnis von und für andere Menschen verändert sich. Kunstwerke bieten dabei eine Plattform, die mit der Assoziationsmethode jeder individuellen Persönlichkeit ihren Spielraum lässt und einfach in eigene Selbstreflexionsprozesse führt.
Warum also nicht regelmäßig ins Museum gehen und sich auf Kunstwerke einlassen und dabei mit den ausgeschütteten Wohlfühl-Hormonen von Kunstwerk zu Kunstwerk schweben?!

Mit der Symbolon Art4Reflection erleben Sie mit verschiedensten Symbolon-SpezialistInnen außergewöhnliche Führungen in Museen weltweit. Sie begegnen 3 ausgesuchten Meisterwerken und tauchen in Reflexionsprozesse ein, die Ihren Museumsbesuch unvergesslich machen.

Zur Professionalisierung Ihrer Reflexionskompetenz steht für Sie das online Reflexionstraining bereit. Buchen, einloggen und selbständig ca. 14 Stunden Theorie und Praxis erleben.

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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 Bildnachweis: Christine Kranz, Symbolon Art4Reflection Führung, 2018, Kunsthaus Zürich
(mit Freigabe der TeilnehmerInnen)

22. Mrz.

Der Dümmere gibt nach …

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… oder vielleicht der Empathischere? Richtig! Nur zu oft wird Empathie mit Dummheit verwechselt, denn wer empathisch ist, der hat Verständnis, kann sich gut in Andere einfühlen und sich damit selbst vielleicht auch weniger durchsetzen. Um Nachteile wettzumachen, kreieren die, welche dem nicht nachleben, dann auch noch Sprüche wie „der Klügere gibt nach…“. Na, immerhin wären wir dann klug… oder vielleicht doch nicht?

Da könnte man sich jedoch durchaus einmal fragen: „Haben wir Empathie auch richtig verstanden??“
So beschreibt Wikipedia Empathie:
Die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie wird gemeinhin die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen gezählt, zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefühl. Die neuere Hirnforschung legt allerdings eine deutliche Unterscheidbarkeit des empathischen Vermögens vom Mitgefühl nahe. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung – je offener eine Person für ihre eigenen Emotionen ist, desto besser kann sie auch die Gefühle anderer deuten. Empathie spielt in vielen Wissenschaften und Anwendungsbereichen eine fundamentale Rolle, von der Kriminalistik über die Politikwissenschaft, Psychotherapie, Psychologie, Physiologie, Physiotherapie, Pflegewissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Sprachwissenschaft, Medizin und Psychiatrie bis hin zum Management oder auch Marketing.

Ja wo genau ist denn jetzt der Fehler entstanden? Grundlage der Empathie ist Selbstwahrnehmung, nicht «Anderwahrnehmung», denn erst die Selbstwahrnehmung erlaubt uns, Andere wahrzunehmen. Wo kämen wir hin ohne Empathie? Warum denn sollte Empathie ein Nachteil sein? Ist Empathie nicht viel mehr eine grossartige Intelligenz, die immer dann zum Tragen kommt, wenn wir mit anderen fühlenden Wesen zu tun haben, also meistens?

Hat denn die dumme Seite der Empathie nicht viel mehr mit dem Grenzensetzen zu tun? Damit, dass ich auch mein eigener Stakeholder bin und mich deshalb ebenso ernst nehmen könnte oder müsste, wie die Andern?
Nein, Empathie ist definitiv keine Falle, sondern Empathie schafft eine bessere Welt! Empathie hilft uns, zu erkennen, was in andern vorgeht, und dies in unsere Entscheidungen und Aktionen einzubeziehen. Was uns vielmehr fehlt ist die Achtsamkeit auf was gerade um uns herum abgeht und das Wahrnehmen – und ernst nehmen – unserer eigenen Bedürfnisse und Interessen. Wer immer nur als Erwartungserfüller unterwegs ist, der muss sich auch nicht wundern, wenn er, respektive sie, in der Verwirklichung seiner Absichten und Ziele zu kurz kommt, denn da liegt der Hase im Pfeffer. Wer den Mut nicht hat, zu dem zu stehen, was in ihrem Leben wichtig und richtig ist, soll das nicht auf einen Ueberschuss an Empathie abschieben, auch wenn Ausreden immer praktisch sind. Es gibt sie nicht, die Empathiefalle! Es gibt nur die Aufforderung, die eigene Vision und Absicht klar zu erkennen (und zu kommunizieren) seinen eigenen Werten und Prinzipien konsequent nachzuleben und sich damit auseinanderzusetzen, was wir der Umwelt Gutes tun möchten, was wir in unserem direkten Umfeld verändern und was wir hinterlassen wollen. Wie soll mein Fussabdruck in der Welt aussehen? Wenn ich dabei auch noch merke, was in andern vorgeht, dann umso besser, denn das hilft mir, noch wirksamer zu sein und noch intelligenter zu agieren und zu reagieren. Natürlich kann ich dann nicht hemmungslos verletzen. Selbstverständlich werde ich die Bedürfnisse und Anliegen anderer adäquat berücksichtigen. Doch ich werde auch meine eigenen Zwickmühlen offenlegen, denn es soll ja weder auf die Kosten des andern, noch auf meine gehen, sondern eine gleichberechtigte Interessensabwägung stattfinden, aufgrund welcher die optimale Lösung gefunden und umgesetzt wird. Dazu ein Beispiel:

Als Managerin-Mutter-Ehefrau-Partnerin-Kollegin-Vertragspartnerin (um einmal so ein einfaches Profil aufzuzeigen, das wir gelegentlich haben) wird es uns nicht immer möglich sein, alle diese Teilrollen perfekt zu erfüllen, obwohl all diese Teile in uns das durchaus möchten. Nun stellen alle die Gegenrollen dazu, also Vorgesetzte-Direktunterstellte-Kinder-Ehemann-Partner-Kollegen-Vertragspartner (kurz VDKEPKV) auch noch – oft durchaus berechtigte – Ansprüche, denen wir selbstverständlich gleichzeitig gerecht werden wollen und vielleicht auch sollten. Mit Empathie hat es lediglich das zu tun, dass wir sofort merken, was wir tun müssten und sollten, vielleicht aber nicht möchten. Weiter aber auch gar nichts. Es geht nun darum, dass wir diese Dilemmata – eigentlich Multilemmata – erkennen und offenlegen. Unser Gegenüber wird dann beim Ausdiskutieren und Verhandeln seine/ihre Empathie einschalten und ebenfalls Rücksicht nehmen….. Ehrlich?

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis leider grösser als in der Theorie (Ernst Ferstl). Denn nun beginnen praktisch natürlich Machtausübung und Manipulation. Wir kämpfen ja mutig und offen für Gleichberechtigung – aber ganz im Vertrauen: behandeln wir uns selber gleichberechtigt oder opfern wir uns selber nur allzu schnell für die Erwartungen und Ansprüchen anderer?

Sie haben die Wahl!
Entweder Sie stehen zu sich selber und wählen – natürlich immer aus Ihrem höchsten Bewusstsein heraus – was das Richtige ist in diesem Moment und für diese Situation ist, oder Sie geben einfach nach und tun das, was Andere von Ihnen wollen.
The choice is yours!

Aber blamieren Sie dann nicht ein Uebermass an Empathie dafür, denn das Gegenteil ist der Fall. Hätten Sie auf Ihre Empathie gehört, dann hätten Sie wahrscheinlich ein sauberes Zwickmühlenmanagement gemacht und so eine echt kreative, gleichberechtigte und situationsgerechte Lösung gefunden, denn Empathie ist keine Falle, sondern eine unglaublich differenzierte Kompetenz, die es uns erlaubt, intuitiv zu erfassen, wie es uns und andern geht und damit die intelligenteste aller Lösungen zu finden.

Wie können Sie Ihre Empathie fördern? Ganz einfach: Fragen Sie sich, wie es Ihnen selber in genau diesem Moment geht. Nehmen Sie achtsam wahr, was Sie fühlen und denken. Spüren Sie, wie es andern geht. Achten Sie auf Veränderungen.

Wie können Sie Empathie unterdrücken, sollten Sie doch einmal den Eindruck haben, zuviel davon zu haben: Einfach nichts mehr wahrnehmen, sondern eindimensional, mit grossem Durchsetzungsvermögen und einsichtsloser Zielorientierung Ihre Absicht durchziehen, egal was um Sie herum läuft und wie gross der Preis für Ihr Tun auch sein möge. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Christina Kuenzle im Web
christina.kuenzle@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Bildnachweis: © Shutterstock

Dieser Artikel ist im Businessmagazin Ladies Drive erschienen.

21. Dez.

Reflektiert ins Neue Jahr

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Die Advents- und Festtagszeit am Jahresende aber auch der Übergang ins Neue Jahr
ist für viele mit Stress verbunden. Jahresabschlüsse, Planungen und Neuorientierungen stehen an
und bisher vor sich hergeschobene To-Dos werden auf den letzten Drücker erledigt.
Die ganzen Erwartungen dabei und die Hektik können einem in dieser Zeit leicht Kraft
und Nerven rauben. An eine besinnliche Zeit ist nicht zu denken.

Doch gerade zum Jahreswechsel hin wird auch gerne das sich dem Ende neigende Jahr
mit all seinen schönen und schwierigen Ereignissen reflektiert.
„Was habe ich dieses Jahr Neues erlebt? Inwiefern konnte ich meine Pläne umsetzen?
Bin ich mit den Veränderungen zufrieden? Was muss ich im kommenden Jahr tun, um meinen Überzeugungen näherzukommen?“

Oft erkennen wir beim Überdenken vergangener Vorsätze und Lebenssituationen neue
aufsteigende Wünsche und Bedürfnisse. In der Einkehr hilft uns die Selbstreflexion, uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Das Symbolon-Reflexionstraining verspricht dabei komplette Zeit- und Ortsunabhängigkeit.
Im Selbststudium tauchen Sie durch individuell gewählte E-Learning-Pakete in innere Tiefen ein
und beleuchten sowohl festgefahrenes als auch aufkommendes Potenzial.
Dabei bekommen Sie Klarheit für das Neue und erschließen die Kraftreserven in Ihnen selbst.
Dieser Prozess und die daraus gewonnene Gewissheit ermöglicht es Ihnen,
stimmige Entscheidungen zu treffen, im flow zu sein und mit Energie ins Neue Jahr zu navigieren.

Buchen Sie noch in diesem Jahr Ihr individuelles E-Learning-Paket im Umfang von ca. 14 Std.
zum Preis von 480.- Euro.

Weitere Informationen unter:
https://www.symbolon.com/reflexions-training

Für Anmeldungen auch über die Feiertage oder Fragen gerne per Mail an:
office@symbolon.com

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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30. Okt.

Warum Agilität und Reflexion zusammen gehören

Agiles Arbeiten braucht Eigenverantwortung, Kritikfähigkeit und die Bereitschaft zur Reflexion; sowohl zur Selbstreflexion, als auch zur Fremd- und Metareflexion.

Die Entwicklung von Reflexion in der frühen Kindheit

Kinder bis drei Jahre begegnen der Welt unhinterfragt, erst danach können sie zwischen Innen und Außen unterscheiden und eine Sichtweise ihrer Gedanken und Gefühlswelt entwickeln. Dies passiert nicht als Entwicklungs- und Reifungslogik, sondern im Kontext der elterlichen Beziehung. Das differenzierte emotionale Erleben wird einer frühen Affektspiegelung zugeschrieben. Durch die Reaktion der Eltern auf das kindliche Verhalten wird bereits als Säugling dieser spiegelnde Emotionsausdruck geübt, trainiert und erlebt. Zwischen neun und achtzehn Monaten interpretiert das Kind eigene und fremde Handlungen, kann allerdings noch nicht die Motive dahinter lesen. Gedanken und Wünsche werden bereits im Spiel als real gezeigt und erfahren. Der reflexive Modus integriert sich ab dem vierten oder fünften Lebensjahr und ermöglicht so dem Kind das eigene und das andere Innenleben zu unterscheiden.
Der reflexive Modus (ca. ab 4. bis 5. Lebensjahr) integriert die vorher nebeneinander existierenden Realitäten. Er ermöglicht ein Nachdenken über das eigene Selbst und über das vermutete Innenleben anderer Menschen. In der kindlichen Gedankenwelt werden unterschiedliche Perspektiven und falsche Überzeugungen erkannt und bevorzugt im Spiel dargestellt, modifiziert und verarbeitet. Destruktive oder ängstigende Inhalte werden spielerisch durchgearbeitet und durch einen mitspielenden Erwachsenen oder ein älteres Kind vermittelnd organisiert. An dieses spielerische Probehandeln kann im Erwachsenenalter im Rahmen einer Reflexionschallenge oder eines Coachings zurückgegriffen werden und so im Als-ob Modus die Reflexionsfähigkeit erweitert werden. Auftretende Gedanken, Gegenübertragungsgefühle und Ideen werden so erforscht und neue Erfahrungen dadurch ermöglicht und die reflexive Kompetenz verbessert.

Zukünftige Arbeitswelten brauchen Reflexion

Die moderne Arbeitswelt ermöglicht dem Einzelnen, die eigene Arbeit losgelöst von Raum und Zeit zu organisieren. Zugleich besteht die Erwartung, „just in time“ auf dynamische äußere Anforderungen zu reagieren. Dies erfordert von jedem Einzelnen, Prioritäten zu setzen, flexibel das eigene Handeln zu steuern und veränderungsfähig zu bleiben. Diese geforderte Agilität braucht laufendes Reflektieren und Lernen, um das gewünschte Tempo zu gewährleisten. Ohne Reflexion könnte nur routiniertes konservatives Handeln das Arbeitsfeld dominieren. Unbewusst wird auf abgespeicherte lebensgeschichtliche Erfahrungen in ähnlichen Situationen zurückgegriffen. Interaktives Prioriätensetzen, Paradoxien durch neue Marktteilnehmer und hohe Marktbeweglichkeit brauchen aber neues frisches und bewegliches Mindset. Dabei spielt die Berücksichtigung aller Stakeholderinteressen (Mitarbeiter/Teammember und Kunden-Lieferantensichtweisen) und die Resonanz der eigenen Innenwelt eine wichtige Rolle. Die Reflexionsfähigkeit ermöglicht also, neue Handlungsoptionen zu erschließen und das eigene Verhalten den Erfordernissen einer erfolgreichen Bewältigung der variablen Arbeitsherausforderung anzupassen. Damit ist Reflexion auch der Schlüssel, um bisher gewohnte Verhaltensstrategien zu überdenken, alte weiterzuentwickeln, neue zu suchen und auszuprobieren, um so das Verhaltens- und Reaktionsrepertoire zu erweitern. In reflexive Distanz zu sich selbst treten können, braucht außerdem noch eine Metakompetenz, die sich durch eine Beobachtungsgabe des Kontextes und des Moments und einer Projektion in die Zukunft ergänzt. Das Ziel dabei ist, vorschnelle, emotionale und subjektive Bewertungen zu reduzieren und anderen erweiterten Betrachtungs- und Einschätzungsvarianten mehr Raum zu geben. Statt aktionistisches auf Anforderungen zu reagieren, gilt es evaluiert und priorisiert Handlungsoptionen zu szenarisch reflektierend zu prüfen.  Diese Fähigkeit zur Selbststeuerung ist die Basis zur Regulierung des eigenen Energiehaushalts und gleichzeitig die Voraussetzung dafür, handlungsfähig zu bleiben.

Reflexionsräume schaffen

Um eine Reflexion zu üben, müssen Räume der Selbstreflexion geschaffen werden, sowohl physisch als auch organisatorisch und zeitlich. In der Reflexionschallenge wird das Auseinandersetzen mit den eigenen Grenzen unterstützt, der Blick über den eigenen Tellerrand geschärft. Verstärkt werden Formate genutzt, die Silos aufbrechen, Hierarchien einstürzen lassen und so neue Szenarien der aktuellen und künftigen Organisationsbedingungen entworfen und dafür tragfähige Lösungen und Antworten entwickelt. Im Reflexionsraum wird so der Umgang mit Paradoxien zwischen individuellen und strategischen Perspektiven geübt und sich in einem neuen Umgang mit Reibungsflächen, Widersprüchen, Irritationen und Störungen des Gewöhnten und Bewährten initiiert.

Im Actionlearningmodus die Integration in den Arbeitsalltag erleichtern

Die persönliche und organisatorische Reflexion zu erhöhen, verbindet Problemlösung und Offenheit für die Veränderung mit iterativem Lernen. In moderierten Feedback-Schleifen wird das Erlebte besprochen und so nachhaltig und rasch verändert. In Reflexionssequenzen wird die Wahrnehmungsfokussierung geschärft und die Wahrnehmungsfilter des subjektiven Filters gelüftet. Auf Neues, Fremdes, Unbehagliches, Unterschiedliches, Ängstigendes und Anderes gelingt es uns so uns einzulassen. In selbstreflexiven Annäherungsschleifen wird ein behutsamer, toleranterer Umgang mit Blickwickeln eingeübt, das Aussteigen aus den eigenen Denkspiralen erleichtert und so der persönliche Horizont erweitert. Action Learner entwickeln sich in dieser Weise und verstärken ihre Performance und die Neugestaltung des Arbeitsumfeldes (Anpassungslernen, Veränderungslernen, Prozesslernen). Durch das neue Handeln und veränderte Verhalten wird die Reflexionsdynamik erhöht und eine reflexive Reife entwickelt. Reflexion zählt zur Professionalität und stellt eine unverzichtbare Grundlage für die Problemlösungskapazität im Kontext des agilen Arbeitens dar. Es zeigt sich durch ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, durch starke intuitive Fähigkeiten, durch die Kenntnis der eigenen emotionalen Neigungen und durch das Einlassen auf unterschiedliche Betrachtungsstandpunkte unabhängig vom persönlich eigenen und bevorzugten Denkstandpunkt und durch die Wertschätzung und Würdigung von unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätzen.

Ursula della Schiava-Winkler im Web
udsw@socialskills4you.com ∙ www.socialskills4you.com
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Bildnachweis: Foto: von der Ars Electronica, Ursula della Schiava-Winkler

6. Jul.

Die Welt ist mir ein Stück nähergekommen

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Die geheime Sprache der Kunst – wie sie das Außen mit dem Innen verbindet

Dass die darstellende Kunst eine „geheime“ Sprache spricht, ist ihr schlichtweg implizit. Sie ist zwar nicht immer aus sich selbst zu verstehen wie unsere gesprochene und geschriebene Sprache, aber z.B. durch die Darstellung gut erkennbarer Elemente – wie Natur, Menschen, Landschaften oder Architektur – durchaus logisch zu erschließen.

Wenn dann noch historische, religiöse oder mythologische Elemente eingebaut sind, begeben wir uns auf die Verständnis-Ebene von Motiven und Symbolen, die wir z.B. mit Hilfe der Ikonografie oder Kulturgeschichte bestimmen und deuten können.

„Aphrodite“ von Rivière zeigt ein Beispiel: Eine Szene, die die Göttin der Liebe und der Schönheit zeigt, die von einer Gruppe von wilden Tieren umgeben ist, scheinbar unter ihrem Zauber. Anders als die meisten Maler konzentrierte er sich nicht auf das erotische Potenzial des Subjekts, sondern wählte eine ungewöhnliche Szene aus einer Homerischen Hymne (8.-6. Jh. V. Chr.).

Anders auf der abstrakten und von allen wiedererkennbaren Komponenten losgelösten Ebene. Aber auch hier ist es uns möglich durch freie Assoziationen abzufragen, wie es auf uns wirkt und welche Gefühle dabei angesprochen werden.
Dem Allen schwingt noch etwas anderes mit.

Zum einen ist es der Ausdruck des Künstlers in seiner individuellen Persönlichkeit und seinem kulturellen Umfeld. Zum anderen sind es die Schwingungen der Farben. Farben lenken uns viel mehr als wir uns das vorstellen können. Sie beeinflussen uns und sind ein Kommunikationssystem. Farben lösen Emotionen und Reflexe aus. Durch Farben (natürlich auch schwarz und weiß) nimmt das Gehirn Formen im Außen wahr.

Und nun zum Betrachter. Seine Kapazitäten einem Kunstwerk zu begegnen, sei es durch Verstehen oder schlichtweg sinnlich, „färben“ und beeinflussen, wie das Werk zu ihm spricht. Wenn dieser sich darauf einlässt, frei und losgelöst von Vorkenntnissen, ein Kunstwerk zu betrachten, geschieht eine originelle Symbiose zwischen Werk und Betrachter. Die Sprache des Bildes trifft nämlich auch auf tief Verborgenes in seinem Unbewussten und bekommt einen weiteren Wert:  Es entsteht eine erweiterte Form der sinnlichen Kommunikation, einer passiven oder aktiv genutzten Selbst-Reflexion, die für eine nachhaltige Bewusstmachung und Veränderung unserer Denk- und Verhaltensmuster genutzt werden kann!

So in der Coaching Methode Symbolon® für Potentialentfaltung. Nach schon 2×5 Tagen intensivstem Training mit dieser Methode ist in mir eine innere Veränderung eingetreten. Eine Umwandlung meiner Wahrnehmung aller äußeren Faktoren. Wir lernen und üben im Lehrgang mit Leib und Seele und unermüdlichem Engagement mit Bildern auf Resonanz zu gehen und das „Dahinter“ und „Darunter“ zu ergründen. Dass ich aber auf einmal nicht nur Kunstwerke so anschaue, sondern mein gesamtes Umfeld, und damit mich auch im Alltag selbstreflektieren lerne, ist für mich eines der größten Geschenke dieser Arbeit.

Ich erfahre die Qualität, mich im Äußeren zu spiegeln, wann und wo es mir möglich ist. Fragen wie „was macht das mit mir?“ brauchen nicht mehr nur im experimentellen Coaching-Setting gefragt zu werden… Ich erlebe eine neue Form der Symbiose mit meinem Umfeld. Es scheint, als lösen sich die Grenzen zwischen Betrachten und Betrachtetem langsam auf. Das Außen kommt mir, meinem Wesen, meiner Seele näher….

Mein Innerer Beobachter kommuniziert auf einer anderen Ebene mit dem vermeintlich Äußeren: Da ist neben mentaler Neugierde eine Resonanz auf Herzensebene spürbar. So als würde ich eine längst bestehende innere Beziehung zu den externen Dingen, Menschen, der Natur neu erleben. So eine Art Auflösung (Weichmachung) des Kenntnis-Horizonts, der (Vor-)Urteile und des bisher anders wahrgenommenen physischen Abstands zu dem Außen.

Es ist ein phänomenales Erlebnis: Die Welt ist mir ein Stückchen näher gekommen.

Bettina Clark im Web
bettina.clark@symbolon.com ∙ www.bettinaclarkcoaching.net
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Bildnachweis: Aphrodite, 1902, Briton Rivière, Dahesh Museum of Art; Diagonale, 1923, Wassily Kandinsky, Solomon R. Guggenheim Museum

13. Jun.

Ja zur Digitalisierung ohne Untertauchen

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Wie Selbstreflexion Widerstand löst und ermutigt

Die Digitalisierung beschleunigt sich mehr und mehr. Noch nie hatten wir in der Wirtschaft so viele globale Veränderungen. Wir leben in einer spannenden Zeit voller Möglichkeiten. Für viele Menschen sind dies schwierige Herausforderungen und sie haben Angst, den immer größer werdenden Anforderungen nicht mehr standzuhalten und den Zug zu verpassen.

Die Chance kann leicht zur Bedrohung werden.
Statt Freude und Mut machen sich Ungewissheit und Unsicherheit breit. Schnell ein zwei Schritte zurück, denn es könnte schief gehen. Rasch sind viele berechtigte Gegenargumente und auch Gleichgesinnte gefunden, mit denen man leicht Widerstand aufbauen kann. Die bewährten Prozesse sind kurzfristig gerettet. Doch der Schein trügt, denn wer sich erfolgreich wehrt, wird über kurz oder lang ziemlich ins Schwimmen kommen oder durch einen unerwarteten Tauchgang scheitern. Dies gilt für Mitarbeitende, Führung, Management, Organisationen und Staaten gleichermaßen. Denn der digitale Fortschritt ordnet sich nicht der subjektiven Befindlichkeit oder Traditions- oder Kulturthemen unter. Wir haben keine Wahl. Die Digitalisierung ist da und wer nicht einsteigt, verliert den Anschluss. Außerdem ist Digitalisierung notwendig, um Innovationen umzusetzen, die helfen, die Lebensgrundlage kommender Generationen zu erhalten.

Mit Reflexion können wir versuchen, das zentrale Grundprinzip der Digitalisierung zu erkennen. Digitalisierung vereinfacht und führt zum Weniger. Wir lernen Kontrolle loszulassen und beginnen ehrlicher und wahrhaftiger zu sein. Die Folge: Menschen mit Verlust- oder Transparenzängsten fühlen sich bedroht. Natürlich hat alles seine Schattenseite, jedoch haben wir die große Chance, uns das Leben zu erleichtern, Ressourcen zu schonen und uns auf Wesentliches zu fokussieren.

Die aktuellen Diskussionen vom bargeldlosen Zahlen zeigen auf, wie sich viele der konsequenten Digitalisierung verweigern. In nordischen Ländern und Teilen Asiens wird bargeldloses Zahlen selbstverständlich gelebt. Während sich in Zentraleuropa wirtschaftliche Größen mit Argumenten wie „nicht gläsern sein wollen“ dagegen aussprechen. Was gibt es zu verbergen? Sind wir so klar und stark, sodass wir mit reinem Gewissen unser Leben offen legen können? Das heißt auch zu unseren Schwächen und Fehlern stehen. Die meisten Innovationsprozesse und -konzepte brauchen Transparenz und weltweiten Zugang. Ehrlichkeit mit gelebter Verantwortlichkeit verringert Korruption und Kriminalität. Humanisierung und die internationale Chancen-Gemeinschaft brauchen Offenheit und Fairness. Wir sind aufgefordert, die individuellen Komfortzonen zu verlassen und mit Mut aufzubrechen und Grenzen zu überwinden.

Mit Selbstreflexion erkennen wir unsere persönlichen Grenzen und die dahinterliegenden Ängste. Gelingt es uns, die Hindernisse und Widerstände zu beleuchten, ist dies der erste und wichtigste Schritt, damit sich diese auflösen können und Entwicklung möglich wird. Folgende 3 Fragen sollen inspirieren und anregen sich seiner eigenen Gedanken, Gefühle und Muster bewusst zu werden:

  • Mit welchen Digitalisierungsthemen fühle ich mich überfordert?
  • Was befürchte ich durch Digitalisierung zu verlieren und was kann ich gewinnen?
  • Wie stehe ich zu meiner eigenen Innovationskraft und wie könnte mir Digitalisierung helfen diese zu entwickeln?

Mit persönlicher Klarheit können wir uns kraftvoll dem brachliegenden Potenzial zuwenden und den Schatz der innovativen Digitalisierung heben und entfalten lassen. Dazu brauchen wir eine Kultur, die lebenslanges Lernen als Selbstverständlichkeit sieht. Erfolgsentscheidend für Unternehmen ist eine wirksame Personal- und Organisationsentwicklung, die die Verunsicherung der Mitarbeitenden und Entscheidungsträger erfasst. Es braucht von allen Beteiligten ein klares Ja zur Digitalisierung und gegenseitige Ermutigung im Sinne der freudvollen Wandlung und neuer Chancen.

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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 Bildnachweis: © shutterstock

8. Apr.

Die Kunst der Kunstbetrachtung

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„It’s not what you look at that matters, it’s what you see.“ Henry David Thoreau

Laut des Psychologen David Brieber beträgt die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerkes nur 20 Sekunden, 4 Atemzüge. Ein typischer Museumsbesuch führt meist zu Erschöpfung und Übersimulation. Das lässt sich anders gestalten, meint der amerikanische Manager und Consultant Phil Terry und initiiert den Slow Art Day, der dieses Jahr am 8. April stattfindet. Zahlreiche Museen weltweit nehmen daran teil, und das Prozedere ist stets ähnlich: Die Besucher verbringen ca. zehn Minuten vor einem einzelnen Gemälde mit dem Ziel, sich ganz darin zu vertiefen. Erst danach gehen sie zum nächsten Kunstwerk weiter. Der Museumsbesuch umfasst lediglich 5 Gemälde.

Kunst offenbart sich nicht sofort – sie benötigt Zeit. Zeit, um inspiziert zu werden, sie zu überdenken und zu reflektieren. Lässt man sich bei einem Museumsbesuch genügend Zeit, so können sich die statischen Kunstwerke in Ereignisse verwandeln. Die Bilder werden lebendig.

James Pawelski vom Positive Psychology Center an der Universität Pennsylvania untersucht den nährenden und erfrischenden Effekt eines entschleunigten Kunstgenusses genauer. Wer sich länger mit einem Objekt befasst, erläutert er, nimmt Elemente des Werkes wahr, die ihm entgehen, wenn er nur 15 Sekunden hinsieht. Durch die längere Betrachtungszeit der Kunstwerke wird die Möglichkeit geschaffen, auf das Kunstwerk zu reagieren und in einen Dialog mit diesem zu treten. Wie ‚erhellend‘ diese Form der Kunstbetrachtung sein kann, zeigt das folgende Slow Art Day Video von kunstzeichnen.de:

Angesichts der zunehmenden Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, braucht der Mensch Verschnaufpausen, Auszeiten und Momente der Verlangsamung.

Slow Art Day – Symbolon Art4Reflection Tour in Hamburg
Nehmen Sie sich Zeit und erleben Sie einzigartigen Kunstgenuss im Rahmen der Symbolon Art4Reflection Reihe. Am 8.4.17, dem Slow Art Day 2017, führen wir durch die Kunsthalle Hamburg. Weitere Termine und Städte für unsere reflexiven Führungen finden Sie unter www.art4reflection.com Anmeldung und für weitere Details: friederike.redlbacher@symbolon.com

Elisabeth Sechser im Web
elisabeth.sechser@sichtart.at ∙ www.sichtart.at
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Bildnachweis: Foto: Reflexion in der Kunsthalle Hamburg, Friederike Redlbacher
Quellen: www.slowartday.com; Schäfer, Annette: Langsam schauen, Psychologie heute, 04/2017

31. Jan.

Mit weniger mehr erreichen

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Wie Reflexion hilft Ballast zu erkennen und die Komfortzone zu verlassen

Genau ein Monat des neuen Jahres ist vergangen. Sind Sie selbst Ihren Zielen näher gekommen? Und haben Sie das, was Sie sich mit Ihrem Team, Ihren Kooperationspartnern und Kunden vorgenommen haben, erreicht?

Persönliche und organisationale Entwicklungen benötigen Planung, Geduld, Disziplin und eine Vision. Dafür müssen wir den Sinn und das Wesentliche erkennen, meist hohen Einsatz bringen und bereit sein zu verzichten.

Das ist oft schwer, denn unsere Wohlstands- und Angstkultur macht uns träge und wirkt lähmend. Verlustängste werden genährt, Potentialentfaltung wird verhindert. Viel zu viele „wenn“ und „aber“ stehen uns im Weg. Kennen Sie Aussagen oder auch eigene Gedanken wie „Ich kann das nicht, weil irgendjemand oder irgendetwas …“? Oft werden Blockaden und Misserfolge mit äußeren Faktoren begründet. Doch diese Gedanken oder sogar Einstellung ist unreif und selbstverhindernd. Denn äußere und innere Faktoren bewirken sich gegenseitig.

Der folgende Film symbolisiert mit dem Berg hohe Ziele und der Mondsichel das Reflektieren, in sich gehen und Verborgenes erkennen. Auch wenn der Mond zwischenzeitlich aus unserem Blick verschwindet, so ist er doch immer da. Mit Reflexion klären wir die Höhe und Weite unseres Tuns bereichern es mit Tiefe und Sinn.


Reflexion hilft in der Überfülle der Möglichkeiten sich zu erinnern, dass es bei zentralen Veränderungen in erster Linie nicht darum geht, was wir verstärken oder vermehren, sondern was wir reduzieren oder abschaffen. Effizient ist, wer in der Zusammenarbeit sich gegenseitig ermutigt Klarheit zu schaffen und unnötigen Ballast abzuwerfen. Leichtes Gepäck ermöglicht Agilität im Innen und Außen.

Im gemeinsamen Tun ist es erfolgsentscheidend, laufend blinde Flecken bewusst zu machen, Selbstverantwortung zu ermöglichen und entschlossen die Komfortzone zu verlassen. Dies eröffnet neue Perspektiven und sich kraftvoll Zukunftschancen hinzuwenden. Auch gemeinsam reflektierte und durchaus auch hohe Ziele zu setzen. Optimistisch zu sein und gleichzeitig damit zu rechnen, dass das Angestrebte eventuell nicht erreicht werden kann.

Außergewöhnliche Ziele, sei es für sich selbst oder die Organisation, brauchen eine innovative Einstellung und ansteckende, beflügelnde Aufbruchsstimmung. Schlussendlich ist etwas nicht Erreichtes ein kleinerer Verlust als eine vertane Chance. Noch ganze 11 Monate liegen in diesem frischen, chancenvollen Jahr vor uns. Auf geht’s mit weniger, für mehr Erfolg!

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Filmnachweis: © shutterstock Wilderness Snow Mountain Peaks

Weitere Impulse zur Zielerreichung finden Sie im weekend magazin Interview ‚Erfolgreiches 2017 – Zielgerade‘ vom 20.1.17

7. Sep.

Neuentwicklung zur Messung von Reflexionsreife

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Quantitative Vorstudie zum Symbolon-Reflexions-Assessment

Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“ Viktor E. Frankl, 1905-1997

Je reflektierter eine Person ist, desto differenzierter kann sie persönlich auf Gegensätze, Widersprüche und Paradoxa reagieren. Durch die erweiterte Wahrnehmung gelingt es ihr besser, die Komplexität der Welt zu erfassen. Je höher der Reflexions-Reifegrad desto weitsichtiger und umfassender ist das Denken und Handeln ausgerichtet.

Ähnlich der Ich-Entwicklung lässt sich der Reflexions-Reifungsprozess eines Erwachsenen in Stufen abbilden. Jede Reflexions-Entwicklungsstufe hat ihre eigenen spezifischen Muster der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Diese will das Symbolon-Reflexions-Assessment erfassen. Durch die Differenzierung der individuellen Entwicklung in den verschiedenen Stufen können Entwicklungsthemen entsprechend der jeweiligen „Psycho-Logik“ angegangen werden. Die Konzeption der Reflexionsreifestufen knüpft dabei an die Theorien der Entwicklungsebenen von Wilber, Loevinger und Keagan an.

Die Erfinderin der Symbolon-Methode® Christine Kranz und die Wirtschaftspsychologin Mag. Linda Baumgartner erarbeiten das neue Assessment. Die beiden Spezialistinnen bringen jeweils jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Anwendung von psychologischen Testverfahren mit. So ist auch bei diesem neuen Symbolon Tool die Kombination aus Reflexion und Selbsteinschätzung zu Bildserien und Aussagen einzigartig. Die Erfassung des Reflexions-Entwicklungspotenzials wäre ein fehlender Puzzlestein in der Diagnostik. Das Reflexions-Assessment setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil besteht aus 9 Bildserien zu je 6 Abbildungen, der zweite Teil aus 12 Fragenbereichen zu je 6 Statements.

Symbolon-Reflexions-Assessment_blogSeit dem Projektstart im November 2015 wurden die Serien laufend getestet, optimiert und mit neuen erweitert. Im September 2016 wird der vierte und bislang umfangreichste Testdurchgang erstmalig online zugänglich. Nach drei qualitativen Vorstudien erfolgt nun die erste quantitative Vorerhebung zur psychometrischen Prüfung des Instrumentes. Im Vorfeld wurden durch Assoziationsabfragen und Expertenratings die inhaltliche Relevanz der Items und Kunstwerke überprüft, nun hat das Verfahren seine erste empirische Prüfung zu bestehen.

Erleben Sie persönlich die Innovation und nehmen Sie vom 6. bis 26. September am Reflexions-Assessment teil. Allein der Prozess des Ausfüllens wird Sie überraschen. Nach Auswertung der Gesamtergebnisse, erhalten Sie eine Rückmeldung zu Ihrem persönlichen Ergebnis. Außerdem unterstützen Sie mit Ihrer Teilnahme die Weiterentwicklung des innovativen Tools.

Den Zugang zum Ausfüllen erhalten Sie auf Nachfrage über forschung@symbolon.com
Das Symbolon-Team freut sich über Ihr Interesse und Mitwirken. Ihr Feedback, Ihre Gedanken und Anregungen für die Weiterentwicklung sind sehr willkommen. Herzlichen Dank!

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Linda Baumgartner im Web
linda.baumgartner@symbolon.com
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1. Jul.

Das starke Ich

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Selbstführung als erster Schritt

Authentisch sein, bedeutet noch lange nicht, ungefiltert alles der Welt zur Verfügung zu stellen. Und souverän werden wir erst dann, wenn wir unsere innere und somit auch äußere Steuerung bewusst gestalten.

Um führen zu können, auf aktuelle Anforderungen, komplexe Umwelten eingehen zu können und Menschen mit Strategien zu verbinden, ist die Selbstführung der erste Schritt, um wirkungsvoll zu sein.

Was muss man erfahren haben, um eine starke Führungspersönlichkeit zu werden?

…vor allem sich selbst
Dieses Selbsterfahren gelingt durch eigene, tiefe Auseinandersetzung mit sich und mit der eigenen Umwelt. Die Beschäftigung mit sich alleine macht jedoch noch keine starke Persönlichkeit aus. In der Begegnung mit anderen, dem Erkennen, wie man auf andere wirkt, was man bei anderen auslöst und welche Hinweise man dadurch über sich selbst bekommt, ist genauso wesentlich wie die Innenschau, die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Schwächen, Erwartungen an sich und die Welt und der Bereitschaft, sich darauf einzulassen – mit aller Konsequenz. Denn sich selbst erfahren und kennen lernen bedeutet auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten, den verdrängten Persönlichkeitsanteilen, den unbewusst verborgenen Bereichen. Und diese Reise ist ein eigenes Abenteuer, erkenntnisreich, teilweise auch verunsichernd und nicht nur angenehm.

Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste. Lorenzo LippiWenn wir das Kunstwerk betrachten: Was sehen wir? Eine starke Frau, mit klarem Blick. Sie wirkt präsent und weich, offen und hält Distanz. In der linken Hand hält sie einen geöffneten Granatapfel – ein Sinnbild für Vollkommenheit, ein Symbol für Einheit in der Vielheit, für Fülle und für schöpferische Gestaltungskraft. In der rechten Hand zeigt sie ihre Maske. Sie selbst entscheidet, wann sie die Maske aufsetzt und wann sie ihr Inneres zeigt.

Das Wissen über die eigene Persona – unser im außen sichtbares Ich – und die Fülle unserer inneren Persönlichkeit ist ein wesentlicher Aspekt. Bewusst zu steuern was wir wann und vor allem wie nach außen bringt macht uns stark.

Eine Prise Psychologie – Persona
Persona bezeichnete ursprünglich eine im antiken griechischen Theater von den Schauspielern verwendete Maske. In der Tiefenpsychologie gilt die Persona als „äußere Persönlichkeit“ als eine Voraussetzung der Möglichkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt. Gleichzeitig dient sie auch als eine Art Hülle der inneren Persönlichkeit zum Schutz des „individuellen Ichs“ und gibt ihm die nötige Distanz.

Nicht alle stark wirkenden Menschen sind auch starke Persönlichkeiten. Denn eine Ich-Stärke ist nicht nur erkennbar an oberflächlicher Stärke sondern an tiefer Erkenntnis. Mit der Persona möchten wir im Außen bestätigt werden. Wir zeigen uns mit den idealen Facetten unserer Persönlichkeit. Was aber nicht ideal an uns ist, bleibt verborgen. Eine starke Persönlichkeit weiß sowohl über ihren äußeren, bewussten Charakter Bescheid und setzt sich auch mit ihrem eigenen inneren, unbewussten Charakter und Schattenanteilen auseinander und steuert bewusst die Verbindung von innen nach außen. Denn nicht alles, was für uns sichtbar und spürbar ist, ist auch immer sinnvoll, ungefiltert nach außen zu bringen.

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten.

shoadowland

Der oben erwähnte „Schatten“ ist nicht als Wertung zu verstehen, sondern bezeichnet lediglich die unbewussten Anteile unseres Selbst. Der Schatten löst sich nicht von uns, sondern begegnet uns in unseren Projektionen. Wenn wir unseren Schatten nicht in unsere Persönlichkeit integrieren, schwächt uns das. Reife Persönlichkeiten sind nicht schattenlos, sondern sind sich ihrer Schattenanteile bewusst, wissen über eigene innere Prozesse, und wie diese im außen wirken Bescheid, und haben somit eine tiefere Erkenntnis über sich und die Begegnung mit anderen. Das macht uns dann weniger „ideal“, dafür aber lebendiger, menschlicher und toleranter. ” (Verne Kast)

Kennen Sie Peter Schlemihls wundersame Geschichte von Adelbert von Chamisso? Der Mann, der seinen Schatten für Gold verkauft und erfahren muss, dass er ohne Schatten unvollkommen ist. Den eigenen Schatten loswerden? Nein, versuchen Sie es gar nicht – die Mühe kann sich niemals lohnen und es würde etwas Wesentliches fehlen.

Projektion

Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul aus als über Peter. (Baruch de Spinoza)

I see you

Die Analytische Psychologie geht davon aus, dass wir insbesondere unseren Schatten nach außen projizieren. Projektion bezeichnet den Mechanismus, dass wir etwas, das wir bei uns selbst nicht sehen können, in unserer Umwelt wahrnehmen.

Das kann sich zum Beispiel so zeigen, wenn jemand, der Aggression projiziert, sich ständig darüber beklagt, wie aggressiv alle Menschen in seiner Umgebung sind, sich selbst für den friedliebendsten Menschen der Welt hält. Eine Führungskraft, die den eigenen Zugang zu ihren tiefen Gefühlen nicht zulässt, ist irritiert, wenn ihre Mitarbeitenden starke Emotionen zeigen, da sie für sich selbst einen hohen Anspruch an Kontrolle hat. Ein Manager, der sich wundert, warum sein Team hohe Abhängigkeit zeigt, wenn es um Entscheidungen geht, projiziert unter Umständen sein eigenes Bedürfnis, gebraucht zu werden, nach außen und lehnt es gleichzeitig innerlich ab. Auch ungelebte positive Gefühle können nach außen projiziert werden, wie zum Beispiel die volle Bewunderung für eine mutige Kollegin oder die Begeisterung für einen durchsetzungsstarken Kollegen.

Nicht alles ist Projektion. Doch dort wo wir starke Gefühle in uns bemerken oder wiederkehrende Themen erleben, könnte es sich lohnen, genauer hinzusehen, zu beobachten, was wir möglicherweise nach außen projizieren und auch zu erkennen, wo wir uns selbst als Projektionsfläche für andere anbieten.

Warum ist es sinnvoll, sich selbst besser kennen und verstehen zu lernen?

Mahamtma Gandhi hat gesagt: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“ In diesem Zusammenhang ist Selbsterkenntnis also nicht nur der Schlüssel zu uns selbst, sondern auch ein Schlüssel für die Welt. Selbsterkenntnis macht uns innerlich freier. Ein Potential, das wir dann nicht nur eigennützig verwenden, sondern auch als Stärke nach außen bringen können. Die großen Überschriften „Sinnvoll und verantwortlich handeln“, „souverän sein“, „Anteil nehmen“, „einen Beitrag leisten“ in uns zu finden, drückt sich dann auch in einer Stärke aus, wie es die Welt braucht.

Und damit es auch ernst endet: „Wer nicht über sich selbst lachen kann, der nimmt das Leben nicht ernst genug“. Vergessen Sie also nicht, neben dem Erlangen von Tiefe und Reife ausreichend Unreife und Leichtigkeit sich selbst und anderen gegenüber zu bewahren.

Elisabeth Sechser im Web
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Bildnachweis: Kunstwerke: Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste, Lorenzo Lippi (1606-1665), Musée des Beaux Arts; Die Illustration „I see you“, nuvolanevicata, Fotolia; Foto: Shadowland, Sebastian Konopka

Quellen-Auszug:  Symbolon AG, synTeam Dr. Kraft, changeX – in die Zukunft denken, Jung, Carl Gustav: Psychologie und Alchemie., Jacobi, Jolande: Die Psychologie von C.G. Jung. Eine Einführung in das Gesamtwerk. Verena Kast: Der Schatten in uns, Die subversive Lebenskraft

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