Archiv des Autors: christine.kranz

16. Dez.

Glück ermöglichen & Schicksal gestalten

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Kennt Fortuna die Geheimnisse des Schicksalsrads? Bestimmt und verändert die Glücks-und Schicksalsgöttin der römischen Mythologie das Schicksal? Ihre Launenhaftigkeit macht sie unberechenbar, in gewisser Weise ein Abbild der allgegenwärtigen Ungewissheit. Denn auch wenn wir glauben zu wissen, was wir tun, können wir trotz dessen nicht sicher sein, was es bedeutet und welche Auswirkungen es hat.

Mit Achtsamkeit das Arbeitsleben gestalten
Gerade in der Wissensgesellschaft ist Achtsamkeit ein Schlüssel, um sich und sein Umfeld nicht mit Fehlentscheidungen zu verstricken. Denn Schicksal wird durch die eigene Ausrichtung erzeugt. Menschen, die sich selbstverantwortlich um eine bewusste Lebens- und Arbeitsgestaltung bemühen, zeichnen sich in ihrer individuellen und authentischen Lebensführung aus. Dabei hilft es in der Balance zwischen Egoismus und Altruismus zu schwingen: In der persönlichen Umsorge um das ganz eigene Ich und gleichzeitig im Einsatz für das kollektive große Ganze. Denn nur eine selbstreflektierte starke Persönlichkeit kann in der Gesellschaft und Arbeitswelt nachhaltige Spuren zur Ermöglichung von erfüllendem Schicksal hinterlassen. 

Im Fluss des Lebensrads loslassen und Chancen ergreifen
Das Kunstwerk „Das Rad des Glücks“ von Edward Burne-Jones stellt die Glücksgöttin Fortuna dar, wie sie über das Schicksalsrad wacht. In der Drehung des Rades folgt nach der Höhe die Tiefe und nach dem Fall der Aufstieg. Der persönliche Einsatz und Zusammenhalt der Menschen und ihre gegenseitige Unterstützung verstärkt das Glück und gestaltet Schicksal. Selbstreflexion hilft den natürlichen Fluss der Lebenszyklen aufrechtzuerhalten. Wir sind klarer, welchen unnötigen Ballast wir mit uns tragen und wovon es Zeit ist, sich in Frieden und Dankbarkeit zu verabschieden. Der dadurch frei werdende Gestaltungsraum eröffnet neue Blickwinkel auf sich und das Umfeld und macht verborgene Optionen sichtbar. Sich zu trauen Wagnisse einzugehen und Chancen entschlossen zu ergreifen, setzt die Kraft zur Lebensgestaltung frei. In den Zyklen des Lebens können wir mit Mut und Vertrauen immer wieder über uns hinaus wachsen und einen hohen Reifegrad erlangen.

Kultur des verantwortungsvollen Förderns
Wer mit Menschen arbeitet – sei es in Führung, im Management, mit Kunden und in der täglichen Zusammenarbeit – übernimmt Verantwortung für die innere und äußere Entwicklung. Das Ziel ist der Erfolg der Anderen. Mitarbeitende und Kunden zu befähigen und sich wertschätzend über das Erreichte zu freuen. Menschen sind innerlich motiviert, wenn man auf sie eingeht und sie sich verstanden fühlen. Schlüsselfragen wie die folgenden zu stellen, schafft Klarheit und gibt Kraft für die Bewältigung der Herausforderungen. Sie vertiefen die Beziehungsebene und stärken den Zusammenhalt:

∙ Wie geht es Ihnen in unserer Zusammenarbeit?
 Bekommen Sie von mir genug Rückmeldung und Wertschätzung?
 Was brauchen Sie von mir, dass es Ihnen gut geht und Sie erfolgreich sein können?

Die fördernde Kulturentwicklung kann jeder mitgestalten. Mit Ehrlichkeit, Empathie und echtem Interesse an sich selbst und an den Anderen. Glück zu bewirken ist einfach, wenn wir uns frei von Vorurteilen dem Rad des Lebens hingeben, aus dem durchlebten Schicksal Erkenntnisse schöpfen, und dankbar weiter gehen. Wie fast von selbst entwickeln sich Visionen und Stärke, um erfolgreiche und bedeutungsvolle Werke zu erschaffen.

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Bildnachweis: The Wheel of Fortune, 1883, Edward Burne-Jones, Musée d’Orsay, Paris

10. Jul.

Führung gestern, heute und morgen

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Rückblick auf 25 Jahre Mitarbeitermotivation und Führungsentwicklung

Vieles hat sich in den letzten 25 Jahren in den Führungsetagen verändert. Was in den achtziger Jahren als Führungsstil üblich und sogar erwünscht war, ist heute nicht mehr vorstellbar. Basierend auf meinen Erfahrungen fasse ich Chancen aber auch Versäumnisse in der Führungsentwicklung der letzten 25 Jahre zusammen. Gleichzeitig wage ich einen Ausblick, was es für eine erfolgreiche Führung der Zukunft bedarf.

Seit Jahrzehnten gehört die Forschung über Persönlichkeitsentwicklung und Reflexionskompetenz zu den Kernthemen, will man Führungskompetenz in der Wirtschaft verankern. Die letzten 25 Jahre haben gezeigt, dass die Führungsentwicklung viele Stolpersteine aufwies, aber auch Potential für ganz neue Ansätze barg. Begonnen bei sehr einfachen Regeln in den 80er Jahren wurde in den folgenden Jahrzehnten das Thema Selbstreflexion neu entdeckt. In der Wirtschaft ist es bis heute noch nicht ausreichend etabliert, hat sich aber als wohl wichtigster Meilenstein in der Führungsentwicklung herausgestellt. Ohne Zweifel war und ist dies eine Herausforderung, weil die Wirtschaft nach wie vor sehr analytisch und faktisch orientiert ist. Heute zeigt sich aber die Einsicht, dass insbesondere Managements und Führungskräfte über den Zugang zu ihrer inneren Ebene ihre Persönlichkeit entwickeln wollen. Reflexionskompetenz stellt deshalb für Unternehmen inzwischen einen echten Mehrwert dar. Aber das war nicht immer so.

Kalte Regeln
In den 80er Jahren machten sich Führungskräfte noch zu wenig Gedanken, welche Auswirkungen ihr eigenes Verhalten auf den Erfolg eines Unternehmens und die Motivation der Mitarbeitenden hat. Hierarchiestufen erlaubten es Führungskräften, unabhängig von wissenschaftlichen Erkenntnissen über Motivation und Mitarbeiterführung, relativ frei den eigenen Führungsstil zu prägen und einer Art „kalten Regel“, die praktisch jeder nach Belieben anwenden konnte, zu folgen. Vom autoritären Führungsstil bis zum „laissez fair“. Als selbstverständlich wurde vorausgesetzt, dass die Mitarbeitenden motiviert mitziehen. Dabei hätten schon in den 80er Jahren wichtige Erkenntnisse der Forschung und Wissenschaft und deren Implementierung in die Unternehmensführung Schaden von Unternehmen abwenden können, die nachweislich auf falsche Führung zurückzuführen sind.

Funktionale Regeln
In den 90er Jahren wurden dann neue Regeln der Führung aufgestellt und kräftig in Schulungen und Führungsseminare investiert. Führungsratgeber mit Checklisten machten klar, was man tun muss und was man nicht tun darf. Funktionale und einheitliche Führungsstile wurden angestrebt mit dem Ziel, dass sich Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitenden auseinandersetzten. Das war immerhin ein guter Anfang. Doch die Auseinandersetzung fand in diesen Jahren noch zu stark auf der äusseren Ebene, also der funktionalen und faktisch orientierten Ebene, statt. Bis zum Kern der Persönlichkeit einer Führungskraft sind auch diese Regeln noch nicht vorgedrungen.

Erlebnis-Regeln
In der Finanzkrise Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich dann spätestens gezeigt, wie wirkungsschwach auf diese Weise angelernte Führungsmethoden sein können. Die Krise machte klar, dass nur mit einem stabilen Beziehungsmanagement Loyalität und Rückhalt gegeben sind. Entsprechend haben „Team-Erlebnisseminare“ an Aufschwung gewonnen. Im gemeinsamen Gestalten und Erleben erhofften sich Unternehmen einen neuen echten Zusammenhalt. Auch Persönlichkeitstests, die Mitarbeitende in Typen einordnen, versuchten verständlich zu machen, wie ein Mensch tickt. Die Bestrebungen, dass Teams „an einem Strang ziehen“, endeten jedoch allzu oft in einer funktionalen Beziehungsbildung, also back to the 90ies. Man arbeitete gut miteinander, weil das so sein sollte, weniger weil eine echte gute Basis dafür geschaffen wurde. Das war zu wenig: Denn wenn es nicht geschafft wird, echte Beziehungsbildung zu erzeugen, sind Interventionen von oberflächlicher und flüchtiger Wirkung.

Selbstreflexion als Schlüssel
Der Schlüssel für richtige Unternehmens- und Mitarbeiterführung liegt in der Führungskraft selbst und ihrer Selbstreflexionsfähigkeit. Das war zwar auch in den 80ern wohl nicht neu, aber die Wirtschaft war kaum in der Lage, diese wichtige Erkenntnis in die Praxis umzusetzen. Denn die Bereitschaft zur inneren Auseinandersetzung und die damit erlangten Selbsterkenntnisse ermöglichen, die eigenen Schwächen aber vor allem auch Stärken richtig zu identifizieren und Denk- und Handlungsmuster zu verändern. Die Arbeitswelt mit den Führungsherausforderungen dient dafür als ideale Lernplattform. Für Führungskräfte ist es erfolgsentscheidend, wenn sie ihren persönlichen und authentischen Führungszugang finden. Dies allein ist schon eine Herausforderung, denn viele sind das geworden, was sie denken, was sie sein sollen. Das ist schädlich für viele Unternehmen. Wenn Führungskräfte hingegen erkennen und weiterentwickeln, was sie bereits sind, aus den Stärken also echte Vorteile für ein Unternehmen ziehen können, gelingt auch der Gesamterfolg eines Unternehmens. Zurück zum Wesentlichen und Wahrhaftigen ist gewiss ein steiniger Weg. Glaubenssätze in Form von symbolischen Steinen halten sich hartnäckig und wurden jahrzehntelang versäumt, aus dem Weg zu räumen. Führungskräfte sind heute mehr denn je gefordert, sich mit den schwerwiegenden Folgen der Fehlentscheidungen ihrer Vorgänger-Generationen auseinanderzusetzen und mit verantwortungsvollen Lösungsfindungen gangbare Wege in der Mitarbeitermotivation und Unternehmensführung zu gehen.

Transformative Führung
Die Tendenz der Führungsentwicklung geht ganz klar in Richtung Sinnfindung und transformative Führung. Es wird versucht, den „mind set“ zu erweitern und dabei Innovation und Kreativität zu fördern. Auf Selbstreflexion, Selbstentwicklung und Potenzialentfaltung wird mehr und mehr Wert gelegt. Unternehmen aktivieren verstärkt die selbstlernende Organisation und optimieren in massgeschneiderten Kooperationen mit Spezialisten jene Führungsqualifikationen, die im 21. Jahrhundert nötig sind. Kunden und Lieferanten werden zudem stärker bei der Selbstentwicklung und Qualitätssteigerung hinzugezogen. Führungskräfte, die sich in ihrem Netzwerk aktiv einbringen und bereit sind, Wissen zu teilen, nähren und stärken nicht nur multikulturellen Beziehungsnetze in einer globalisierten Welt, sondern auch sich selbst und damit das Unternehmen.

Nachhaltigkeit auch in der Führung
In all den Entwicklungen, die in den letzten 25 Jahren zu beobachten waren, liegt der zentrale Erfolgsfaktor für echten Führungsfortschritt in der tiefgreifenden Persönlichkeitsentwicklung. Denn Menschen sind individuelle Persönlichkeiten, die wiederum durch ihre Führungsposition Verantwortung für individuelle Persönlichkeiten übernehmen. In der steten Wandlung der äusseren Parameter ist eine Führungskraft gefordert, sich selbst zu wandeln und dabei dennoch treu zu bleiben. In Zukunft werden die Hierarchieebenen schlanker und flacher. Durch flexiblere Arbeitszeiten und -plätze wird die Fähigkeit, Vertrauens- und Beziehungskultur zu gestalten, eine zentrale Führungsqualität. Gleichzeitig sollen Entscheidungen und Handlungen dem Anspruch der sozialen Nachhaltigkeit gerecht werden und damit ein Engagement für NGOs und sozial Schwächere einhergehen. Dabei sind Führungskräfte in der neu gegebenen Transparenz und Kommunikationsgeschwindigkeit des Web 2.0 sichtbar aber auch unter steter Beobachtung und damit angreifbar. Und genau das macht die neue Form der Führungsentwicklung mithilfe der Selbstreflexion so unverzichtbar. Wer sich selbst kennt und diese Erkenntnis richtig in der Führung zugunsten des Unternehmens einsetzt, kann getrost sichtbar sein, weil er dann unangreifbar ist und damit auch das Unternehmen und die Mitarbeitenden, die er oder sie führt.

25 Jahre Beratung und Führungsentwicklung

Meilensteine
Referenzen und Projekte


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28. Jun.

Angst ist ein schlechter Ratgeber

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Freiheit ist in Liechtenstein ein grosses Privileg. Persönlich wie auch unternehmerisch stehen die Türen offen. Wie sehr nützen wir unsere Freiheit auf persönlicher und beruflicher Ebene? Der Grad der Freiheit wird in letzter Konsequenz durch den ganz persönlichen Zugang geprägt. Der ukrainisch russische Schriftsteller Michail Schischkin beschreibt es treffend: „Freiheit ist nicht da, wo kein Stacheldraht ist. Freiheit ist da, wo keine Angst ist.“

Gelebte Werte erzeugen Kultur und sozialen Wohlstand. Angsteinflössung ist ein wirkungsvolles Instrument von egozentrischen und machthungrigen Menschen und Institutionen. Wer Angst hat, ist gelähmt, kompromissbereit, fügig. Doch irgendwann stehen Menschen auf, verweigern sich oder leisten nonverbalen Widerstand. Wenn in gesellschaftlichen und unternehmerischen Wertsystemen Unterdrückung und Ausbeutung dominieren sind Menschen in ihrer Freiheit beschnitten.

Edvard Munch "Der Schrei"Angst prüft ständig mit „wenn“ und „aber“ und zensuriert die eigenen Gedanken und Gefühle. Viele Menschen sind vernünftig und engen das persönliche innere Erleben ein. Sie sind verhalten in ihren Entscheidungen und Handlungen. Oft stehen die Erhaltung der Zugehörigkeit, Sicherheit und Bequemlichkeit im Vordergrund. Kreativität und Lebensfreude treten in den Hintergrund oder verschwinden ganz. Viele dieser Menschen sind mit ihrer unbewussten Unfreiheit eins. Sie kennen es nicht anders. Im Extremfall ist ihr persönliches Erleben leer, gehalt- und sinnlos. Bis auf wenige Ausrutscher, ist ihr Privat- und Berufsleben angepasst und pflichterfüllend auf die scheinbaren Erwartungen der Anderen und der Gesellschaft ausgerichtet.

Es sind immer wieder ähnliche Ängste, die einen Menschen beschäftigen. Sie stammen aus der eigenen Geschichte und den gemachten Erfahrungen. Es hilft, die eigenen Ängste zu kennen und zu wissen, woher und wann sie kommen. Denn der Angst unreflektiert nachzugeben bewirkt, dass man in der bekannten Situation stecken bleibt. Das Reflektieren und Erfassen der inneren Abläufe und Muster, ermöglicht neue Wege zu gehen und über sich hinaus zu wachsen. Wenn es Entscheidungsträgern gelingt, ihre Mitarbeiter zu ermutigen und zu fördern, entsteht eine Kultur der Potenzialentfaltung. Erfolgserlebnisse motivieren und die positive Stimmung überträgt sich auf die Kunden. Gestärkt werden die Innovationsfreude und die Lust die Zukunft aktiv zu gestalten.

Unternehmerische Freiheit braucht persönliche Freiheit. Unternehmer und Entscheidungsträger, die mit Ängsten umgehen können haben eine höhere Empathie und Konfliktlösungsfähigkeit. Sie setzen sich mit der individuellen Persönlichkeit der Mitarbeiter wertschätzend auseinander. Durch Selbstreflexion gelingt es, sich selbst und andere in ihrem inneren und äusseres Wachstum zu unterstützten. Eine Mutkultur hilft, sich selbst zu riskieren, im Arbeitsleben kreativ zu sein und zu experimentieren. Die Kunden werden dadurch immer wieder überrascht und begeistert. Sie kommen in den Genuss von Dienstleistungen und Produkte, die qualitativ hochwertig sind und somit die Lebensqualität aller Beteiligten erhöhen. Die zwischenmenschlichen Faktoren spielen eine zentrale Rolle. Denn ein Kunde profitiert zusätzlich zur Fachkompetenz des Mitarbeiters von dessen Beziehungs- und Begeisterungsfähigkeit.

Besonders in der Kleinheit Liechtensteins sind Potenzialentfaltung und Grenzerweiterung zentrale Faktoren um eine nachhaltige Horizonterweiterung zu erreichen. In der Begrenzung der geografischen Bedingungen ist es umso wichtiger, einen hohen Freiheitsgrad und das Besondere anzustreben. Wie schaffen wir es, die traditionellen Werte Liechtensteins zu bewahren und ein offener innovativer Standort mit einer gelebten Vision zu sein? Die Bearbeitung der Ängste ermöglicht das Wesentliche zu erkennen und den Wandel in eine lebendige Zukunft voranzutreiben. Dies ist im Speziellen für unsere Region mit ihrer bewahrenden Wohlstandsgesellschaft eine Herausforderung, jedoch auch für diejenigen, die es wagen, eine umso gewinnbringendere Zukunftsinvestition.

Frei ist, wer seinen Ängsten begegnet und sich und anderen Freiheit gibt. Dies schafft vertrauensvolle Verbindlichkeit und offenen Raum zu kreativer Entfaltung. Was immer es für den Einzelnen in seiner Lebens- und Berufsphase ist, es lohnt sich die Eigeninitiative zu ergreifen und den Weg der Befreiung zu gehen.

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Bildnachweis: Der Schrei, 1910, Edvard Munch, Munch Museum Oslo

Der Artikel “Angst ist ein schlechter Ratgeber” wurde am 28.6.2014 in Wirtschaft Regional der Vaduzer Medienhaus AG veröffentlicht. pdf öffnen

8. Apr.

Kunstcoaching & Art4Reflection

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Wie ein Kunstwerk durch Reflexion Erkenntnisse zu Tage führt 

Von einem erfolgreichen Coaching erwarten sich Kunden einen Perspektivenwechsel und tiefgreifende Erkenntnisse. Die zum Teil verstellte Sicht auf Wesentliches soll frei werden. In kurzer Zeit soll möglichst klar sein, was im Bezug zu den aktuellen Herausforderungen, die persönlichen Entwicklungsschritte sind und wie der Umgang mit dem Umfeld gelingt.

1928, René Magritte

Ein Kunstwerk wie zum Beispiel dieses von René Magritte eignet sich ideal für eine Reflexion von Kommunikations-themen. Ihre Situation im Arbeitsprozess mit den spezifischen Herausforderungen wird mit dem Kunstwerk verbunden. Anhand von Fragen wie zum Beispiel „Was löst das Kunstwerk in Ihnen aus?“, werden Ihre Assoziationen abgefragt und damit die eigenen Befindlichkeiten beleuchtet. Auch vertiefende Fragen wie zum Beispiel „Wie erleben Sie dies in Ihrer Arbeitssituation?“, „Welche Kommunikationsmuster können Sie bei sich selbst und in Ihrem Umfeld erkennen?“ und „Was würde den Menschen hier im Kunstwerk helfen?“ eröffnen neue Sichtweisen. Dabei gibt es keine richtigen und falschen Antworten. Sie aktivieren Ihre inneren Bilder und erkennen die tiefere Bedeutung.

Die individuelle Führung des Coachingprozesses ist auf Selbstreflexion und Selbsterkenntnis ausgerichtet. Mit dem assoziativen Einlassen auf die Bilderwelt steigen fast wie von selbst Lösungsbilder auf, die es Ihnen leicht machen, konkrete Maßnahmen zu formulieren und anschließend umzusetzen. Die Einzigartigkeit der Kunstwerke macht tiefgreifende und berührende Erkenntnisprozesse möglich. Wertfrei halten Kunstwerke den Spiegel vor und unterstützen Mustererkennung und -wandlung.

Mehr zur Wirkungsweise von Kunstwerken in Reflexionsprozessen erfahren Sie im Blogartikel
„Wie Kunst zur Selbsterkenntnis beiträgt“.

 

Art4Reflection_workshop

Veranstaltungsreihe Art4Reflection @lunchtime

Art4Reflection @lunchtime verwandelt Ihre Mittagspause in einen Coachingraum. Raum um an- und innezuhalten und Ihre Themen zu reflektieren. Es werden Museums-Veranstaltungen in Vaduz, Bern, Zürich, Wien, Berlin, München, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Stuttgart und London angeboten.
Detailinformationen finden Sie auf www.symbolon.com/lunchtime

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Bildnachweis: Die Erfindung des Lebens, 1928, René Magritte, Privatsammlung, Brüssel; Veranstaltung Art4Reflection Alte Nationalgalerie in Berlin, 2013, (c) Symbolon AG

30. Nov.

Was ist Erfolg?

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Ein 41-jähriger Vertriebsmanager eines Weltkonzerns hat auf meine Frage, was für ihn Erfolg sei, Folgendes geantwortet: „Der erste psychologische Reflex lässt Erfolg mit Geld verschmelzen, aber das ist es nicht. Erfolg ist, morgens gesund aufzuwachen und jeden Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen. Der Rest kommt dann von ganz alleine.“

Was ist Erfolg und wann ist jemand erfolgreich? Dazu gibt es viele individuelle Antworten, und doch erleben schon Kinder in den Schulen, wann sie erfolgreich sind und wann sie versagt haben. Die Gesellschaft definiert Erfolg zum Beispiel über Statussymbole, Auszeichnungen und Friedensnobelpreise. Und dennoch: Das wesentliche Erfolgsgefühl hat zum grössten Teil mit einem selbst zu tun. Es entspringt aus der Lebensgeschichte und den Möglichkeiten, die jedem Einzelnen zur Verfügung stehen. Auch wie man sich entwickeln möchte und welche Potenziale man entfalten kann. Sich die Frage nach den Erfolgskriterien immer wieder neu zu stellen und die individuelle Antwort zu finden, ist ausschlaggebend für ein sinnerfülltes Arbeits- und Privatleben.

Sternennacht von Van GoghDie Adventszeit ist die Zeit der Besinnung. Die Tage werden kürzer und laden zur persönlichen Einkehr ein. Das Wesentliche offenbart sich in der Stille, indem man sich Zeit nimmt, das zu Ende gehende Jahr zu analysieren und zu reflektieren. Reflexion ermöglicht zusätzlich zu den analytischen Einschätzungen, die Wahrnehmung zu schärfen. Mit der Analyse teilen wir zum Beispiel ein in gut oder schlecht, viel oder wenig, schnell oder langsam. In der Reflexion wird bewusst wie es ist. Zum Beispiel stimmig oder unstimmig, sinnvoll oder unsinnig, erfüllend oder mühselig.

Reflexionsräume eröffnen Erkenntnisräume. Erkenntnisse, die aufzeigen, was es braucht, damit das kommende Jahr ein erfolgreiches wird, was zum Gelingen beiträgt. Nicht nur in Zahlen und Fakten gemessen, auch in den verschiedenen Dimensionen der nachhaltigen und langfristigen Entwicklung, in der Menschen in ihrer Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung gefördert und unterstützt werden. In der Reflexion entsteht meist ein inneres Bedürfnis, auf globale Problemstellungen und der Auswirkung auf die Natur Rücksicht zu nehmen und den Folgen Rechnung zu tragen.

Geht der eigene Erfolg auf Kosten von Anderen, so braucht es eine selbstkritische Haltung, die zu mehr Verantwortungsbewusstsein führt. Diesbezüglich ehrlich zu sein, ist nicht leicht. Gerne wäscht man sich rein, indem man das Ganze schönredet. Nur weil es andere auch so tun, ist dies keine Entschuldigung. Wir haben die Möglichkeit beispielhaft voran zu gehen. Durch die offenen Informationsplattformen wissen wir, welche Auswirkungen unser Handeln hat. Das Wissen und die damit gewonnenen Selbsterkenntnisse können uns helfen, unser Tun zu wandeln. Denn wie der Anfangs zitierte Manager sagt, ist nicht Nehmen, sondern vielmehr Geben sein Erfolgsfaktor.

Wir haben die Möglichkeiten, die Fragen zu priorisieren: Mit welchen Menschen arbeite ich zusammen? Wie tun wir es? Was tun wir? Als Erstes geht es um die Menschen. Mögen es die Mitarbeiter, die Kunden und Lieferanten sein, so ist es ausschlaggebend, dass die Werte übereinstimmen oder zumindest kompatibel sind. Es ist alles viel leichter, wenn die Chemie stimmt, eine gewisse Sympathie da ist. Ein verständnisvolles Wohlwollen dem anderen gegenüber ist die Voraussetzung für soziales Engagement. Als Zweites könnten wir uns fragen, wie wir es tun. Welche Einstellung haben wir und wie gehen wir miteinander um? Schaffen wir es, Rücksicht zu nehmen auf das, was der Einzelne braucht, um seine Fähigkeiten optimal einzubringen? Synergien werden so genutzt und mit einer gegenseitigen Förderung ist die Chance gemeinsam zum Erfolg zu kommen höher. Dann steigt auch in schwierigen Zeiten die Bereitschaft, zusammenzuhalten und sich und das Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln. Die langfristige Freude über das Geschaffte ist tiefgreifender und erfüllender.

Ist Erfolg dasselbe wie Glück? Bedingt Erfolg nicht auch, Raum zu schaffen für neue Erfahrungen und Misserfolge? Wie stark liegt der subjektive Erfolg in der eigenen Hand? Was macht ein erfolgreiches gelungenes Leben aus? Die Fragen nach der Definition von Erfolg mögen offen bleiben. Denn es könnte sein, dass die Antwort sich ständig wandelt. Je nach persönlicher Situation und gesellschaftlichen Themen. Die längeren Nächte bieten Raum, in sich zu kehren. Dort liegt die ganz persönliche Antwort, um sinnerfüllt und kraftvoll ins neue Jahr zu starten.

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Bildnachweis: Sternennacht1889, Vincent van Gogh, Museum of Modern Art, New York

Der Artikel „Was ist Erfolg?“ wurde am 30.11.2013 in Wirtschaft Regional der Vaduzer Medienhaus AG veröffentlicht. pdf öffnen

16. Jul.

Reflexion im „Sommer“

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Strategieentwicklung mit geschärfter Wahrnehmung

 

Ein Kunstwerk, das von seiner Symbolik her geeignet ist, um eine aktuelle Situation in einer Strategieentwicklung zu spiegeln, ist das Kunstwerk „Sommer“ von René Magritte. Im Reflexionsprozess versetzen sich die Betrachtenden in ihre Arbeitssituation und Entscheidungsfindung. Sie stellen sich Fragen wie zum Beispiel: Was löst das Kunstwerk in uns aus? Welche Gedanken und Assoziationen haben wir zur Strategiebildung? Wie ist die aktuelle Situation und wo sind die bremsenden und schwierigen Aspekte? Was sind die essenziellen Werte? Welches sind die zukunftsentscheidenden und erfolgsrelevanten hintergründigen Themen? Was bedeutet dies für die Strategiebildung?

Wenn im Reflexionsprozess mit Entscheidungsträgern den Assoziationen und intuitiven Gefühlen ohne Vorbehalte gefolgt wird, können verborgenen Aspekte und Zukunftsthemen sichtbar werden. Das Kunstwerk mit dem Haus und der Flagge lösen bei jedem unterschiedliche Assoziationen aus. In der Reflexion werden wesentliche Wahrnehmungen erfasst und im Austausch aufgeschlüsselt. Es wird zusätzliches neues Wissen generiert, das mit reiner Analyse nicht zugänglich ist. Die darauf folgende Strategiefindung gewinnt in vielseitiger Weise. Sie wird differenzierter und klarer ausgerichtet und kann anschließend besser kommuniziert und somit kraftvoller umgesetzt werden. In Situationen der Entwicklung und Planung, bring ein kreativer Reflexionsprozess mit einer Bildbetrachtung einen unermesslichen Mehrwert.

Die Vermittlung über das Kunstwerk geschieht nicht in Worten, sondern im Dargestellten, über den visuellen reaktiven Prozess. Farben, Formen, Symbole, Archetypen wirken auf die inneren Ebenen der Betrachter ein. Im primären Anschauen des Bildes werden die Gedanken der Betrachter über den intellektuellen Zugang aktiviert. Das reflektive Einlassen auf das Werk eröffnet den Teilnehmenden die Chance, sich von ihren gewohnten Mustern zu lösen. Sie wechseln spielerisch vom vordergründigen Beobachten ins hintergründige Erfassen. Im Laufe der Reflexion wird ihre Wahrnehmung für die unterschiedlichen Sichtweisen geschärft. Das Kunstwerk verändert sich entsprechend ihrem assoziativen Erleben. Es verwandelt sich in eine kraftvolle Reflexionsplattform für wertvolle Strategieerkenntnisse.

Zum Beispiel kann es sein, dass in einem Strategiemeeting bei der Reflexion des Kunstwerkes „Sommer“ einem Entscheidungsträger die zugezogenen Vorhänge störend auffallen. Er assoziiert diese mit Verschlossenheit und Misstrauen. Daraus folgend erinnert er sich an die verhaltene Kommunikation von einem bedeutenden Kooperationspartner. Das ganze Team wird durch seine Reflexion angeregt, diese Konstellation der Zusammenarbeit genauer unter die Lupe zu nehmen. Es entsteht ein offener Dialog, indem auch andere von ihren Wahrnehmungen und Unsicherheiten mit dem Kooperationspartner sprechen und differenziertere Fragen gestellt werden. Diffuse Umstände, die normalerweise in der Schnelligkeit der Entscheidungen unter den Teppich gekehrt werden, bringen durch deren Bearbeitung wichtige Aspekte zu Tage. Auch kann es sein, dass im Laufe der Reflexion die eigene nicht wirklich offene Kommunikation im Team und im Unternehmen zum Thema wird. Die daraus getroffenen Entscheidungen können sich im gesamten Unternehmen positiv auswirken und für eine effiziente Zielerreichung als zentral erweisen.

Reflexion unterscheidet sich wesentlich von der Analyse. Entscheidungsträger sind trainiert schnelle Analysen und Verknüpfungen herzustellen. Im Bereich der Reflexion liegt ein immenses Potenzial, das es zu entwickeln gilt. Mehr über den Unterschied zwischen Analyse und Reflexion finden Sie hier.

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Bildnachweis: Sommer, 1931, René Magritte, Musée d‘Ixelles, Brüssels

21. Mai.

Wie Kunst zur Selbsterkenntnis beiträgt

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Durch Reflexion und Kunstbetrachtung Neues Wissen für die Arbeitswelt schöpfen

Im Getriebensein der Wirtschaft steigt bei Leistungsträgern mit dem Druck das Bedürfnis nach der Annäherung zum Kern des Ich‘s. Was macht mich persönlich aus? Was ist mir essenziell wichtig? Was ist der Sinn meines Tun‘s? Echte Selbsterkenntnis gibt grundlegende Antworten auf diese Fragen. Die gewonnene innere Klarheit aus einem Selbsterkenntnisprozess setzt Energie für Veränderungsprozesse und nachhaltige Entwicklung frei. Helfen kann dabei die Kunst. Kunstwerke bilden eine einzigartige Plattform, um Selbstreflexion ohne Umwege zu ermöglichen. Sie laden den Betrachter ein, über die Grenzen seiner Denk- und Handlungsmuster hinaus zu blicken und sich neuen Entwicklungsraum zu gestatten.

 

Kunst bewirkt Kulturwandel
Wir sind umgeben von Kunst und reich beschenkt mit vielfältigen Möglichkeiten, diese zu erleben. Viele Unternehmen wissen um die Bedeutung von Kunstwerken über den materiellen Wert hinaus und ermöglichen es ihren Mitarbeitenden, ihren Arbeitsplatz mit selbst ausgewählter Kunst zu gestalten. Kunst bringt Farbe, Lebendigkeit, Bewegung Ausdruckskraft in die Welt und an den Arbeitsplatz.

Eine gigantische Auswahl an Museen und öffentlichen Sammlungen bietet einen Fundus an kreativen Werken aus vielen Jahrhunderten. Kunstschaffende prägten seit jeher den Zeitgeist und sind in der Kulturentwicklung nicht wegzudenken. Auch Unternehmen und Menschen sind im ständigen Kulturwandel. Sie brauchen anregende stärkende Einflüsse, die ihnen zukunftsweisende Optionen aufzeigen und ganzheitliche Persönlichkeits- und Unternehmensentwicklung ermöglichen.

Reflexionsarbeit am Kunstwerk
Jede Art von Kunst trägt Botschaften in sich und löst individuelle Impulse aus. Werden Kunstwerke für Selbsterkenntnisse eingesetzt, taucht der Betrachter damit auch in seine eigene innere Bilderwelt ein. Ohne selbst künstlerisch begabt zu sein, nimmt er das Dargestellte auf und startet einen eigenen schöpferischen Prozess. Dies geschieht in unterschiedlichster Weise, denn der Betrachter verbindet seine eigene Lebenserfahrung mit dem Kunstwerk und schafft so eine individuelle Beziehung zum Werk. Die Betrachtung von Kunst macht Gedanken und Gefühle lebendig. Dabei wird jedes Kunstwerk durch den Betrachter zu einem neu erschaffenen Werk, das nie dagewesen und in genau dieser Art und Weise nur für ihn erlebbar ist.

Kunst in der Wirtschaft
Der Zugang über Kunstwerke ist in der Wirtschaft speziell hilfreich, da im Alltag meist ausschließlich die faktenbezogenen und analytischen Aspekte herangezogen werden. Die Bilderwelt bringt Farbe in Schwarz-Weiss-Sichtweisen und beleuchtet Zwischentöne. Bildbetrachtung und Reflexion erfordert keine intellektuelle Auseinandersetzung mit Pinselstrich oder Kunstepoche. Gefragt ist ein „sich öffnen“ für neue Ideen. Es soll nichts in das Kunstwerk oder den Künstler hineininterpretiert werden, denn es geht nicht um die Beurteilung des vorliegenden Werks. Für die gewünschte Selbsterkenntnis geht es um das im Reflexionsprozess entstehende unsichtbare Kunstwerk des Betrachters. Wie wirkt das Bild? Welche Gedanken löst die dargestellte Symbolwelt des Kunstwerks aus? Die Assoziationen haben direkten Bezug zur aktuellen Situation des Betrachters. Ihrer gedanklichen Spur zu folgen und sie in den aktuellen beruflichen Kontext zu setzen, führt unmittelbar zu neuen Erkenntnissen und damit auch zu neuen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen. Ein konkretes Beispiel, wie der Reflexionsprozess wirkt, finden Sie hier.

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Art4Reflection_workshopVeranstaltungsreihe Art4Reflection @lunchtime

Art4Reflection @lunchtime verwandelt Ihre Mittagspause in einen Coachingraum. Raum um an- und innezuhalten und Ihre Themen zu reflektieren. Die Symbolon AG bietet Museums-Veranstaltungen in Vaduz, Bern, Zürich, Wien, Berlin, München, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Stuttgart und London an.
Termine und Detailinformationen finden Sie auf www.symbolon.com/art4reflection

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14. Mrz.

Inspiriert vom Flug der Generation Y

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Führung 3.0 – Generation Y fordert neue Spielregeln

Im Artikel „Karriere? Ohne mich!“ auf SpiegelOnline von Klaus Werle und  im Artikel „Wollen die auch arbeiten?“ auf ZeitOnline wird beschrieben, weshalb die Generation Y (Jahrgänge 1981-1994) zur Spitze der Karriereverweigerer zählt, was sie an bestehenden Strukturen stört und wie sie „Business neu definieren“ will. Der Zeit-Artikel titelt: „Junge Beschäftigte verlangen eine neue Arbeitswelt. Sonst ziehen sie weiter zum nächsten Job. Ihre Ansprüche verändern die gesamte Wirtschaft.“

Die Ypsiloner gelten als selbstbewusst. Sie wollen ihr Talent und ihre Zeit einsetzen, um die Welt zu bewegen, sie zu verschönern, fairer oder sauberer zu machen. Sie wollen nicht das kleine Rädchen im Getriebe sein und für irgendwelche Aktionäre schuften. Sie kennen den Preis der Führungskräfteposten, hoher Leistungsdruck und unter anderem wenig Zeit fürs Privatleben und sind nicht bereit ihn zu zahlen. In einer Umfrage vom Manager Monitor im Juni 2012 wurden 284 Ypsiloner gefragt: Haben Sie schon einmal eine neue Position abgelehnt (oder sich nicht darum bemüht), die mit mehr Führungsverantwortung verbunden war? Falls ja: Was waren die Gründe? (Mehrfachnennungen waren möglich.) Die meistgenannten 3 Gründe waren: zu viel „Machtspielchen“, höherer Zeitaufwand und größerer Druck. Als weitere Gründe werden im Artikel die Ablehnung von Personalverwaltung und Administration genannt.

Die Optionen gegenüber der klassischen Karriere sind die Expertenlaufbahn oder die Gründung eines eigenen Unternehmens. Die Ypsiloner sind nicht weniger leistungsbereit, sie wollen aber mehr Mitbestimmung und Wirksamkeit am Arbeitsplatz.

Da stauen wir, die Baby-Boomer (Jahrgänge 1955 bis 1965), was uns die High Potentials von heute vorleben. Wie führen wir sie? Wie schaffen wir es, sie in der „Zukunft“ zu motivieren und an unser Unternehmen zu binden? Unsere Bemühungen, ihnen das weiterzugeben, was uns wichtig und richtig erscheint, werden sie nicht wertschätzen.

Das Kunstwerk von René Magritte zeigt die Dunkelheit der Nacht, die Weite des Meeres, den düsteren Horizont. Mit der Taube, die den Himmel erhellt und den Blick in eine „andere Welt“ freigibt, entsteht eine Öffnung in das Neue und die Zukunft. Die Wirtschaft ist in manchen Belangen in der „dunklen Nacht“ angekommen. Die Generation Y will fliegen und in ihrer Art und Weise gestalten. Dabei beanspruchen sie ihren Luftraum, um sich zu entfalten und zu verwirklichen.

Der Audi-Personalvorstand Herr Thomas Sigi meint, die Führungskraft von morgen müsse vor allem mit Werten führen und selbst Vorbild darin sein. Nach Werle müsse sie eher Identität stiften, statt Ziele vorzugeben und sollte begeistern, anstatt anzuordnen.

Doch meiden die Ypsiloner die Führungskräfteposten, weil sie eben ihre Werte und Ideale dort nicht leben können. Diese Generation bemüht sich nicht, um eine Eingliederung in das bestehende System, sie will neue Spielregeln oder geht eigene Wege. Uns bleibt nur übrig uns selbst zu hinterfragen und gleichzeitig unsere Werte und Ziele, für die wir uns eingesetzt haben, anzuerkennen.

Nun sind es die jungen Nachwuchskräfte, die uns den Stempel von „nicht zeitgerecht“ geben. Statt narzistisch mit Abwehr zu reagieren, ist eine offensive Eigenentwicklung zielführend. Was bedeutet es für uns, wenn wir den Jungen den Raum geben, ihre Werte zu leben und ihre Arbeitsgestaltung ihren Bedürfnissen entsprechend auszurichten? Was können wir gewinnen?

Das, was wir geben, gewinnen wir selbst: weniger Machtspiele, weniger Druck, weniger Administration, mehr Eigengestaltung, mehr Selbstverantwortung, mehr Individualität, mehr Kreativität. Und was ein wesentliches Ergebnis aus all diesen Faktoren ist: Mehr Lebensqualität am Arbeitsplatz.

Auf zu neuen Ufern! Wir können weder die Taube einfangen, noch uns von ihr tragen lassen. Lassen wir uns von der Generation Y inspirieren und setzen wir zum Flug der Taube Magrittes an. Mit Selbstreflexion, Mut und Neugierde werden wir die Werte der zukünftigen Generation nicht erleiden, sondern zum Vorteil aller mitentwickeln und auch genießen können!

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Le Baiser (Der Kuss), 1951, René Magritte, The Museum of Fine Arts, Houston

Quellen Artikel:
SpiegelOnline: „Karriere? Ohne mich!“
ZeitOnline: „Wollen die auch arbeiten?“

1. Dez.

Mit Selbstreflexion zu Nachhaltigkeit

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Nachhaltige Entwicklung führt vom Mehr zum Wesentlichen und  ist der Schlüssel für gesundes unternehmerisches Wachstum. Dabei spielt der Mensch die ausschlaggebende Rolle. Denn er kann selbst entscheiden, sein von Technik und Fortschritt getriebenes Leben zu entschleunigen und sich auf die äussere wie auch auf seine innere Natur zu besinnen. Um dies zu erreichen, braucht es eine selbstreflektierte Lebenshaltung, die sich auf das Wesentliche ausrichtet. Hilfreich ist, wenn eine materielle Übersättigung das Bedürfnis nach Vereinfachung und Natur weckt. Dadurch werden sich immer mehr Menschen wieder ein Stück weit ihrer Natur gewahr und nähern sich ihr an. Dieser Weg ist nicht nur persönlich bereichernd, sondern auch die nahe liegende und vernünftige Lösung für viele gesellschaftliche und ökologische Probleme. Denn weniger ist oft mehr und ein Weg, der zurück zum Wesentlichen führt, ist logisch, Erfolg versprechend und bietet zudem eine höhere und ursprüngliche Lebensqualität. Der Mensch braucht nicht erst zu lernen, wie es sich anfühlt, natürlich zu sein und in Verbindung mit der Natur zu leben. Denn dies ist als Teil des Urwissens in jedem Menschen angelegt. Wann immer der Mensch sich für dieses Wissen öffnet und tiefgreifende Erfahrungen machen will: Er wird sich schnell wieder daran erinnern und es nutzen können.

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Es muss eine Richtung gefunden werden, die den Fortschritt im Einklang mit der Natur auch für künftige Generationen ermöglicht, und zwar mit dem Ziel, die Entwicklungen in adäquatem Masse und aus ganzheitlichen Betrachtungsweisen heraus zu betreiben. Der Mensch hat sich an ein komplexes Leben gewöhnt und dadurch vergessen, wie einfach das Leben in Wirklichkeit ist. In der Einfachheit und einer gesunden Reduktion auf das Wesentliche liegen die Essenz, die es ermöglicht, die Missstände des Fortschritts nachhaltig zu verändern und der Wohlstandsverwahrlosung entgegenzuwirken.

Die schnelllebige und getriebene Gesellschaft braucht Reflexionsräume und ein verstärktes Qualitätsbewusstsein im Sinne «weniger ist mehr» und «Qualität statt Menge». In der Überfülle der Angebote und Möglichkeiten ist eine bewusste Wahl für eine erfüllende Lebensgestaltung ausschlaggebend. Dazu gehört die Fähigkeit zu verzichten und Prioritäten zu setzen: Was und wie viel konsumiere ich? Was tut meinem Körper gut und was belastet ihn? Wie teile ich meine Zeit ein? Welche Menschen sind mir wichtig? Mit welchen Themen möchte ich mich vertieft auseinandersetzen? Wie ist meine innere Lebenshaltung und wie wirkt sich das auf meine Lebensgestaltung aus? Um zum Wesentlichen zurückzufinden, ist jeder Mensch eingeladen, wo immer es ihm möglich ist, seinen Weg und seine Haltung zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Es bedarf in vielerlei Hinsicht einer Entschleunigung und der aufrichtigen Beschäftigung mit sich selbst. Dazu ist es notwendig, viele von der Gesellschaft angestrebten Werte auch in ihren gegenteiligen Qualitäten als wertvolle Aspekte anzuerkennen. So muss der Weg beispielsweise immer wieder von einem Mehr zu einem Weniger führen, vom Komplexen zum Einfachen, vom Perfekten zum Unvollkommenen, von der Außenorientierung zur Innenorientierung, vom Egoismus zum Altruismus, von der Kompensation zur Kontemplation und von der Selbstverleugnung zur Selbstreflexion.

Um Wesentliches in der Aussenwelt und in Unternehmen gestalten zu können, muss der Mensch dies zuerst in sich selbst gefunden haben. Die Natur hilft dem Menschen dabei, sich auf die einfachen, natürlichen und logischen Dinge zu besinnen und die Komplexität bei Problemstellungen und Entscheidungsfindungen zu reduzieren. Genau in dieser Einfachheit liegen eine persönliche Entlastung und damit Kraftreserven und das Vertrauen, die laufenden Herausforderungen aktiv anzugehen und zu meistern. Denn jede Problemstellung trägt die Lösung in sich. Werden Probleme verdrängt oder ignoriert, sind meist persönliche Unsicherheiten und Ängste die Ursachen. Damit wird eine mögliche Früherkennung der Missstände verhindert und das Thema gewinnt mehr und mehr an Komplexität und destruktivem Einfluss. Hilfreich ist, das Tempo zu verlangsamen und mit ehrlichen und offenen Reflexionsprozessen Klarheit in die Kernthemen mit den Problemauslösern zu bringen sowie die Motive der Beteiligten zu verstehen und entsprechend zu berücksichtigen. Die Selbstreflexion ist dazu besonders gut geeignet, da sie auf direkte und einfache Weise wesentliche Botschaften zu Tage fördert, dadurch Entwicklung ermöglicht und neue Handlungsräume eröffnet.

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Vestige, Rob Mulholland, 2012, Public Art, Location: David Marshall Lodge Visitors Centre Aberfoyle, Scotland, U.K., www.robmulholland.co.uk

Kolumne in Wirtschaft Regional
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11. Jan.

Der Schlüssel der Träume – Zukunft gestalten

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Das Neue Jahr lädt ein, sich selbst und die Wirtschaft aus erweiterten Blickwinkeln zu betrachten. Die Selbstreflexion mit surrealistischen Kunstwerken regt an, die eigenen Vorstellungen in Frage zu stellen und Verhaltensmuster zu verändern.

„Der Schlüssel der Träume“ (1952)
von René Magritte (1889-1967) aus der Sammlung Timothy Baum in New York

In seinen Kunstwerken stellt René Magritte die logische Vorstellung in Frage. Er hebt die physikalischen Gesetze auf und verändert Bezeichnungen. Beeinflusst von Sigmund Freud mit der Einbeziehung des Traumes wurde im Surrealismus eine grenzerweiternde Welt entwickelt.
Dazu Magritte:

„Wenn Träume im Spiel sind…, dann sind es nicht die, die wir haben, wenn wir schlafen. Es geht eher um selbstbestimmte Träume…, Träume, die nicht dazu gedacht sind, einen in den Schlaf zu wiegen, sondern einen aufzuwecken.“

Der Surrealismus zeigt das Erwachen und die Erweiterung der gegenwärtigen Realität. Für die Wirtschaft übersetzt heisst das: Im Surrealen, dem reflektierten und intuitiven Zugang, werden Visionen kreiert, Potenziale aufgeweckt und Zukunft gestaltet.

Aktuell gibt es zwei inspirierende Ausstellungen mit René Magritte in Wien und Basel.
Mehr dazu finden Sie unter www.symbolon.com/kunstausstellungen

„Ich habe ein neues den Dingen innewohnendes Potenzial gefunden.“ so René Magritte. Nachhaltige Entwicklung führt vom Mehr zum Wesentlichen
und Potenzialentwicklung ist der Schlüssel für gesundes unternehmerisches Wachstum.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Mitarbeitenden und Ihrem Unternehmen, dass Sie im Jahr 2012
Neues entdecken, brachliegende Potenziale nutzen, Träume und Visionen verwirklichen und
Zukunft erfolgreich gestalten.

Mit herzlichen Grüssen
Christine Kranz mit dem Symbolon-Team