Archiv der Kategorie: Reflexion/Selbstreflexion

16. Sep.

Von Perspektiven und Potenzialen

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Wie Sie mit Kunstwerken sich selbst und andere neu entdecken.

Die Sprache der Bilder ist mächtig. Meistens sprechen wir über Bilder im Sinne einer Botschaft, die das Bild uns vermitteln will oder die wir anderen mit einem Bild nahebringen wollen. Seltener kommen wir auf die Idee, dass wir über ein Bild mit uns selbst in Dialog treten können. Es gibt jedoch Kunstwerke, die förmlich dazu einladen, in sie einzutreten und darin zu wandeln, sei es weil sie große Harmonie und Ästhetik ausstrahlen, sei es weil sie über ihre räumliche Tiefe ein unendlich weites Feld andeuten. Diese Qualität bestimmter Kunstwerke kann uns durch einen Prozess der Selbstreflexion zu bisher nicht gesehenen Potenzialen führen. Wenn wir einem Bild spielerisch und intuitiv begegnen, kommen Dinge jenseits unserer bewussten Gedanken zum Vorschein. Es entsteht eine Geschichte über uns, die wir vorher nicht kannten und die uns andere Handlungsspielräume für die großen und kleinen Entscheidungen des Berufslebens aufzeigt. Die in der innovativen Symbolon®-Methode verwendeten Hafen- und Landschaftsbilder von Claude Lorrain sind besonders schöne Beispiele von Kunstwerken, die uns einladen in ihre Welt einzutauchen. Was mit einer harmlosen ästhetischen Frage beginnt, hat es in sich, sobald wir die Antworten weiterverfolgen, mit unseren Assoziationen und Ideen in der Sprache des Bildes spielen und die Metaphern auf unsere berufliche Situation übersetzen.

In einem Hafen von Claude Lorrain: Wo möchten Sie in diesem Bild sein?

Vier Fragen bringen den Reflexionsprozess in Gang:

  1. Wo in diesem Bild möchten Sie sein? Ihr bevorzugter Platz ist Ihre ganz eigene Wahl. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um den Ort, wo sie sich am wohlsten fühlen. Was gefällt Ihnen hier? Welche positiven Gefühle werden hier wach? Wie können Sie Ihre Wahl auf Ihre aktuelle berufliche Situation übersetzen?
  2. Was sehen Sie von dieser Position aus? Je nachdem, wo sie stehen, sehen sie unterschiedliche Bereiche des Bildes besser oder schlechter. Wie ist die Aussicht von ihrem gewählten Ort? Welche Sichtachse zeigt sich Ihnen? Was können Sie sehen und beobachten? Welcher Handlungsspielraum ergibt sich daraus für Sie?
  3. Was sehen Sie von dieser Position aus nicht? Egal, wo wir stehen, es gibt immer etwas, was sich unserem Gesichtsfeld entzieht. Ihre Position zeigt Ihnen sehr genau, was Sie nicht sehen können und wo Ihr Entwicklungspotenzial liegt. Was ist Ihr blinder Fleck? Welche Informationen entgehen Ihnen, und welche Folgen hat das in der Sprache des Bildes? Wie könnten Sie das Potenzial dieser Informationen „anzapfen“? Wer oder was müsste sich dazu möglicherweise im Bild bewegen, wie und wohin?
  4. Wie sehen andere auf dem Bild Sie in dieser Position? Als letztes betrachten Sie Ihre Position aus Sicht der anderen Bereiche im Bild. Wie sichtbar sind Sie für andere auf dem Bild? Wie nah oder wie weit weg sind Sie voneinander? Wie wirkt Ihre Position aus Sicht der anderen? Wie funktioniert die Kommunikation?

Im Bild mit 360° Feedback

Damit haben Sie ein kunstvolles 360° Feedback zum Platz Ihrer Wahl mit seinen Stärken, Schwächen und Potenzialen einschließlich Selbst- und Fremdwahrnehmung. Je unvoreingenommener Sie an die Übung herangehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Neues über sich selbst und Ihre Situation erkennen. Wenn Sie die Bildsprache auf Ihre berufliche Situation übersetzen, entstehen wie von selbst Ideen zur Ausschöpfung bisher nicht gesehener Potenziale. Ihr Handlungsspielraum zur Erreichung Ihrer Ziele erweitert sich.

Wie ist Ihr Team aufgestellt?

Die Kraft dieser Übung entfaltet sich auch, wenn Mitglieder eines Teams zunächst unabhängig voneinander ihren jeweiligen Platz wählen und anhand der obigen Fragen reflektieren. Im zweiten Schritt kann das Team seine Auswahl als Ganzes betrachten. Es erscheint eine neue Teamaufstellung, die so vorher nicht sichtbar war. Über die individuelle Positionierung hinaus kann ein Team erkennen, wie es innerhalb eines Bildes verteilt ist und welche Schwerpunkte sich dadurch für das Team ergeben. So können die obigen Fragen auch im Rahmen einer Teambildung durchgespielt werden um zu fragen, wo bisher nicht ausgeschöpfte Potenziale in der Zusammenarbeit als Team liegen. Ob allein oder im Team, durch die Reflexion unternehmen Sie eine ganz individuelle Reise durch das Bild, die sich aus Ihrer konkreten Situation heraus entwickelt. Bildhafte Metaphern entstehen wie von selbst, die sich nachhaltig einprägen und daher langfristig wirken können. Auf diese Weise kann Kunst ein integrierter Bestandteil Ihres Arbeitslebens werden.

Swaan Berrett im Web
swaan.barrett@organicstrategies.dewww.organicstrategies.de
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Bildnachweis: Claude Lorrain, Seaport with the Embarkation of Saint Ursula, (1824), National Gallery, London
Aus dem Buch „Durch Selbstreflexion zum Erfolg“, von Christine Kranz, © 2011 Symbolon Verlag, ISBN 978-3-9523631-0-2

10. Jul.

Dankbar für 3 erfüllte Jahrzehnte

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… mit unzähligen Chancen zur persönlichen und beruflichen Erweiterung!

Genau heute vor 30 Jahren, am 10. Juli 1989, habe ich in Vaduz mein Unternehmen für Beratung und Persönlichkeitsentwicklung gegründet. Mit viel Lebens- und Berufserfahrung im Gepäck verabschiedete ich mich damals vom elterlichen Unternehmen und von meinem Erstberuf. Ich startete in ein neues Leben. Von da an war es meine Vision, Menschen in ihrer Selbstentwicklung und Potenzialentfaltung zu begleiten.

Eine spannende und erfüllende Reise begann. Viele in meinem liechtensteinischen Umfeld reagierten auf meinen radikalen Change mit Unverständnis. Eine wertvolle Begleiterin war meine Mutter, die mich immer unterstützte, obwohl sie oft nicht verstand, was ich nun eigentlich machte. Ich war zu der damaligen Zeit eine Exotin, von der man glaubte, dass sie sicher bald wieder vernünftig werden würde. Doch es kam anders: Ich hatte von Beginn an mit meinen Beratungen großen Erfolg und blühte in meiner Aufgabe mehr und mehr auf. Mein Mut, meiner Berufung zu folgen, hat mir 3 lehrreiche und erfüllte Jahrzehnte mit vielen sensationellen Höhen und einigen lernintensiven Tiefen geschenkt.

Ich habe gelernt, meinen Gefühlen und Wünschen Raum zu geben. Meine Entscheidungen waren und sind Herzensentscheidungen. Obwohl ich immer wieder erlebt habe, dass mehr Vernunft hilfreich wäre, bin ich doch unverbesserlich und höre weiter auf die Stimme meines Herzens. Am wohlsten fühle ich mich in einer stimmigen und wohlwollenden Atmosphäre. Spüre ich Spannungen und Blockaden, so ist es mir ein Bedürfnis, die Hintergründe zu verstehen und meine eigenen Unsicherheiten zu überwinden. Dabei war mir immer bewusst, dass Klärung und Veränderung zuerst bei mir stattfinden muss. Für diese notwendige Selbstentwicklung habe ich mir eine wirksame Strategie festgelegt.

Seit ich 25 Jahre alt bin, ist mein Lebensmotto: „Der Weg geht immer der Angst entlang“. Ich erkannte, dass meine Ängste meist unbewusst und subjektiv geprägt sind. Dass, wenn ich meine damit verbundenen Muster und Glaubenssätze erkenne, ich sie auch umwandeln kann. Sobald ich, vor was auch immer, Angst habe, stelle ich mich fokussiert der Herausforderung. Dadurch erweitere ich unmittelbar im täglichen Leben meine Denk-, Fühl- und Handlungsräume. Dies hat sich für mich als der Entwicklungs-Booster schlechthin herausgestellt! Die persönliche und berufliche Grenzerweiterung verhilft mir zu Höchstleistungen. So wurde aus der begrenzten Liechtensteinerin ein nahezu unbegrenzter Weltenmensch. Mit sich selbst und Anderen auf der ständigen Suche nach Erkenntnissen und der Erforschung von Potenzialen. Dass ich das alles irgendwann erleben kann, hätte ich mir mit Anfang 20 nie vorstellen können.

Zentrale Meilensteine waren meine spannenden und lehrreichen Aus- und Weiterbildungen mit den allerbesten Expertinnen und Experten, unter anderem am Carl Gustav Jung Institut in Zürich. Die damalige absolute Krönung war die Entwicklung der Symbolon-Methode® und erfolgreiche Marktimplementierung in den Chefetagen von internationalen Konzernen. Darauf folgten die universitäre Evaluierung der Methode, die Gründung der Symbolon-Academy und damit die Ausbildung von Symbolon-SpezialistInnen. Im Laufe der Jahre konnte ich zwei Symbolon Bücher herausgeben und den Aufbau der E-Learning Plattform mit rund 60 Stunden Ausbildungsmodulen finalisieren. Bei all den Innovationen war und ist die Verbindung meiner zwei Herzensdisziplinen Psychologie und Kunst in der Wirtschaft meine Leidenschaft.

Dem Berufsbild des Business-Coaches bin ich zum ersten Mal um 2001 herum in Zürich, in Verbindung mit der International Coach Federation (ICF), begegnet. Ein aus England stammender ICF Coach hatte angefangen, regelmäßige Treffen zu organisieren. Rasch wurde der ICF Chapter Switzerland gegründet, in dem ich Mitglied wurde. Schon immer wünschte ich mir eine internationale Vernetzung. Die intensive Verbindung auch mit ICF Austria und ICF Germany brachten mich dann letzten November zu der ehrenamtlichen Aufgabe, für 3 Jahre im Präsidium des ICF Deutschland e.V. mitwirken zu dürfen. In meiner Vorstandsarbeit kann ich meine vielfältige Erfahrung und das Glück, welches ich als Coach erleben darf, der internationalen Coachingwelt zur Verfügung stellen. Als Präsidentin gehört es zu meinen Aufgaben, weltweit mit den Präsidentinnen und Präsidenten aus rund 145 Ländern zusammenzuarbeiten. Kommenden März findet die Jahrestagung in Texas statt – darauf freue ich mich schon riesig.

Mein Leben wurde durch die Arbeit mit Beratung, Reflexionscoaching und der Symbolon-Methode® vielfältig, herausfordernd und beglückend. Ich bin unbeschreiblich dankbar für die vielen wundervollen Menschen, die mit mir phasenweise und auch jahrzehntelang den Weg gegangen sind. Denn Begegnungen, Beziehungen, gemeinsames Wachsen und alles was ich mit und über Menschen lernen darf, sind mein Lebenselixier. So ist es mir ein großes Anliegen, allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern ein aus tiefstem Herzen kommendes DANKE auszusprechen. Ihr seid das Wichtigste und Wertvollste, was mich zu dem geformt hat, was ich heute bin. Ich freue mich auf alles Weitere, was entstehen darf und auf eine begegnungsreiche spannende Zukunft!

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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 Bildnachweis: Symbolon AG

4. Jun.

Kunst und Kultur per Rezept

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Wenn der Arzt sagt: Ab ins Museum!

Warum nicht öfter ins Museum gehen?
Das steigert nachweislich das psychische Wohlbefinden und die eigene Gesundheit!

Was für viele zunächst als Marketingstrategie von Kunst- und Kulturschaffenden klingen mag, ist nun wissenschaftlich bewiesen. Londoner ForscherInnen hatten bereits in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass kulturelle Aktivitäten positive Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand haben. Ein regelmäßiger Museumsbesuch, eine Theateraufführung oder ein Konzert verringern beispielsweise das Risiko einer depressiven Erkrankung.
Mehr dazu im Artikel Ihr Arzt empfiehlt: Kultur in „Psychologie Heute“.

Nun gehen Ärzte in Kanada sogar noch einen Schritt weiter: In Zusammenarbeit mit dem Montreal Museum of Fine Arts können sie nun ihren PatientInnen ein Rezept für freie Museumsbesuche verschreiben. Für die Ärzte ist schon seit den 80er Jahren klar, dass sowohl der psychische als auch der physische Zustand eines Patienten durch den Hormonausschuss beim Museumsbesuch verbessert werden kann. Bei der verschriebenen Kunst ist sogar mehreren Menschen gleichzeitig geholfen:
dem Patienten und gleichzeitig präventiv seiner Begleitung.
Lesen Sie hierzu den Artikel Doctors in Montreal can now prescribe a visit to an art museum.

Was nun wissenschaftlich bewiesen ist und nicht mehr so schnell widerlegt werden kann, zeigt die Symbolon-Methode® seit 2000. Mit einem reflexiven Zugang zu Kunst werden nicht nur neue und unvergessliche Erlebnisse und Erkenntnisse möglich, auch das Verständnis der eigenen vielschichtigen Persönlichkeit sowie das Verständnis von und für andere Menschen verändert sich. Kunstwerke bieten dabei eine Plattform, die mit der Assoziationsmethode jeder individuellen Persönlichkeit ihren Spielraum lässt und einfach in eigene Selbstreflexionsprozesse führt.
Warum also nicht regelmäßig ins Museum gehen und sich auf Kunstwerke einlassen und dabei mit den ausgeschütteten Wohlfühl-Hormonen von Kunstwerk zu Kunstwerk schweben?!

Mit der Symbolon Art4Reflection erleben Sie mit verschiedensten Symbolon-SpezialistInnen außergewöhnliche Führungen in Museen weltweit. Sie begegnen 3 ausgesuchten Meisterwerken und tauchen in Reflexionsprozesse ein, die Ihren Museumsbesuch unvergesslich machen.

Zur Professionalisierung Ihrer Reflexionskompetenz steht für Sie das online Reflexionstraining bereit. Buchen, einloggen und selbständig ca. 14 Stunden Theorie und Praxis erleben.

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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 Bildnachweis: Christine Kranz, Symbolon Art4Reflection Führung, 2018, Kunsthaus Zürich
(mit Freigabe der TeilnehmerInnen)

22. Mrz.

Der Dümmere gibt nach …

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… oder vielleicht der Empathischere? Richtig! Nur zu oft wird Empathie mit Dummheit verwechselt, denn wer empathisch ist, der hat Verständnis, kann sich gut in Andere einfühlen und sich damit selbst vielleicht auch weniger durchsetzen. Um Nachteile wettzumachen, kreieren die, welche dem nicht nachleben, dann auch noch Sprüche wie „der Klügere gibt nach…“. Na, immerhin wären wir dann klug… oder vielleicht doch nicht?

Da könnte man sich jedoch durchaus einmal fragen: „Haben wir Empathie auch richtig verstanden??“
So beschreibt Wikipedia Empathie:
Die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie wird gemeinhin die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen gezählt, zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefühl. Die neuere Hirnforschung legt allerdings eine deutliche Unterscheidbarkeit des empathischen Vermögens vom Mitgefühl nahe. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung – je offener eine Person für ihre eigenen Emotionen ist, desto besser kann sie auch die Gefühle anderer deuten. Empathie spielt in vielen Wissenschaften und Anwendungsbereichen eine fundamentale Rolle, von der Kriminalistik über die Politikwissenschaft, Psychotherapie, Psychologie, Physiologie, Physiotherapie, Pflegewissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Sprachwissenschaft, Medizin und Psychiatrie bis hin zum Management oder auch Marketing.

Ja wo genau ist denn jetzt der Fehler entstanden? Grundlage der Empathie ist Selbstwahrnehmung, nicht «Anderwahrnehmung», denn erst die Selbstwahrnehmung erlaubt uns, Andere wahrzunehmen. Wo kämen wir hin ohne Empathie? Warum denn sollte Empathie ein Nachteil sein? Ist Empathie nicht viel mehr eine grossartige Intelligenz, die immer dann zum Tragen kommt, wenn wir mit anderen fühlenden Wesen zu tun haben, also meistens?

Hat denn die dumme Seite der Empathie nicht viel mehr mit dem Grenzensetzen zu tun? Damit, dass ich auch mein eigener Stakeholder bin und mich deshalb ebenso ernst nehmen könnte oder müsste, wie die Andern?
Nein, Empathie ist definitiv keine Falle, sondern Empathie schafft eine bessere Welt! Empathie hilft uns, zu erkennen, was in andern vorgeht, und dies in unsere Entscheidungen und Aktionen einzubeziehen. Was uns vielmehr fehlt ist die Achtsamkeit auf was gerade um uns herum abgeht und das Wahrnehmen – und ernst nehmen – unserer eigenen Bedürfnisse und Interessen. Wer immer nur als Erwartungserfüller unterwegs ist, der muss sich auch nicht wundern, wenn er, respektive sie, in der Verwirklichung seiner Absichten und Ziele zu kurz kommt, denn da liegt der Hase im Pfeffer. Wer den Mut nicht hat, zu dem zu stehen, was in ihrem Leben wichtig und richtig ist, soll das nicht auf einen Ueberschuss an Empathie abschieben, auch wenn Ausreden immer praktisch sind. Es gibt sie nicht, die Empathiefalle! Es gibt nur die Aufforderung, die eigene Vision und Absicht klar zu erkennen (und zu kommunizieren) seinen eigenen Werten und Prinzipien konsequent nachzuleben und sich damit auseinanderzusetzen, was wir der Umwelt Gutes tun möchten, was wir in unserem direkten Umfeld verändern und was wir hinterlassen wollen. Wie soll mein Fussabdruck in der Welt aussehen? Wenn ich dabei auch noch merke, was in andern vorgeht, dann umso besser, denn das hilft mir, noch wirksamer zu sein und noch intelligenter zu agieren und zu reagieren. Natürlich kann ich dann nicht hemmungslos verletzen. Selbstverständlich werde ich die Bedürfnisse und Anliegen anderer adäquat berücksichtigen. Doch ich werde auch meine eigenen Zwickmühlen offenlegen, denn es soll ja weder auf die Kosten des andern, noch auf meine gehen, sondern eine gleichberechtigte Interessensabwägung stattfinden, aufgrund welcher die optimale Lösung gefunden und umgesetzt wird. Dazu ein Beispiel:

Als Managerin-Mutter-Ehefrau-Partnerin-Kollegin-Vertragspartnerin (um einmal so ein einfaches Profil aufzuzeigen, das wir gelegentlich haben) wird es uns nicht immer möglich sein, alle diese Teilrollen perfekt zu erfüllen, obwohl all diese Teile in uns das durchaus möchten. Nun stellen alle die Gegenrollen dazu, also Vorgesetzte-Direktunterstellte-Kinder-Ehemann-Partner-Kollegen-Vertragspartner (kurz VDKEPKV) auch noch – oft durchaus berechtigte – Ansprüche, denen wir selbstverständlich gleichzeitig gerecht werden wollen und vielleicht auch sollten. Mit Empathie hat es lediglich das zu tun, dass wir sofort merken, was wir tun müssten und sollten, vielleicht aber nicht möchten. Weiter aber auch gar nichts. Es geht nun darum, dass wir diese Dilemmata – eigentlich Multilemmata – erkennen und offenlegen. Unser Gegenüber wird dann beim Ausdiskutieren und Verhandeln seine/ihre Empathie einschalten und ebenfalls Rücksicht nehmen….. Ehrlich?

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis leider grösser als in der Theorie (Ernst Ferstl). Denn nun beginnen praktisch natürlich Machtausübung und Manipulation. Wir kämpfen ja mutig und offen für Gleichberechtigung – aber ganz im Vertrauen: behandeln wir uns selber gleichberechtigt oder opfern wir uns selber nur allzu schnell für die Erwartungen und Ansprüchen anderer?

Sie haben die Wahl!
Entweder Sie stehen zu sich selber und wählen – natürlich immer aus Ihrem höchsten Bewusstsein heraus – was das Richtige ist in diesem Moment und für diese Situation ist, oder Sie geben einfach nach und tun das, was Andere von Ihnen wollen.
The choice is yours!

Aber blamieren Sie dann nicht ein Uebermass an Empathie dafür, denn das Gegenteil ist der Fall. Hätten Sie auf Ihre Empathie gehört, dann hätten Sie wahrscheinlich ein sauberes Zwickmühlenmanagement gemacht und so eine echt kreative, gleichberechtigte und situationsgerechte Lösung gefunden, denn Empathie ist keine Falle, sondern eine unglaublich differenzierte Kompetenz, die es uns erlaubt, intuitiv zu erfassen, wie es uns und andern geht und damit die intelligenteste aller Lösungen zu finden.

Wie können Sie Ihre Empathie fördern? Ganz einfach: Fragen Sie sich, wie es Ihnen selber in genau diesem Moment geht. Nehmen Sie achtsam wahr, was Sie fühlen und denken. Spüren Sie, wie es andern geht. Achten Sie auf Veränderungen.

Wie können Sie Empathie unterdrücken, sollten Sie doch einmal den Eindruck haben, zuviel davon zu haben: Einfach nichts mehr wahrnehmen, sondern eindimensional, mit grossem Durchsetzungsvermögen und einsichtsloser Zielorientierung Ihre Absicht durchziehen, egal was um Sie herum läuft und wie gross der Preis für Ihr Tun auch sein möge. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Christina Kuenzle im Web
christina.kuenzle@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Bildnachweis: © Shutterstock

Dieser Artikel ist im Businessmagazin Ladies Drive erschienen.

21. Dez.

Reflektiert ins Neue Jahr

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Die Advents- und Festtagszeit am Jahresende aber auch der Übergang ins Neue Jahr
ist für viele mit Stress verbunden. Jahresabschlüsse, Planungen und Neuorientierungen stehen an
und bisher vor sich hergeschobene To-Dos werden auf den letzten Drücker erledigt.
Die ganzen Erwartungen dabei und die Hektik können einem in dieser Zeit leicht Kraft
und Nerven rauben. An eine besinnliche Zeit ist nicht zu denken.

Doch gerade zum Jahreswechsel hin wird auch gerne das sich dem Ende neigende Jahr
mit all seinen schönen und schwierigen Ereignissen reflektiert.
„Was habe ich dieses Jahr Neues erlebt? Inwiefern konnte ich meine Pläne umsetzen?
Bin ich mit den Veränderungen zufrieden? Was muss ich im kommenden Jahr tun, um meinen Überzeugungen näherzukommen?“

Oft erkennen wir beim Überdenken vergangener Vorsätze und Lebenssituationen neue
aufsteigende Wünsche und Bedürfnisse. In der Einkehr hilft uns die Selbstreflexion, uns auf das Wesentliche zu besinnen.
Das Symbolon-Reflexionstraining verspricht dabei komplette Zeit- und Ortsunabhängigkeit.
Im Selbststudium tauchen Sie durch individuell gewählte E-Learning-Pakete in innere Tiefen ein
und beleuchten sowohl festgefahrenes als auch aufkommendes Potenzial.
Dabei bekommen Sie Klarheit für das Neue und erschließen die Kraftreserven in Ihnen selbst.
Dieser Prozess und die daraus gewonnene Gewissheit ermöglicht es Ihnen,
stimmige Entscheidungen zu treffen, im flow zu sein und mit Energie ins Neue Jahr zu navigieren.

Buchen Sie noch in diesem Jahr Ihr individuelles E-Learning-Paket im Umfang von ca. 14 Std.
zum Preis von 480.- Euro.

Weitere Informationen unter:
https://www.symbolon.com/reflexions-training

Für Anmeldungen auch über die Feiertage oder Fragen gerne per Mail an:
office@symbolon.com

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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 Bildnachweis: © shutterstock

30. Okt.

Warum Agilität und Reflexion zusammen gehören

Agiles Arbeiten braucht Eigenverantwortung, Kritikfähigkeit und die Bereitschaft zur Reflexion; sowohl zur Selbstreflexion, als auch zur Fremd- und Metareflexion.

Die Entwicklung von Reflexion in der frühen Kindheit

Kinder bis drei Jahre begegnen der Welt unhinterfragt, erst danach können sie zwischen Innen und Außen unterscheiden und eine Sichtweise ihrer Gedanken und Gefühlswelt entwickeln. Dies passiert nicht als Entwicklungs- und Reifungslogik, sondern im Kontext der elterlichen Beziehung. Das differenzierte emotionale Erleben wird einer frühen Affektspiegelung zugeschrieben. Durch die Reaktion der Eltern auf das kindliche Verhalten wird bereits als Säugling dieser spiegelnde Emotionsausdruck geübt, trainiert und erlebt. Zwischen neun und achtzehn Monaten interpretiert das Kind eigene und fremde Handlungen, kann allerdings noch nicht die Motive dahinter lesen. Gedanken und Wünsche werden bereits im Spiel als real gezeigt und erfahren. Der reflexive Modus integriert sich ab dem vierten oder fünften Lebensjahr und ermöglicht so dem Kind das eigene und das andere Innenleben zu unterscheiden.
Der reflexive Modus (ca. ab 4. bis 5. Lebensjahr) integriert die vorher nebeneinander existierenden Realitäten. Er ermöglicht ein Nachdenken über das eigene Selbst und über das vermutete Innenleben anderer Menschen. In der kindlichen Gedankenwelt werden unterschiedliche Perspektiven und falsche Überzeugungen erkannt und bevorzugt im Spiel dargestellt, modifiziert und verarbeitet. Destruktive oder ängstigende Inhalte werden spielerisch durchgearbeitet und durch einen mitspielenden Erwachsenen oder ein älteres Kind vermittelnd organisiert. An dieses spielerische Probehandeln kann im Erwachsenenalter im Rahmen einer Reflexionschallenge oder eines Coachings zurückgegriffen werden und so im Als-ob Modus die Reflexionsfähigkeit erweitert werden. Auftretende Gedanken, Gegenübertragungsgefühle und Ideen werden so erforscht und neue Erfahrungen dadurch ermöglicht und die reflexive Kompetenz verbessert.

Zukünftige Arbeitswelten brauchen Reflexion

Die moderne Arbeitswelt ermöglicht dem Einzelnen, die eigene Arbeit losgelöst von Raum und Zeit zu organisieren. Zugleich besteht die Erwartung, „just in time“ auf dynamische äußere Anforderungen zu reagieren. Dies erfordert von jedem Einzelnen, Prioritäten zu setzen, flexibel das eigene Handeln zu steuern und veränderungsfähig zu bleiben. Diese geforderte Agilität braucht laufendes Reflektieren und Lernen, um das gewünschte Tempo zu gewährleisten. Ohne Reflexion könnte nur routiniertes konservatives Handeln das Arbeitsfeld dominieren. Unbewusst wird auf abgespeicherte lebensgeschichtliche Erfahrungen in ähnlichen Situationen zurückgegriffen. Interaktives Prioriätensetzen, Paradoxien durch neue Marktteilnehmer und hohe Marktbeweglichkeit brauchen aber neues frisches und bewegliches Mindset. Dabei spielt die Berücksichtigung aller Stakeholderinteressen (Mitarbeiter/Teammember und Kunden-Lieferantensichtweisen) und die Resonanz der eigenen Innenwelt eine wichtige Rolle. Die Reflexionsfähigkeit ermöglicht also, neue Handlungsoptionen zu erschließen und das eigene Verhalten den Erfordernissen einer erfolgreichen Bewältigung der variablen Arbeitsherausforderung anzupassen. Damit ist Reflexion auch der Schlüssel, um bisher gewohnte Verhaltensstrategien zu überdenken, alte weiterzuentwickeln, neue zu suchen und auszuprobieren, um so das Verhaltens- und Reaktionsrepertoire zu erweitern. In reflexive Distanz zu sich selbst treten können, braucht außerdem noch eine Metakompetenz, die sich durch eine Beobachtungsgabe des Kontextes und des Moments und einer Projektion in die Zukunft ergänzt. Das Ziel dabei ist, vorschnelle, emotionale und subjektive Bewertungen zu reduzieren und anderen erweiterten Betrachtungs- und Einschätzungsvarianten mehr Raum zu geben. Statt aktionistisches auf Anforderungen zu reagieren, gilt es evaluiert und priorisiert Handlungsoptionen zu szenarisch reflektierend zu prüfen.  Diese Fähigkeit zur Selbststeuerung ist die Basis zur Regulierung des eigenen Energiehaushalts und gleichzeitig die Voraussetzung dafür, handlungsfähig zu bleiben.

Reflexionsräume schaffen

Um eine Reflexion zu üben, müssen Räume der Selbstreflexion geschaffen werden, sowohl physisch als auch organisatorisch und zeitlich. In der Reflexionschallenge wird das Auseinandersetzen mit den eigenen Grenzen unterstützt, der Blick über den eigenen Tellerrand geschärft. Verstärkt werden Formate genutzt, die Silos aufbrechen, Hierarchien einstürzen lassen und so neue Szenarien der aktuellen und künftigen Organisationsbedingungen entworfen und dafür tragfähige Lösungen und Antworten entwickelt. Im Reflexionsraum wird so der Umgang mit Paradoxien zwischen individuellen und strategischen Perspektiven geübt und sich in einem neuen Umgang mit Reibungsflächen, Widersprüchen, Irritationen und Störungen des Gewöhnten und Bewährten initiiert.

Im Actionlearningmodus die Integration in den Arbeitsalltag erleichtern

Die persönliche und organisatorische Reflexion zu erhöhen, verbindet Problemlösung und Offenheit für die Veränderung mit iterativem Lernen. In moderierten Feedback-Schleifen wird das Erlebte besprochen und so nachhaltig und rasch verändert. In Reflexionssequenzen wird die Wahrnehmungsfokussierung geschärft und die Wahrnehmungsfilter des subjektiven Filters gelüftet. Auf Neues, Fremdes, Unbehagliches, Unterschiedliches, Ängstigendes und Anderes gelingt es uns so uns einzulassen. In selbstreflexiven Annäherungsschleifen wird ein behutsamer, toleranterer Umgang mit Blickwickeln eingeübt, das Aussteigen aus den eigenen Denkspiralen erleichtert und so der persönliche Horizont erweitert. Action Learner entwickeln sich in dieser Weise und verstärken ihre Performance und die Neugestaltung des Arbeitsumfeldes (Anpassungslernen, Veränderungslernen, Prozesslernen). Durch das neue Handeln und veränderte Verhalten wird die Reflexionsdynamik erhöht und eine reflexive Reife entwickelt. Reflexion zählt zur Professionalität und stellt eine unverzichtbare Grundlage für die Problemlösungskapazität im Kontext des agilen Arbeitens dar. Es zeigt sich durch ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, durch starke intuitive Fähigkeiten, durch die Kenntnis der eigenen emotionalen Neigungen und durch das Einlassen auf unterschiedliche Betrachtungsstandpunkte unabhängig vom persönlich eigenen und bevorzugten Denkstandpunkt und durch die Wertschätzung und Würdigung von unterschiedlichen Sichtweisen und Ansätzen.

Ursula della Schiava-Winkler im Web
udsw@socialskills4you.com ∙ www.socialskills4you.com
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Bildnachweis: Foto: von der Ars Electronica, Ursula della Schiava-Winkler

6. Jul.

Die Welt ist mir ein Stück nähergekommen

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Die geheime Sprache der Kunst – wie sie das Außen mit dem Innen verbindet

Dass die darstellende Kunst eine „geheime“ Sprache spricht, ist ihr schlichtweg implizit. Sie ist zwar nicht immer aus sich selbst zu verstehen wie unsere gesprochene und geschriebene Sprache, aber z.B. durch die Darstellung gut erkennbarer Elemente – wie Natur, Menschen, Landschaften oder Architektur – durchaus logisch zu erschließen.

Wenn dann noch historische, religiöse oder mythologische Elemente eingebaut sind, begeben wir uns auf die Verständnis-Ebene von Motiven und Symbolen, die wir z.B. mit Hilfe der Ikonografie oder Kulturgeschichte bestimmen und deuten können.

„Aphrodite“ von Rivière zeigt ein Beispiel: Eine Szene, die die Göttin der Liebe und der Schönheit zeigt, die von einer Gruppe von wilden Tieren umgeben ist, scheinbar unter ihrem Zauber. Anders als die meisten Maler konzentrierte er sich nicht auf das erotische Potenzial des Subjekts, sondern wählte eine ungewöhnliche Szene aus einer Homerischen Hymne (8.-6. Jh. V. Chr.).

Anders auf der abstrakten und von allen wiedererkennbaren Komponenten losgelösten Ebene. Aber auch hier ist es uns möglich durch freie Assoziationen abzufragen, wie es auf uns wirkt und welche Gefühle dabei angesprochen werden.
Dem Allen schwingt noch etwas anderes mit.

Zum einen ist es der Ausdruck des Künstlers in seiner individuellen Persönlichkeit und seinem kulturellen Umfeld. Zum anderen sind es die Schwingungen der Farben. Farben lenken uns viel mehr als wir uns das vorstellen können. Sie beeinflussen uns und sind ein Kommunikationssystem. Farben lösen Emotionen und Reflexe aus. Durch Farben (natürlich auch schwarz und weiß) nimmt das Gehirn Formen im Außen wahr.

Und nun zum Betrachter. Seine Kapazitäten einem Kunstwerk zu begegnen, sei es durch Verstehen oder schlichtweg sinnlich, „färben“ und beeinflussen, wie das Werk zu ihm spricht. Wenn dieser sich darauf einlässt, frei und losgelöst von Vorkenntnissen, ein Kunstwerk zu betrachten, geschieht eine originelle Symbiose zwischen Werk und Betrachter. Die Sprache des Bildes trifft nämlich auch auf tief Verborgenes in seinem Unbewussten und bekommt einen weiteren Wert:  Es entsteht eine erweiterte Form der sinnlichen Kommunikation, einer passiven oder aktiv genutzten Selbst-Reflexion, die für eine nachhaltige Bewusstmachung und Veränderung unserer Denk- und Verhaltensmuster genutzt werden kann!

So in der Coaching Methode Symbolon® für Potentialentfaltung. Nach schon 2×5 Tagen intensivstem Training mit dieser Methode ist in mir eine innere Veränderung eingetreten. Eine Umwandlung meiner Wahrnehmung aller äußeren Faktoren. Wir lernen und üben im Lehrgang mit Leib und Seele und unermüdlichem Engagement mit Bildern auf Resonanz zu gehen und das „Dahinter“ und „Darunter“ zu ergründen. Dass ich aber auf einmal nicht nur Kunstwerke so anschaue, sondern mein gesamtes Umfeld, und damit mich auch im Alltag selbstreflektieren lerne, ist für mich eines der größten Geschenke dieser Arbeit.

Ich erfahre die Qualität, mich im Äußeren zu spiegeln, wann und wo es mir möglich ist. Fragen wie „was macht das mit mir?“ brauchen nicht mehr nur im experimentellen Coaching-Setting gefragt zu werden… Ich erlebe eine neue Form der Symbiose mit meinem Umfeld. Es scheint, als lösen sich die Grenzen zwischen Betrachten und Betrachtetem langsam auf. Das Außen kommt mir, meinem Wesen, meiner Seele näher….

Mein Innerer Beobachter kommuniziert auf einer anderen Ebene mit dem vermeintlich Äußeren: Da ist neben mentaler Neugierde eine Resonanz auf Herzensebene spürbar. So als würde ich eine längst bestehende innere Beziehung zu den externen Dingen, Menschen, der Natur neu erleben. So eine Art Auflösung (Weichmachung) des Kenntnis-Horizonts, der (Vor-)Urteile und des bisher anders wahrgenommenen physischen Abstands zu dem Außen.

Es ist ein phänomenales Erlebnis: Die Welt ist mir ein Stückchen näher gekommen.

Bettina Clark im Web
bettina.clark@symbolon.com ∙ www.bettinaclarkcoaching.net
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Bildnachweis: Aphrodite, 1902, Briton Rivière, Dahesh Museum of Art; Diagonale, 1923, Wassily Kandinsky, Solomon R. Guggenheim Museum

13. Jun.

Ja zur Digitalisierung ohne Untertauchen

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Wie Selbstreflexion Widerstand löst und ermutigt

Die Digitalisierung beschleunigt sich mehr und mehr. Noch nie hatten wir in der Wirtschaft so viele globale Veränderungen. Wir leben in einer spannenden Zeit voller Möglichkeiten. Für viele Menschen sind dies schwierige Herausforderungen und sie haben Angst, den immer größer werdenden Anforderungen nicht mehr standzuhalten und den Zug zu verpassen.

Die Chance kann leicht zur Bedrohung werden.
Statt Freude und Mut machen sich Ungewissheit und Unsicherheit breit. Schnell ein zwei Schritte zurück, denn es könnte schief gehen. Rasch sind viele berechtigte Gegenargumente und auch Gleichgesinnte gefunden, mit denen man leicht Widerstand aufbauen kann. Die bewährten Prozesse sind kurzfristig gerettet. Doch der Schein trügt, denn wer sich erfolgreich wehrt, wird über kurz oder lang ziemlich ins Schwimmen kommen oder durch einen unerwarteten Tauchgang scheitern. Dies gilt für Mitarbeitende, Führung, Management, Organisationen und Staaten gleichermaßen. Denn der digitale Fortschritt ordnet sich nicht der subjektiven Befindlichkeit oder Traditions- oder Kulturthemen unter. Wir haben keine Wahl. Die Digitalisierung ist da und wer nicht einsteigt, verliert den Anschluss. Außerdem ist Digitalisierung notwendig, um Innovationen umzusetzen, die helfen, die Lebensgrundlage kommender Generationen zu erhalten.

Mit Reflexion können wir versuchen, das zentrale Grundprinzip der Digitalisierung zu erkennen. Digitalisierung vereinfacht und führt zum Weniger. Wir lernen Kontrolle loszulassen und beginnen ehrlicher und wahrhaftiger zu sein. Die Folge: Menschen mit Verlust- oder Transparenzängsten fühlen sich bedroht. Natürlich hat alles seine Schattenseite, jedoch haben wir die große Chance, uns das Leben zu erleichtern, Ressourcen zu schonen und uns auf Wesentliches zu fokussieren.

Die aktuellen Diskussionen vom bargeldlosen Zahlen zeigen auf, wie sich viele der konsequenten Digitalisierung verweigern. In nordischen Ländern und Teilen Asiens wird bargeldloses Zahlen selbstverständlich gelebt. Während sich in Zentraleuropa wirtschaftliche Größen mit Argumenten wie „nicht gläsern sein wollen“ dagegen aussprechen. Was gibt es zu verbergen? Sind wir so klar und stark, sodass wir mit reinem Gewissen unser Leben offen legen können? Das heißt auch zu unseren Schwächen und Fehlern stehen. Die meisten Innovationsprozesse und -konzepte brauchen Transparenz und weltweiten Zugang. Ehrlichkeit mit gelebter Verantwortlichkeit verringert Korruption und Kriminalität. Humanisierung und die internationale Chancen-Gemeinschaft brauchen Offenheit und Fairness. Wir sind aufgefordert, die individuellen Komfortzonen zu verlassen und mit Mut aufzubrechen und Grenzen zu überwinden.

Mit Selbstreflexion erkennen wir unsere persönlichen Grenzen und die dahinterliegenden Ängste. Gelingt es uns, die Hindernisse und Widerstände zu beleuchten, ist dies der erste und wichtigste Schritt, damit sich diese auflösen können und Entwicklung möglich wird. Folgende 3 Fragen sollen inspirieren und anregen sich seiner eigenen Gedanken, Gefühle und Muster bewusst zu werden:

  • Mit welchen Digitalisierungsthemen fühle ich mich überfordert?
  • Was befürchte ich durch Digitalisierung zu verlieren und was kann ich gewinnen?
  • Wie stehe ich zu meiner eigenen Innovationskraft und wie könnte mir Digitalisierung helfen diese zu entwickeln?

Mit persönlicher Klarheit können wir uns kraftvoll dem brachliegenden Potenzial zuwenden und den Schatz der innovativen Digitalisierung heben und entfalten lassen. Dazu brauchen wir eine Kultur, die lebenslanges Lernen als Selbstverständlichkeit sieht. Erfolgsentscheidend für Unternehmen ist eine wirksame Personal- und Organisationsentwicklung, die die Verunsicherung der Mitarbeitenden und Entscheidungsträger erfasst. Es braucht von allen Beteiligten ein klares Ja zur Digitalisierung und gegenseitige Ermutigung im Sinne der freudvollen Wandlung und neuer Chancen.

Christine Kranz im Web
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8. Apr.

Die Kunst der Kunstbetrachtung

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„It’s not what you look at that matters, it’s what you see.“ Henry David Thoreau

Laut des Psychologen David Brieber beträgt die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerkes nur 20 Sekunden, 4 Atemzüge. Ein typischer Museumsbesuch führt meist zu Erschöpfung und Übersimulation. Das lässt sich anders gestalten, meint der amerikanische Manager und Consultant Phil Terry und initiiert den Slow Art Day, der dieses Jahr am 8. April stattfindet. Zahlreiche Museen weltweit nehmen daran teil, und das Prozedere ist stets ähnlich: Die Besucher verbringen ca. zehn Minuten vor einem einzelnen Gemälde mit dem Ziel, sich ganz darin zu vertiefen. Erst danach gehen sie zum nächsten Kunstwerk weiter. Der Museumsbesuch umfasst lediglich 5 Gemälde.

Kunst offenbart sich nicht sofort – sie benötigt Zeit. Zeit, um inspiziert zu werden, sie zu überdenken und zu reflektieren. Lässt man sich bei einem Museumsbesuch genügend Zeit, so können sich die statischen Kunstwerke in Ereignisse verwandeln. Die Bilder werden lebendig.

James Pawelski vom Positive Psychology Center an der Universität Pennsylvania untersucht den nährenden und erfrischenden Effekt eines entschleunigten Kunstgenusses genauer. Wer sich länger mit einem Objekt befasst, erläutert er, nimmt Elemente des Werkes wahr, die ihm entgehen, wenn er nur 15 Sekunden hinsieht. Durch die längere Betrachtungszeit der Kunstwerke wird die Möglichkeit geschaffen, auf das Kunstwerk zu reagieren und in einen Dialog mit diesem zu treten. Wie ‚erhellend‘ diese Form der Kunstbetrachtung sein kann, zeigt das folgende Slow Art Day Video von kunstzeichnen.de:

Angesichts der zunehmenden Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, braucht der Mensch Verschnaufpausen, Auszeiten und Momente der Verlangsamung.

Slow Art Day – Symbolon Art4Reflection Tour in Hamburg
Nehmen Sie sich Zeit und erleben Sie einzigartigen Kunstgenuss im Rahmen der Symbolon Art4Reflection Reihe. Am 8.4.17, dem Slow Art Day 2017, führen wir durch die Kunsthalle Hamburg. Weitere Termine und Städte für unsere reflexiven Führungen finden Sie unter www.art4reflection.com Anmeldung und für weitere Details: friederike.redlbacher@symbolon.com

Elisabeth Sechser im Web
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Bildnachweis: Foto: Reflexion in der Kunsthalle Hamburg, Friederike Redlbacher
Quellen: www.slowartday.com; Schäfer, Annette: Langsam schauen, Psychologie heute, 04/2017

31. Jan.

Mit weniger mehr erreichen

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Wie Reflexion hilft Ballast zu erkennen und die Komfortzone zu verlassen

Genau ein Monat des neuen Jahres ist vergangen. Sind Sie selbst Ihren Zielen näher gekommen? Und haben Sie das, was Sie sich mit Ihrem Team, Ihren Kooperationspartnern und Kunden vorgenommen haben, erreicht?

Persönliche und organisationale Entwicklungen benötigen Planung, Geduld, Disziplin und eine Vision. Dafür müssen wir den Sinn und das Wesentliche erkennen, meist hohen Einsatz bringen und bereit sein zu verzichten.

Das ist oft schwer, denn unsere Wohlstands- und Angstkultur macht uns träge und wirkt lähmend. Verlustängste werden genährt, Potentialentfaltung wird verhindert. Viel zu viele „wenn“ und „aber“ stehen uns im Weg. Kennen Sie Aussagen oder auch eigene Gedanken wie „Ich kann das nicht, weil irgendjemand oder irgendetwas …“? Oft werden Blockaden und Misserfolge mit äußeren Faktoren begründet. Doch diese Gedanken oder sogar Einstellung ist unreif und selbstverhindernd. Denn äußere und innere Faktoren bewirken sich gegenseitig.

Der folgende Film symbolisiert mit dem Berg hohe Ziele und der Mondsichel das Reflektieren, in sich gehen und Verborgenes erkennen. Auch wenn der Mond zwischenzeitlich aus unserem Blick verschwindet, so ist er doch immer da. Mit Reflexion klären wir die Höhe und Weite unseres Tuns bereichern es mit Tiefe und Sinn.


Reflexion hilft in der Überfülle der Möglichkeiten sich zu erinnern, dass es bei zentralen Veränderungen in erster Linie nicht darum geht, was wir verstärken oder vermehren, sondern was wir reduzieren oder abschaffen. Effizient ist, wer in der Zusammenarbeit sich gegenseitig ermutigt Klarheit zu schaffen und unnötigen Ballast abzuwerfen. Leichtes Gepäck ermöglicht Agilität im Innen und Außen.

Im gemeinsamen Tun ist es erfolgsentscheidend, laufend blinde Flecken bewusst zu machen, Selbstverantwortung zu ermöglichen und entschlossen die Komfortzone zu verlassen. Dies eröffnet neue Perspektiven und sich kraftvoll Zukunftschancen hinzuwenden. Auch gemeinsam reflektierte und durchaus auch hohe Ziele zu setzen. Optimistisch zu sein und gleichzeitig damit zu rechnen, dass das Angestrebte eventuell nicht erreicht werden kann.

Außergewöhnliche Ziele, sei es für sich selbst oder die Organisation, brauchen eine innovative Einstellung und ansteckende, beflügelnde Aufbruchsstimmung. Schlussendlich ist etwas nicht Erreichtes ein kleinerer Verlust als eine vertane Chance. Noch ganze 11 Monate liegen in diesem frischen, chancenvollen Jahr vor uns. Auf geht’s mit weniger, für mehr Erfolg!

Christine Kranz im Web
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Filmnachweis: © shutterstock Wilderness Snow Mountain Peaks

Weitere Impulse zur Zielerreichung finden Sie im weekend magazin Interview ‚Erfolgreiches 2017 – Zielgerade‘ vom 20.1.17