Monatsarchive: Dezember 2012

1. Dez.

Mit Selbstreflexion zu Nachhaltigkeit

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Nachhaltige Entwicklung führt vom Mehr zum Wesentlichen und  ist der Schlüssel für gesundes unternehmerisches Wachstum. Dabei spielt der Mensch die ausschlaggebende Rolle. Denn er kann selbst entscheiden, sein von Technik und Fortschritt getriebenes Leben zu entschleunigen und sich auf die äussere wie auch auf seine innere Natur zu besinnen. Um dies zu erreichen, braucht es eine selbstreflektierte Lebenshaltung, die sich auf das Wesentliche ausrichtet. Hilfreich ist, wenn eine materielle Übersättigung das Bedürfnis nach Vereinfachung und Natur weckt. Dadurch werden sich immer mehr Menschen wieder ein Stück weit ihrer Natur gewahr und nähern sich ihr an. Dieser Weg ist nicht nur persönlich bereichernd, sondern auch die nahe liegende und vernünftige Lösung für viele gesellschaftliche und ökologische Probleme. Denn weniger ist oft mehr und ein Weg, der zurück zum Wesentlichen führt, ist logisch, Erfolg versprechend und bietet zudem eine höhere und ursprüngliche Lebensqualität. Der Mensch braucht nicht erst zu lernen, wie es sich anfühlt, natürlich zu sein und in Verbindung mit der Natur zu leben. Denn dies ist als Teil des Urwissens in jedem Menschen angelegt. Wann immer der Mensch sich für dieses Wissen öffnet und tiefgreifende Erfahrungen machen will: Er wird sich schnell wieder daran erinnern und es nutzen können.

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Es muss eine Richtung gefunden werden, die den Fortschritt im Einklang mit der Natur auch für künftige Generationen ermöglicht, und zwar mit dem Ziel, die Entwicklungen in adäquatem Masse und aus ganzheitlichen Betrachtungsweisen heraus zu betreiben. Der Mensch hat sich an ein komplexes Leben gewöhnt und dadurch vergessen, wie einfach das Leben in Wirklichkeit ist. In der Einfachheit und einer gesunden Reduktion auf das Wesentliche liegen die Essenz, die es ermöglicht, die Missstände des Fortschritts nachhaltig zu verändern und der Wohlstandsverwahrlosung entgegenzuwirken.

Die schnelllebige und getriebene Gesellschaft braucht Reflexionsräume und ein verstärktes Qualitätsbewusstsein im Sinne «weniger ist mehr» und «Qualität statt Menge». In der Überfülle der Angebote und Möglichkeiten ist eine bewusste Wahl für eine erfüllende Lebensgestaltung ausschlaggebend. Dazu gehört die Fähigkeit zu verzichten und Prioritäten zu setzen: Was und wie viel konsumiere ich? Was tut meinem Körper gut und was belastet ihn? Wie teile ich meine Zeit ein? Welche Menschen sind mir wichtig? Mit welchen Themen möchte ich mich vertieft auseinandersetzen? Wie ist meine innere Lebenshaltung und wie wirkt sich das auf meine Lebensgestaltung aus? Um zum Wesentlichen zurückzufinden, ist jeder Mensch eingeladen, wo immer es ihm möglich ist, seinen Weg und seine Haltung zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Es bedarf in vielerlei Hinsicht einer Entschleunigung und der aufrichtigen Beschäftigung mit sich selbst. Dazu ist es notwendig, viele von der Gesellschaft angestrebten Werte auch in ihren gegenteiligen Qualitäten als wertvolle Aspekte anzuerkennen. So muss der Weg beispielsweise immer wieder von einem Mehr zu einem Weniger führen, vom Komplexen zum Einfachen, vom Perfekten zum Unvollkommenen, von der Außenorientierung zur Innenorientierung, vom Egoismus zum Altruismus, von der Kompensation zur Kontemplation und von der Selbstverleugnung zur Selbstreflexion.

Um Wesentliches in der Aussenwelt und in Unternehmen gestalten zu können, muss der Mensch dies zuerst in sich selbst gefunden haben. Die Natur hilft dem Menschen dabei, sich auf die einfachen, natürlichen und logischen Dinge zu besinnen und die Komplexität bei Problemstellungen und Entscheidungsfindungen zu reduzieren. Genau in dieser Einfachheit liegen eine persönliche Entlastung und damit Kraftreserven und das Vertrauen, die laufenden Herausforderungen aktiv anzugehen und zu meistern. Denn jede Problemstellung trägt die Lösung in sich. Werden Probleme verdrängt oder ignoriert, sind meist persönliche Unsicherheiten und Ängste die Ursachen. Damit wird eine mögliche Früherkennung der Missstände verhindert und das Thema gewinnt mehr und mehr an Komplexität und destruktivem Einfluss. Hilfreich ist, das Tempo zu verlangsamen und mit ehrlichen und offenen Reflexionsprozessen Klarheit in die Kernthemen mit den Problemauslösern zu bringen sowie die Motive der Beteiligten zu verstehen und entsprechend zu berücksichtigen. Die Selbstreflexion ist dazu besonders gut geeignet, da sie auf direkte und einfache Weise wesentliche Botschaften zu Tage fördert, dadurch Entwicklung ermöglicht und neue Handlungsräume eröffnet.

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Vestige, Rob Mulholland, 2012, Public Art, Location: David Marshall Lodge Visitors Centre Aberfoyle, Scotland, U.K., www.robmulholland.co.uk

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