Monatsarchive: November 2013

30. Nov.

Was ist Erfolg?

Gepostet von

Ein 41-jähriger Vertriebsmanager eines Weltkonzerns hat auf meine Frage, was für ihn Erfolg sei, Folgendes geantwortet: „Der erste psychologische Reflex lässt Erfolg mit Geld verschmelzen, aber das ist es nicht. Erfolg ist, morgens gesund aufzuwachen und jeden Tag mindestens eine gute Tat zu vollbringen. Der Rest kommt dann von ganz alleine.“

Was ist Erfolg und wann ist jemand erfolgreich? Dazu gibt es viele individuelle Antworten, und doch erleben schon Kinder in den Schulen, wann sie erfolgreich sind und wann sie versagt haben. Die Gesellschaft definiert Erfolg zum Beispiel über Statussymbole, Auszeichnungen und Friedensnobelpreise. Und dennoch: Das wesentliche Erfolgsgefühl hat zum grössten Teil mit einem selbst zu tun. Es entspringt aus der Lebensgeschichte und den Möglichkeiten, die jedem Einzelnen zur Verfügung stehen. Auch wie man sich entwickeln möchte und welche Potenziale man entfalten kann. Sich die Frage nach den Erfolgskriterien immer wieder neu zu stellen und die individuelle Antwort zu finden, ist ausschlaggebend für ein sinnerfülltes Arbeits- und Privatleben.

Sternennacht von Van GoghDie Adventszeit ist die Zeit der Besinnung. Die Tage werden kürzer und laden zur persönlichen Einkehr ein. Das Wesentliche offenbart sich in der Stille, indem man sich Zeit nimmt, das zu Ende gehende Jahr zu analysieren und zu reflektieren. Reflexion ermöglicht zusätzlich zu den analytischen Einschätzungen, die Wahrnehmung zu schärfen. Mit der Analyse teilen wir zum Beispiel ein in gut oder schlecht, viel oder wenig, schnell oder langsam. In der Reflexion wird bewusst wie es ist. Zum Beispiel stimmig oder unstimmig, sinnvoll oder unsinnig, erfüllend oder mühselig.

Reflexionsräume eröffnen Erkenntnisräume. Erkenntnisse, die aufzeigen, was es braucht, damit das kommende Jahr ein erfolgreiches wird, was zum Gelingen beiträgt. Nicht nur in Zahlen und Fakten gemessen, auch in den verschiedenen Dimensionen der nachhaltigen und langfristigen Entwicklung, in der Menschen in ihrer Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung gefördert und unterstützt werden. In der Reflexion entsteht meist ein inneres Bedürfnis, auf globale Problemstellungen und der Auswirkung auf die Natur Rücksicht zu nehmen und den Folgen Rechnung zu tragen.

Geht der eigene Erfolg auf Kosten von Anderen, so braucht es eine selbstkritische Haltung, die zu mehr Verantwortungsbewusstsein führt. Diesbezüglich ehrlich zu sein, ist nicht leicht. Gerne wäscht man sich rein, indem man das Ganze schönredet. Nur weil es andere auch so tun, ist dies keine Entschuldigung. Wir haben die Möglichkeit beispielhaft voran zu gehen. Durch die offenen Informationsplattformen wissen wir, welche Auswirkungen unser Handeln hat. Das Wissen und die damit gewonnenen Selbsterkenntnisse können uns helfen, unser Tun zu wandeln. Denn wie der Anfangs zitierte Manager sagt, ist nicht Nehmen, sondern vielmehr Geben sein Erfolgsfaktor.

Wir haben die Möglichkeiten, die Fragen zu priorisieren: Mit welchen Menschen arbeite ich zusammen? Wie tun wir es? Was tun wir? Als Erstes geht es um die Menschen. Mögen es die Mitarbeiter, die Kunden und Lieferanten sein, so ist es ausschlaggebend, dass die Werte übereinstimmen oder zumindest kompatibel sind. Es ist alles viel leichter, wenn die Chemie stimmt, eine gewisse Sympathie da ist. Ein verständnisvolles Wohlwollen dem anderen gegenüber ist die Voraussetzung für soziales Engagement. Als Zweites könnten wir uns fragen, wie wir es tun. Welche Einstellung haben wir und wie gehen wir miteinander um? Schaffen wir es, Rücksicht zu nehmen auf das, was der Einzelne braucht, um seine Fähigkeiten optimal einzubringen? Synergien werden so genutzt und mit einer gegenseitigen Förderung ist die Chance gemeinsam zum Erfolg zu kommen höher. Dann steigt auch in schwierigen Zeiten die Bereitschaft, zusammenzuhalten und sich und das Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln. Die langfristige Freude über das Geschaffte ist tiefgreifender und erfüllender.

Ist Erfolg dasselbe wie Glück? Bedingt Erfolg nicht auch, Raum zu schaffen für neue Erfahrungen und Misserfolge? Wie stark liegt der subjektive Erfolg in der eigenen Hand? Was macht ein erfolgreiches gelungenes Leben aus? Die Fragen nach der Definition von Erfolg mögen offen bleiben. Denn es könnte sein, dass die Antwort sich ständig wandelt. Je nach persönlicher Situation und gesellschaftlichen Themen. Die längeren Nächte bieten Raum, in sich zu kehren. Dort liegt die ganz persönliche Antwort, um sinnerfüllt und kraftvoll ins neue Jahr zu starten.

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com
 ∙ www.symbolon.com
Twitter 
∙ Facebook ∙ XING

Bildnachweis: Sternennacht1889, Vincent van Gogh, Museum of Modern Art, New York

Der Artikel „Was ist Erfolg?“ wurde am 30.11.2013 in Wirtschaft Regional der Vaduzer Medienhaus AG veröffentlicht. pdf öffnen

22. Nov.

Ergebnisse der Umfrage Reflexionskompetenz in der Wirtschaft

Gepostet von

Die Symbolon AG führte im Herbst 2013 eine Umfrage zum Thema „Reflexionskompetenz in der Wirtschaft“ durch. 173 Personen beantworteten folgende 3 Fragen:

1. Was verstehen Sie unter Reflexionskompetenz?
2. Ist Reflexionskompetenz in Ihrem Unternehmen relevant? Wie und warum?
3. Und wenn ja, wie wird Reflexionskompetenz durch Sie oder in Ihrem Unternehmen gefördert?
 

Aus den Antworten der Umfrage, die 50 A4 Seiten umfassen, wird zum Beispiel ersichtlich, dass in der Wirtschaft das Potenzial von Reflexion noch nicht erkannt und dementsprechend genutzt wird. Die Reflexion wird fast ausschließlich auf persönlicher Ebene oder im unmittelbaren Umfeld angewendet und oft mit Fragestellungen und Methoden, die bedingt zu tiefgreifenden und wesentlichen Reflexionsergebnissen führen. Reflexionsprozesse werden meist auf das Verhalten und die damit verbundenen Auswirkungen ausgerichtet. Dazu gehört die „Annahme“, dass Reflexion ein intensives Nachdenken sei. Fast durchgängig wird das Bedürfnis nach Reflexion kundgetan und gleichzeitig fehlen die Nutzenargumente, die für eine Förderung im unternehmerischen Umfeld und für Organisations- und Strategieentwicklung notwendig sind.

Wir werden in den nächsten Monaten einzelne Stellungnahmen aufgreifen, um die darin angesprochenen Themen und Fragen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Die Symbolon AG stellt die 12-seitige Zusammenfassung der Ergebnisse allen Interessierten zur Verfügung mit der Einladung, an diesem spannenden Austausch- und Entwicklungsprozess teilzunehmen. Sie können gern das Dokument unter folgender Email Adresse anfordern office@symbolon.com

Bildnachweis: © Shutterstock