16. Nov.

Das Selbstbildnis von Frida Kahlo als Spiegel des Ich`s

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Kunstwerke führen Sie zu Ihren inneren Persönlichkeitskompetenzen

Frida Kahlo Selbstbildnis MCMXLIFrida Kahlo (1907-1954) hat sich auf ganz besondere Weise im Spiegel betrachtet. In ihren Selbstbildnissen hat sie ihr inneres Erleben in allen Schattierungen durch Stimmung und Symbolik dargestellt. Schonungslos hat sie ihre unsichtbaren Gefühle auf der Leinwand in die Sichtbarkeit gebracht. Frida Kahlos Fähigkeit sich selbst ehrlich wahrzunehmen und sich mit ihren Gefühlen auseinander zusetzen ist beeindruckend und einzigartig. Sie selbst sagte über ihren Kunststil:

„Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“

Frida Kahlos Kunstwerke faszinieren. Sicherlich wegen der malerischen Leistung und ihrem Talent. Vielmehr jedoch, weil Leinwand, Farbe und Pinselstriche ihre tiefe Innenwelt mit allen Emotionen darstellen. Beim Betrachten der Selbstbildnisse sehen Sie die „Wirklichkeit des Ich`s von Frida Kahlo“. Sie erahnen, was die unterschiedlichen Ereignisse ihres Lebens auf ihren inneren Persönlichkeitsebenen bewirkt haben. Sie erleben förmlich mit, welche Emotionen und inneren Bilder sie hatte. Die Kunstwerke sind intensiv, fesselnd und ziehen den Betrachter in den Bann. Genauso faszinieren ihre Persönlichkeit und ihr Leben.

In den Bildern von Frida Kahlo können Sie einiges von sich selbst erkennen. Versuchen Sie es und nehmen Sie sich Zeit für eine Selbstreflexion. Betrachten Sie in Ruhe das hier dargestellte Selbstbildnis.

1940, Frida Kahlo (1907 – 1954), The University of Texas at Austin

Halten Sie inne und fragen Sie sich, was das Dargestellte in Ihnen für Assoziationen auslöst.
Lassen Sie sich von den vielen Symbolen im Gemälde in Ihre eigene Bilderwelt versetzen. Was im Kunstwerk zieht Sie an? Was stößt Sie ab? Welche eigenen Persönlichkeitsanteile mit Stärken und Schwächen erkennen Sie beim Betrachten des Bildes? Wie wirkt sich dies auf Ihre Arbeitssituation aus? Nehmen Sie sich etwas Zeit um sich auf das Kunstwerk einzulassen und den Fragen und Ihren Assoziationen nachzugehen. Mit den vertieften Fragen verwandelt sich das Kunstwerk in einen Spiegel für Ihre eigenen inneren Persönlichkeits-
ebenen. Sie begegnen dem Dargestellten im Außen und wie von Zauberhand tauchen Sie ein in Ihre eigene Innenwelt.

Frida Kahlo hat uns ein Vermächtnis hinterlassen
das Seinesgleichen sucht. Sie war zu Lebzeiten erfolgreich und gewinnt von Jahr zu Jahr an internationaler Popularität. Ihre Geschichte und ihre Bilder wecken in den Menschen die Sehnsucht nach einem intensiven Leben voller Gefühle und Erlebnissen. Die westliche Welt mit der leistungs- und finanzorientierten Wirtschaft wendet sich dem Natürlichen und Lebendigen ab. Harte Faktoren und Messbarkeit dominieren die Wissenschaft.
Die expansionsgetriebene Wirtschaftswelt wird mehr und mehr oberflächlich, unverbindlich und inhaltslos. Entscheidungsträger und Führungskräfte brauchen Mut, wenn sie zu den eigenen Bedürfnissen stehen wollen. Der notwendige Wertewandel zu menschlichen Werten ist ein
schales Lippenbekenntnis.

Frida Kahlos Leben hat Vorbildcharakter. Die Wirtschaft braucht Vorreiter; Menschen, die kompromisslos zu sich stehen, auch wenn sie zu Außenseitern werden. Dabei geht es um die Entwicklung der eigenen Bedürfnisse und den damit verbundenen Talenten. Entscheidungsträger, die in Einklang mit sich sind und ihre eigene Berufung leben sind echt und charismatisch. Sie können Menschen mobilisieren und begeistern. Ihre Arbeitseinstellung und -herangehensweise wirken wie die Kunstwerke von Frida Kahlo: anregend und faszinierend.

Christine Kranz im Web
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BildnachweisSelbstbildnis MCMXLI, 1941, Frida Kahlo, The Jacques and Natasha Gelman Collection of 20th Century Mexican Art and The Vergel Foundation; Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Frida Kahlo, The University of Texas at Austin. Beide Gemälde finden Sie im Bank Austria Kunstkatalog Frida Kahlo.

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6 Kommentare

  1. Pingback: Tweets that mention Das Selbstbildnis von Frida Kahlo als Spiegel des Ich`s | Symbolon Blog -- Topsy.com

  2. Toll, dass hier über dieses Thema geschrieben wird. Als ich heute in Zürich am HBF die Zeitschriftenseiten überflog, fand ich eine da ging es auch um das Thema Authentizität und Erfolg. Die Hypothese: Je authentischer ein Mensch, desto kraftvoller seine Vorreiterrolle. Und als Beispiele erschienen dann die Fotos von Sebastian Vettel, Gauck etc.

    Ich habe 2004 ein Buch zum Thema „Authentizität versus Schauspielerei“ geschrieben. Das gibt’s hier zu kaufen: http://www.pabst-publishers.de/Psychologie/Buecher/3899671953.htm

    Beste Grüße aus Tübingen,
    Martin Emrich

  3. Hartwig sagt:

    Gefaellt mir gut der Blog. Schone Themenwahl.

  4. Ein toller Artikel. Zu ihren Worten:
    „Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“
    Frida Kahlo hat durch Ihre direkte und ehrliche Haltung, schonungslos das gemalt, was Ihre Wirklichkeit war. Den Mut zu haben, Ihr Innerstes nach Aussen zu bringen, ohne gefallen zu wollen, ist dieser Künstlerin in einem hohen Mass gelungen. Wenn wir von Authentizität sprechen, so ist Frida Kahlo ein Vorbild.

  5. Mich interessiert diese Diskussion, weil ich einerseits der Überzeugung bin, dass man sich nur weiterentwickeln kann, wenn man Zeit und Muse gefunden hat – und vielleicht auch ein bisschen Anleitung dazu – sich selbst wahrzunehmen und zu reflektieren, wie es einem geht in einer bestimmten Situation, welche Verhaltensweise welche wirkung hat(te) usw. und weil ich andererseits in meiner Arbeit mit Führungskräften häufig darauf stosse, dass diese für Selbstreflexion keinen Raum mehr zu haben glauben, kaum Anregungen und schon gar keine Anerkennung dafür bekommen – obwohl es so wertvoll wäre. Ergebnis von Selbstreflexion ist ja nicht nur, dass man sich zeigt, wie man ist, sondern dass man auch den Mut hat, zu sagen, wo man sich getäuscht hat oder wo man in eine Falle gegangen ist oder wo man sich verschätzt hat – das erkennen manche an, wenn das eine Führungskraft macht, viele aber nicht, weil es die illusorische Annahme gibt, Führungskräfte dürften keine Fehler machen usw.
    D.h. es geht nicht nur darum, wie bereit jemand ist, sich selbst zu reflektieren, sondern auch, wie das Umfeld darauf reagiert. Insofern kann man auch die Vorsicht verstehen, die manche haben, öffentlich darüber zu reden.
    Bin gespannt auf weitere Beiträge. und eine gute Woche
    Klaus Wagenhals, metisleadership GbR

    • Danke Herr Wagenhals für Ihre Ausführungen. Auch ich mache ähnliche Erfahrungen.
      Die Kompetenz zur Selbstreflexion wird in Zukunft zu einem Muss, wenn man an als Führungskraft oder Entscheidungsträger echt und glaubhaft sein möchte. Wenn ein Unternehmen sich entscheidet, dass die Mitarbeitenden selbstreflektiert sein sollen, kann dies als fester Bestandteil im Entwicklungsprogramm verankert werden. Dann wird die selbstreflektierende Haltung von Schwächen und Fehlern offener und immer natürlicher. Mit wenigen unterstützenden Maßnahmen verändern sich der Umgang und die Unternehmenskultur. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich die nächsten Jahre in der Wirtschaft einiges ändern kann.
      Meinen Beitrag zur “Selbstreflexion in der Wirtschaft” werde ich weiterhin mit großem Interesse und Begeisterung leisten.
      In diesem Sinne mit herzlichen Grüssen aus Wien,
      Christine Kranz, Symbolon AG

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