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16. Sep.

Von Perspektiven und Potenzialen

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Wie Sie mit Kunstwerken sich selbst und andere neu entdecken.

Die Sprache der Bilder ist mächtig. Meistens sprechen wir über Bilder im Sinne einer Botschaft, die das Bild uns vermitteln will oder die wir anderen mit einem Bild nahebringen wollen. Seltener kommen wir auf die Idee, dass wir über ein Bild mit uns selbst in Dialog treten können. Es gibt jedoch Kunstwerke, die förmlich dazu einladen, in sie einzutreten und darin zu wandeln, sei es weil sie große Harmonie und Ästhetik ausstrahlen, sei es weil sie über ihre räumliche Tiefe ein unendlich weites Feld andeuten. Diese Qualität bestimmter Kunstwerke kann uns durch einen Prozess der Selbstreflexion zu bisher nicht gesehenen Potenzialen führen. Wenn wir einem Bild spielerisch und intuitiv begegnen, kommen Dinge jenseits unserer bewussten Gedanken zum Vorschein. Es entsteht eine Geschichte über uns, die wir vorher nicht kannten und die uns andere Handlungsspielräume für die großen und kleinen Entscheidungen des Berufslebens aufzeigt. Die in der innovativen Symbolon®-Methode verwendeten Hafen- und Landschaftsbilder von Claude Lorrain sind besonders schöne Beispiele von Kunstwerken, die uns einladen in ihre Welt einzutauchen. Was mit einer harmlosen ästhetischen Frage beginnt, hat es in sich, sobald wir die Antworten weiterverfolgen, mit unseren Assoziationen und Ideen in der Sprache des Bildes spielen und die Metaphern auf unsere berufliche Situation übersetzen.

In einem Hafen von Claude Lorrain: Wo möchten Sie in diesem Bild sein?

Vier Fragen bringen den Reflexionsprozess in Gang:

  1. Wo in diesem Bild möchten Sie sein? Ihr bevorzugter Platz ist Ihre ganz eigene Wahl. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um den Ort, wo sie sich am wohlsten fühlen. Was gefällt Ihnen hier? Welche positiven Gefühle werden hier wach? Wie können Sie Ihre Wahl auf Ihre aktuelle berufliche Situation übersetzen?
  2. Was sehen Sie von dieser Position aus? Je nachdem, wo sie stehen, sehen sie unterschiedliche Bereiche des Bildes besser oder schlechter. Wie ist die Aussicht von ihrem gewählten Ort? Welche Sichtachse zeigt sich Ihnen? Was können Sie sehen und beobachten? Welcher Handlungsspielraum ergibt sich daraus für Sie?
  3. Was sehen Sie von dieser Position aus nicht? Egal, wo wir stehen, es gibt immer etwas, was sich unserem Gesichtsfeld entzieht. Ihre Position zeigt Ihnen sehr genau, was Sie nicht sehen können und wo Ihr Entwicklungspotenzial liegt. Was ist Ihr blinder Fleck? Welche Informationen entgehen Ihnen, und welche Folgen hat das in der Sprache des Bildes? Wie könnten Sie das Potenzial dieser Informationen „anzapfen“? Wer oder was müsste sich dazu möglicherweise im Bild bewegen, wie und wohin?
  4. Wie sehen andere auf dem Bild Sie in dieser Position? Als letztes betrachten Sie Ihre Position aus Sicht der anderen Bereiche im Bild. Wie sichtbar sind Sie für andere auf dem Bild? Wie nah oder wie weit weg sind Sie voneinander? Wie wirkt Ihre Position aus Sicht der anderen? Wie funktioniert die Kommunikation?

Im Bild mit 360° Feedback

Damit haben Sie ein kunstvolles 360° Feedback zum Platz Ihrer Wahl mit seinen Stärken, Schwächen und Potenzialen einschließlich Selbst- und Fremdwahrnehmung. Je unvoreingenommener Sie an die Übung herangehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie etwas Neues über sich selbst und Ihre Situation erkennen. Wenn Sie die Bildsprache auf Ihre berufliche Situation übersetzen, entstehen wie von selbst Ideen zur Ausschöpfung bisher nicht gesehener Potenziale. Ihr Handlungsspielraum zur Erreichung Ihrer Ziele erweitert sich.

Wie ist Ihr Team aufgestellt?

Die Kraft dieser Übung entfaltet sich auch, wenn Mitglieder eines Teams zunächst unabhängig voneinander ihren jeweiligen Platz wählen und anhand der obigen Fragen reflektieren. Im zweiten Schritt kann das Team seine Auswahl als Ganzes betrachten. Es erscheint eine neue Teamaufstellung, die so vorher nicht sichtbar war. Über die individuelle Positionierung hinaus kann ein Team erkennen, wie es innerhalb eines Bildes verteilt ist und welche Schwerpunkte sich dadurch für das Team ergeben. So können die obigen Fragen auch im Rahmen einer Teambildung durchgespielt werden um zu fragen, wo bisher nicht ausgeschöpfte Potenziale in der Zusammenarbeit als Team liegen. Ob allein oder im Team, durch die Reflexion unternehmen Sie eine ganz individuelle Reise durch das Bild, die sich aus Ihrer konkreten Situation heraus entwickelt. Bildhafte Metaphern entstehen wie von selbst, die sich nachhaltig einprägen und daher langfristig wirken können. Auf diese Weise kann Kunst ein integrierter Bestandteil Ihres Arbeitslebens werden.

Swaan Berrett im Web
swaan.barrett@organicstrategies.dewww.organicstrategies.de
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Bildnachweis: Claude Lorrain, Seaport with the Embarkation of Saint Ursula, (1824), National Gallery, London
Aus dem Buch „Durch Selbstreflexion zum Erfolg“, von Christine Kranz, © 2011 Symbolon Verlag, ISBN 978-3-9523631-0-2

10. Jul.

Dankbar für 3 erfüllte Jahrzehnte

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… mit unzähligen Chancen zur persönlichen und beruflichen Erweiterung!

Genau heute vor 30 Jahren, am 10. Juli 1989, habe ich in Vaduz mein Unternehmen für Beratung und Persönlichkeitsentwicklung gegründet. Mit viel Lebens- und Berufserfahrung im Gepäck verabschiedete ich mich damals vom elterlichen Unternehmen und von meinem Erstberuf. Ich startete in ein neues Leben. Von da an war es meine Vision, Menschen in ihrer Selbstentwicklung und Potenzialentfaltung zu begleiten.

Eine spannende und erfüllende Reise begann. Viele in meinem liechtensteinischen Umfeld reagierten auf meinen radikalen Change mit Unverständnis. Eine wertvolle Begleiterin war meine Mutter, die mich immer unterstützte, obwohl sie oft nicht verstand, was ich nun eigentlich machte. Ich war zu der damaligen Zeit eine Exotin, von der man glaubte, dass sie sicher bald wieder vernünftig werden würde. Doch es kam anders: Ich hatte von Beginn an mit meinen Beratungen großen Erfolg und blühte in meiner Aufgabe mehr und mehr auf. Mein Mut, meiner Berufung zu folgen, hat mir 3 lehrreiche und erfüllte Jahrzehnte mit vielen sensationellen Höhen und einigen lernintensiven Tiefen geschenkt.

Ich habe gelernt, meinen Gefühlen und Wünschen Raum zu geben. Meine Entscheidungen waren und sind Herzensentscheidungen. Obwohl ich immer wieder erlebt habe, dass mehr Vernunft hilfreich wäre, bin ich doch unverbesserlich und höre weiter auf die Stimme meines Herzens. Am wohlsten fühle ich mich in einer stimmigen und wohlwollenden Atmosphäre. Spüre ich Spannungen und Blockaden, so ist es mir ein Bedürfnis, die Hintergründe zu verstehen und meine eigenen Unsicherheiten zu überwinden. Dabei war mir immer bewusst, dass Klärung und Veränderung zuerst bei mir stattfinden muss. Für diese notwendige Selbstentwicklung habe ich mir eine wirksame Strategie festgelegt.

Seit ich 25 Jahre alt bin, ist mein Lebensmotto: „Der Weg geht immer der Angst entlang“. Ich erkannte, dass meine Ängste meist unbewusst und subjektiv geprägt sind. Dass, wenn ich meine damit verbundenen Muster und Glaubenssätze erkenne, ich sie auch umwandeln kann. Sobald ich, vor was auch immer, Angst habe, stelle ich mich fokussiert der Herausforderung. Dadurch erweitere ich unmittelbar im täglichen Leben meine Denk-, Fühl- und Handlungsräume. Dies hat sich für mich als der Entwicklungs-Booster schlechthin herausgestellt! Die persönliche und berufliche Grenzerweiterung verhilft mir zu Höchstleistungen. So wurde aus der begrenzten Liechtensteinerin ein nahezu unbegrenzter Weltenmensch. Mit sich selbst und Anderen auf der ständigen Suche nach Erkenntnissen und der Erforschung von Potenzialen. Dass ich das alles irgendwann erleben kann, hätte ich mir mit Anfang 20 nie vorstellen können.

Zentrale Meilensteine waren meine spannenden und lehrreichen Aus- und Weiterbildungen mit den allerbesten Expertinnen und Experten, unter anderem am Carl Gustav Jung Institut in Zürich. Die damalige absolute Krönung war die Entwicklung der Symbolon-Methode® und erfolgreiche Marktimplementierung in den Chefetagen von internationalen Konzernen. Darauf folgten die universitäre Evaluierung der Methode, die Gründung der Symbolon-Academy und damit die Ausbildung von Symbolon-SpezialistInnen. Im Laufe der Jahre konnte ich zwei Symbolon Bücher herausgeben und den Aufbau der E-Learning Plattform mit rund 60 Stunden Ausbildungsmodulen finalisieren. Bei all den Innovationen war und ist die Verbindung meiner zwei Herzensdisziplinen Psychologie und Kunst in der Wirtschaft meine Leidenschaft.

Dem Berufsbild des Business-Coaches bin ich zum ersten Mal um 2001 herum in Zürich, in Verbindung mit der International Coach Federation (ICF), begegnet. Ein aus England stammender ICF Coach hatte angefangen, regelmäßige Treffen zu organisieren. Rasch wurde der ICF Chapter Switzerland gegründet, in dem ich Mitglied wurde. Schon immer wünschte ich mir eine internationale Vernetzung. Die intensive Verbindung auch mit ICF Austria und ICF Germany brachten mich dann letzten November zu der ehrenamtlichen Aufgabe, für 3 Jahre im Präsidium des ICF Deutschland e.V. mitwirken zu dürfen. In meiner Vorstandsarbeit kann ich meine vielfältige Erfahrung und das Glück, welches ich als Coach erleben darf, der internationalen Coachingwelt zur Verfügung stellen. Als Präsidentin gehört es zu meinen Aufgaben, weltweit mit den Präsidentinnen und Präsidenten aus rund 145 Ländern zusammenzuarbeiten. Kommenden März findet die Jahrestagung in Texas statt – darauf freue ich mich schon riesig.

Mein Leben wurde durch die Arbeit mit Beratung, Reflexionscoaching und der Symbolon-Methode® vielfältig, herausfordernd und beglückend. Ich bin unbeschreiblich dankbar für die vielen wundervollen Menschen, die mit mir phasenweise und auch jahrzehntelang den Weg gegangen sind. Denn Begegnungen, Beziehungen, gemeinsames Wachsen und alles was ich mit und über Menschen lernen darf, sind mein Lebenselixier. So ist es mir ein großes Anliegen, allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern ein aus tiefstem Herzen kommendes DANKE auszusprechen. Ihr seid das Wichtigste und Wertvollste, was mich zu dem geformt hat, was ich heute bin. Ich freue mich auf alles Weitere, was entstehen darf und auf eine begegnungsreiche spannende Zukunft!

Christine Kranz im Web
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 Bildnachweis: Symbolon AG

1. Dez.

Mit Selbstreflexion zu Nachhaltigkeit

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Nachhaltige Entwicklung führt vom Mehr zum Wesentlichen und  ist der Schlüssel für gesundes unternehmerisches Wachstum. Dabei spielt der Mensch die ausschlaggebende Rolle. Denn er kann selbst entscheiden, sein von Technik und Fortschritt getriebenes Leben zu entschleunigen und sich auf die äussere wie auch auf seine innere Natur zu besinnen. Um dies zu erreichen, braucht es eine selbstreflektierte Lebenshaltung, die sich auf das Wesentliche ausrichtet. Hilfreich ist, wenn eine materielle Übersättigung das Bedürfnis nach Vereinfachung und Natur weckt. Dadurch werden sich immer mehr Menschen wieder ein Stück weit ihrer Natur gewahr und nähern sich ihr an. Dieser Weg ist nicht nur persönlich bereichernd, sondern auch die nahe liegende und vernünftige Lösung für viele gesellschaftliche und ökologische Probleme. Denn weniger ist oft mehr und ein Weg, der zurück zum Wesentlichen führt, ist logisch, Erfolg versprechend und bietet zudem eine höhere und ursprüngliche Lebensqualität. Der Mensch braucht nicht erst zu lernen, wie es sich anfühlt, natürlich zu sein und in Verbindung mit der Natur zu leben. Denn dies ist als Teil des Urwissens in jedem Menschen angelegt. Wann immer der Mensch sich für dieses Wissen öffnet und tiefgreifende Erfahrungen machen will: Er wird sich schnell wieder daran erinnern und es nutzen können.

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Es muss eine Richtung gefunden werden, die den Fortschritt im Einklang mit der Natur auch für künftige Generationen ermöglicht, und zwar mit dem Ziel, die Entwicklungen in adäquatem Masse und aus ganzheitlichen Betrachtungsweisen heraus zu betreiben. Der Mensch hat sich an ein komplexes Leben gewöhnt und dadurch vergessen, wie einfach das Leben in Wirklichkeit ist. In der Einfachheit und einer gesunden Reduktion auf das Wesentliche liegen die Essenz, die es ermöglicht, die Missstände des Fortschritts nachhaltig zu verändern und der Wohlstandsverwahrlosung entgegenzuwirken.

Die schnelllebige und getriebene Gesellschaft braucht Reflexionsräume und ein verstärktes Qualitätsbewusstsein im Sinne «weniger ist mehr» und «Qualität statt Menge». In der Überfülle der Angebote und Möglichkeiten ist eine bewusste Wahl für eine erfüllende Lebensgestaltung ausschlaggebend. Dazu gehört die Fähigkeit zu verzichten und Prioritäten zu setzen: Was und wie viel konsumiere ich? Was tut meinem Körper gut und was belastet ihn? Wie teile ich meine Zeit ein? Welche Menschen sind mir wichtig? Mit welchen Themen möchte ich mich vertieft auseinandersetzen? Wie ist meine innere Lebenshaltung und wie wirkt sich das auf meine Lebensgestaltung aus? Um zum Wesentlichen zurückzufinden, ist jeder Mensch eingeladen, wo immer es ihm möglich ist, seinen Weg und seine Haltung zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Es bedarf in vielerlei Hinsicht einer Entschleunigung und der aufrichtigen Beschäftigung mit sich selbst. Dazu ist es notwendig, viele von der Gesellschaft angestrebten Werte auch in ihren gegenteiligen Qualitäten als wertvolle Aspekte anzuerkennen. So muss der Weg beispielsweise immer wieder von einem Mehr zu einem Weniger führen, vom Komplexen zum Einfachen, vom Perfekten zum Unvollkommenen, von der Außenorientierung zur Innenorientierung, vom Egoismus zum Altruismus, von der Kompensation zur Kontemplation und von der Selbstverleugnung zur Selbstreflexion.

Um Wesentliches in der Aussenwelt und in Unternehmen gestalten zu können, muss der Mensch dies zuerst in sich selbst gefunden haben. Die Natur hilft dem Menschen dabei, sich auf die einfachen, natürlichen und logischen Dinge zu besinnen und die Komplexität bei Problemstellungen und Entscheidungsfindungen zu reduzieren. Genau in dieser Einfachheit liegen eine persönliche Entlastung und damit Kraftreserven und das Vertrauen, die laufenden Herausforderungen aktiv anzugehen und zu meistern. Denn jede Problemstellung trägt die Lösung in sich. Werden Probleme verdrängt oder ignoriert, sind meist persönliche Unsicherheiten und Ängste die Ursachen. Damit wird eine mögliche Früherkennung der Missstände verhindert und das Thema gewinnt mehr und mehr an Komplexität und destruktivem Einfluss. Hilfreich ist, das Tempo zu verlangsamen und mit ehrlichen und offenen Reflexionsprozessen Klarheit in die Kernthemen mit den Problemauslösern zu bringen sowie die Motive der Beteiligten zu verstehen und entsprechend zu berücksichtigen. Die Selbstreflexion ist dazu besonders gut geeignet, da sie auf direkte und einfache Weise wesentliche Botschaften zu Tage fördert, dadurch Entwicklung ermöglicht und neue Handlungsräume eröffnet.

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Vestige, Rob Mulholland, 2012, Public Art, Location: David Marshall Lodge Visitors Centre Aberfoyle, Scotland, U.K., www.robmulholland.co.uk

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