Schlagwort-Archive: Persönlichkeit

1. Jul.

Das starke Ich

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Selbstführung als erster Schritt

Authentisch sein, bedeutet noch lange nicht, ungefiltert alles der Welt zur Verfügung zu stellen. Und souverän werden wir erst dann, wenn wir unsere innere und somit auch äußere Steuerung bewusst gestalten.

Um führen zu können, auf aktuelle Anforderungen, komplexe Umwelten eingehen zu können und Menschen mit Strategien zu verbinden, ist die Selbstführung der erste Schritt, um wirkungsvoll zu sein.

Was muss man erfahren haben, um eine starke Führungspersönlichkeit zu werden?

…vor allem sich selbst
Dieses Selbsterfahren gelingt durch eigene, tiefe Auseinandersetzung mit sich und mit der eigenen Umwelt. Die Beschäftigung mit sich alleine macht jedoch noch keine starke Persönlichkeit aus. In der Begegnung mit anderen, dem Erkennen, wie man auf andere wirkt, was man bei anderen auslöst und welche Hinweise man dadurch über sich selbst bekommt, ist genauso wesentlich wie die Innenschau, die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Schwächen, Erwartungen an sich und die Welt und der Bereitschaft, sich darauf einzulassen – mit aller Konsequenz. Denn sich selbst erfahren und kennen lernen bedeutet auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten, den verdrängten Persönlichkeitsanteilen, den unbewusst verborgenen Bereichen. Und diese Reise ist ein eigenes Abenteuer, erkenntnisreich, teilweise auch verunsichernd und nicht nur angenehm.

Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste. Lorenzo LippiWenn wir das Kunstwerk betrachten: Was sehen wir? Eine starke Frau, mit klarem Blick. Sie wirkt präsent und weich, offen und hält Distanz. In der linken Hand hält sie einen geöffneten Granatapfel – ein Sinnbild für Vollkommenheit, ein Symbol für Einheit in der Vielheit, für Fülle und für schöpferische Gestaltungskraft. In der rechten Hand zeigt sie ihre Maske. Sie selbst entscheidet, wann sie die Maske aufsetzt und wann sie ihr Inneres zeigt.

Das Wissen über die eigene Persona – unser im außen sichtbares Ich – und die Fülle unserer inneren Persönlichkeit ist ein wesentlicher Aspekt. Bewusst zu steuern was wir wann und vor allem wie nach außen bringt macht uns stark.

Eine Prise Psychologie – Persona
Persona bezeichnete ursprünglich eine im antiken griechischen Theater von den Schauspielern verwendete Maske. In der Tiefenpsychologie gilt die Persona als „äußere Persönlichkeit“ als eine Voraussetzung der Möglichkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt. Gleichzeitig dient sie auch als eine Art Hülle der inneren Persönlichkeit zum Schutz des „individuellen Ichs“ und gibt ihm die nötige Distanz.

Nicht alle stark wirkenden Menschen sind auch starke Persönlichkeiten. Denn eine Ich-Stärke ist nicht nur erkennbar an oberflächlicher Stärke sondern an tiefer Erkenntnis. Mit der Persona möchten wir im Außen bestätigt werden. Wir zeigen uns mit den idealen Facetten unserer Persönlichkeit. Was aber nicht ideal an uns ist, bleibt verborgen. Eine starke Persönlichkeit weiß sowohl über ihren äußeren, bewussten Charakter Bescheid und setzt sich auch mit ihrem eigenen inneren, unbewussten Charakter und Schattenanteilen auseinander und steuert bewusst die Verbindung von innen nach außen. Denn nicht alles, was für uns sichtbar und spürbar ist, ist auch immer sinnvoll, ungefiltert nach außen zu bringen.

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten.

shoadowland

Der oben erwähnte „Schatten“ ist nicht als Wertung zu verstehen, sondern bezeichnet lediglich die unbewussten Anteile unseres Selbst. Der Schatten löst sich nicht von uns, sondern begegnet uns in unseren Projektionen. Wenn wir unseren Schatten nicht in unsere Persönlichkeit integrieren, schwächt uns das. Reife Persönlichkeiten sind nicht schattenlos, sondern sind sich ihrer Schattenanteile bewusst, wissen über eigene innere Prozesse, und wie diese im außen wirken Bescheid, und haben somit eine tiefere Erkenntnis über sich und die Begegnung mit anderen. Das macht uns dann weniger „ideal“, dafür aber lebendiger, menschlicher und toleranter. ” (Verne Kast)

Kennen Sie Peter Schlemihls wundersame Geschichte von Adelbert von Chamisso? Der Mann, der seinen Schatten für Gold verkauft und erfahren muss, dass er ohne Schatten unvollkommen ist. Den eigenen Schatten loswerden? Nein, versuchen Sie es gar nicht – die Mühe kann sich niemals lohnen und es würde etwas Wesentliches fehlen.

Projektion

Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul aus als über Peter. (Baruch de Spinoza)

I see you

Die Analytische Psychologie geht davon aus, dass wir insbesondere unseren Schatten nach außen projizieren. Projektion bezeichnet den Mechanismus, dass wir etwas, das wir bei uns selbst nicht sehen können, in unserer Umwelt wahrnehmen.

Das kann sich zum Beispiel so zeigen, wenn jemand, der Aggression projiziert, sich ständig darüber beklagt, wie aggressiv alle Menschen in seiner Umgebung sind, sich selbst für den friedliebendsten Menschen der Welt hält. Eine Führungskraft, die den eigenen Zugang zu ihren tiefen Gefühlen nicht zulässt, ist irritiert, wenn ihre Mitarbeitenden starke Emotionen zeigen, da sie für sich selbst einen hohen Anspruch an Kontrolle hat. Ein Manager, der sich wundert, warum sein Team hohe Abhängigkeit zeigt, wenn es um Entscheidungen geht, projiziert unter Umständen sein eigenes Bedürfnis, gebraucht zu werden, nach außen und lehnt es gleichzeitig innerlich ab. Auch ungelebte positive Gefühle können nach außen projiziert werden, wie zum Beispiel die volle Bewunderung für eine mutige Kollegin oder die Begeisterung für einen durchsetzungsstarken Kollegen.

Nicht alles ist Projektion. Doch dort wo wir starke Gefühle in uns bemerken oder wiederkehrende Themen erleben, könnte es sich lohnen, genauer hinzusehen, zu beobachten, was wir möglicherweise nach außen projizieren und auch zu erkennen, wo wir uns selbst als Projektionsfläche für andere anbieten.

Warum ist es sinnvoll, sich selbst besser kennen und verstehen zu lernen?

Mahamtma Gandhi hat gesagt: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“ In diesem Zusammenhang ist Selbsterkenntnis also nicht nur der Schlüssel zu uns selbst, sondern auch ein Schlüssel für die Welt. Selbsterkenntnis macht uns innerlich freier. Ein Potential, das wir dann nicht nur eigennützig verwenden, sondern auch als Stärke nach außen bringen können. Die großen Überschriften „Sinnvoll und verantwortlich handeln“, „souverän sein“, „Anteil nehmen“, „einen Beitrag leisten“ in uns zu finden, drückt sich dann auch in einer Stärke aus, wie es die Welt braucht.

Und damit es auch ernst endet: „Wer nicht über sich selbst lachen kann, der nimmt das Leben nicht ernst genug“. Vergessen Sie also nicht, neben dem Erlangen von Tiefe und Reife ausreichend Unreife und Leichtigkeit sich selbst und anderen gegenüber zu bewahren.

Elisabeth Sechser im Web
elisabeth.sechser@sichtart.at ∙ www.sichtart.at
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Bildnachweis: Kunstwerke: Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste, Lorenzo Lippi (1606-1665), Musée des Beaux Arts; Die Illustration „I see you“, nuvolanevicata, Fotolia; Foto: Shadowland, Sebastian Konopka

Quellen-Auszug:  Symbolon AG, synTeam Dr. Kraft, changeX – in die Zukunft denken, Jung, Carl Gustav: Psychologie und Alchemie., Jacobi, Jolande: Die Psychologie von C.G. Jung. Eine Einführung in das Gesamtwerk. Verena Kast: Der Schatten in uns, Die subversive Lebenskraft

9. Feb.

Mehrdimensionales Coaching mit Achtsamkeit und Wertfreiheit

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Sensibel, fragil und höchst leistungsfähig

Der Mensch ist ein komplexes Wesen. Wie schaffen Coaches die verschiedenen Ebenen und Dimensionen zu beleuchten? Den Kunden gerecht zu werden, sie in ihrer mehrdimensionalen Welt abzuholen und zu begleiten?

Ich lade Sie zu einer Videoanimation (20 sec.) über die neuronale Aktivität des Hirns ein. Wenn Sie in den Vollbildmodus wechseln, erleben Sie die Hirnaktivitäten intensiver. Vielleicht möchten Sie beobachten, was der Film in Ihnen auslöst und versuchen, den Prozess und das Wesen des Hirns zu erfassen:

 

Was sind Ihre spontanen Gefühle und Gedanken?
Was braucht das Hirn für seine Regeneration und Entwicklung?
Was brauchen Sie für Ihre Weiterentwicklung?

Jedes Hirn ist ein vielschichtiges und komplexes Werk. Sensibel, fragil und hoch leistungsfähig. Wenn Coaching und Trainings auf verändertes Verhalten abzielen, wird der Mensch vordergründig und kurzfristig in seiner Herangehensweise gepuscht, jedoch innerlich in der Psyche durch Botschaften wie „ich bin nicht ok“, „ich muss die Erwartungen erfüllen“ oder „mit mir stimmt etwas nicht“ verunsichert. Interventionen, die mit Erfolgsdruck und Motivationsmodellen manipulieren und indirekt Ängste schüren, bringen Menschen immer mehr von dem, was sie sind, weg. In unserer Kultur wird schon jungen Menschen erklärt, dass sie im Sinne „höher, schneller, weiter …“ sein sollen und was von ihnen erwartet wird. So werden Menschen durch die Erfüllung von Erwartungen und künstliche Anpassung innerlich immer mehr verunsichert.

Das Ergebnis ist, dass zum Beispiel eine Führungskraft, die innerlich unsicher ist, kompensiert, indem sie machthungrig das Umfeld ausnützt und distanziert bleibt. Um innere Ängste nicht zu spüren und „zu überleben“ entscheidet und handelt sie für den eigenen Vorteil und kann so in eine destruktive Maßlosigkeit geraten. Genauso kann es sein, dass eine andere Führungskraft, die innere Unsicherheit, durch eine überkritische Haltung kompensiert. Im Wunsch Gutes zu tun und „die Welt retten zu wollen“ kann auch sie egozentrisch und unnahbar wirken. Die Kompensationsmöglich-keiten sind vielschichtig und unterschiedlich. Für alle gilt: Je stärker ein Mensch unbewusst und auf Kosten anderer kompensiert, je schwächer ist seine innere Persönlichkeitsentwicklung.

Coaches brauchen psychologische Kenntnisse und Erfahrungen, um die vielfältigen Kompensa-tionen zu erkennen. Mit einer sensiblen und empathischen Begleitung können sie Kunden höchst wirksam in ihre inneren Ebenen führen. Dazu müssen sie mit den Kunden ohne Erwartungen und Wertungen die versteckten Unsicherheiten und Muster beleuchten. Die Kunden werden durch den eigenen Reflexionszugang und neue Erfahrungen gestärkt. Die persönliche Geschichte mit allen Ereignissen ist im Hirn abgespeichert und ermöglicht in integrierter Form Potenziale frei zu setzten. Wenn es gelingt, wesentliche und tiefe Selbsterkenntnisse zu erlangen, geschieht wie von selbst ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung.

Damit Coaches dem mehrdimensionalen Menschen gerecht werden können, ist die eigene Persönlichkeitsentwicklung unerlässlich. Neben hoher Fachkompetenz brauchen sie Reflexionskompetenz, Achtsamkeit und Hingabe. In Coaching-Prozessen, welche mit Wertfreiheit geführt werden, entwickeln sich Menschen wirksam aus sich heraus weiter. Verdrängte oder unbewusste Unsicherheiten, die sich im Hirn als destruktive Muster „Fehlschaltungen und Blockaden“ manifestiert haben, können sich lösen und wandeln. Wird der Fluss in der menschlichen Schaltzentrale hergestellt, wird auch der Lebensfluss mit allen Funktionen und Zugängen befreit. Coaching mit Empathie und Tiefe öffnet den Menschen für echte Selbstreflexion, welche seine individuelle innere Ordnung herstellt und seine Mehrdimensionalität in Einklang bringt.

Weiterführende Informationen
Maintaining and promoting excellence in coaching – der Code of Ethics vom ICF
Reflexionskompetenz trainieren – der Symbolon-Lehrgang

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Filmnachweis: © Shutterstock: Neuronal Activity

27. Jan.

Wie Schieles Werke psychologische Kompensationen aufzeigen

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Mit hohem Bewusstseinsgrad differenziert und authentisch führen

Im Zusammenhang mit Führung und Karriere werden psychische Krankheiten wie Depression, Ich-Schwäche, Persönlichkeitsstörung, Burnout-Syndrom und Narzissmus oft selbstverständlich verwendet. Entsprechend hat der Begriff der Resilienz kometenhaft an Prominenz gewonnen. Was schnell und oberflächlich thematisiert und schubladisiert wird, kann in keiner Weise den Betroffenen gerecht werden. Das Innenleben und die daraus resultierende Außenwirkung sind das Ergebnis einer langen unvergleichlichen Lebensreise. Die Summe aller Erlebnisse macht die Einzigartigkeit des Menschen aus. Mit all seinen unverarbeiteten Schwächen, gelebten Stärken und angelegten Potenzialen.

Um die inneren Potenziale freizulegen, bedarf es einer tiefgreifenden Persönlichkeitsentwicklung. Dazu gehört die reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche. So selbstverständlich wie Körperpflege und -hygiene kultiviert werden, verlangt auch die Bearbeitung der psychischen Ebene nach differenzierter Aufmerksamkeit mit Fokus auf Selbstentwicklung. Wer die „Psychohygiene“ mit den darin enthaltenen Ängsten, Mustern und Schwächen vernachlässigt oder sogar negiert, riskiert mit der Zeit psychisch und körperlich instabil und krank zu werden.

Vor 100 Jahren stellte der österreichische Künstler Egon Schiele mit intensivster Ausdruckskraft psychologische Inhalte dar. Der folgende Exkurs mit zwei seiner Selbstportraits zeigt mit Hilfe von symbolischer Übersetzung und assoziativer Betrachtung tiefsinnige Themen und Entwicklungspotenziale auf. Dabei werden nicht Schieles Gedanken interpretiert sondern vielmehr auf die Symbolik und eigenen Empfindungen, welche das Dargestellte auslöst, geachtet. Lässt sich der Betrachter auf persönliche Assoziationen ein, gelingt es ihm innere Muster und Prozesse zu Tage zu fördern.

Selbstportrait, 1910, Egon Schiele, Privatsammlung

Dieses 1910 entstandene Selbstportrait symbolisiert durch die prägnante Formgebung und intensive Kolorierung des Kopfes, der Hand und des am unteren Bildrand angedeutet Beines die Ausprägung der intellektuell steuernden Fähigkeiten sowie der Handlungskraft und Fortbewegung. Die kantig geführten Linien, der starke Ausdruck des Gesichtes und die roten Augen stellen Unsicherheit genauso wie Dominanz dar. Schiele verzichtet gänzlich auf die Ausmalung des Gewandes. Dies assoziiert einen reduzierten Korpus oder eine schwebende Hülle die, im Gegensatz zu Kopf und Gliedmaßen, unfassbar wirkt.

Diese Leere steht sinnbildlich für Menschen, deren innere persönliche Bereiche der Gefühle, Bedürfnisse und Instinkte inhaltslos und unerfüllt bleibt. Sie haben durch die Identifizierung mit der Leistung und den Erfolgen im Außen den Kontakt nach Innen verloren. Meist sind diese Menschen abhängig von der Rückmeldung Anderer und funktionieren daher reaktiv und undifferenziert.

In der nach außen gerichteten Wirtschaftswelt der Superlative von mehr, schneller und grösser wird die Innenschau gänzlich an den Rand gedrängt. Die innere Stimme verstummt und Sinnfragen bleiben unbeantwortet. Die ursprüngliche Lebensquelle und -kraft versiegt. Die Psychologie bietet Wege nach Innen und gibt Antworten auf psychodynamische Prozesse, die im Menschen wirken und laufend von außen angestoßen werden. Denn alles, was einen Menschen bewegt, sei es in angenehmer oder unangenehmer Weise, hat mit ihm selbst zu tun. Mit einem niedrigen Bewusstseinsgrad wird das eigene Problem auf andere projiziert und das Konfliktpotenzial erhöht, was wiederum erschwert konstruktive Lösungen zu finden. So wird zum Beispiel auf kritisches Feedback mit Verteidigung reagiert. Mit einem hohen Bewusstseinsgrad gelingt es, die subjektive Kränkung zu reflektieren und zu verstehen, dass zum Beispiel der mangelnde Selbstwert zu dem Schmerz und der Abwehr führte. Die selbstverantwortliche Auseinandersetzung mit dem ausgelösten inneren Muster und dem darin enthaltenen Entwicklungspotenzial wird bearbeitet. Zum Beispiel kann daraus ein gesundes Ich-Bewusstsein erwachsen. Entsprechend wird das Ereignis mit allen Beteiligten objektiv bearbeitet und eine adäquate Weiterentwicklung und Gestaltung der Arbeitssituation bewirkt.

Selbstbildnis in oranger Jacke, 1913, Egon Schiele, Albertina, Wien

Im diesem, 3 Jahr später entstandenen, Selbstportrait hebt Schiele mit der Gestik und Kolorierung in gegensätzlicher Weise, als im vorherigen Werk, symbolische Inhalte hervor. Das orangene Gewand steht für starke, persönliche Bezogenheit zur emotionalen, körperlichen und instinktiven Lebenskraft. Der sinnliche Gesichtsausdruck mit den geschlossenen Augen stellt die ganz nach Innen gerichtete Aufmerksamkeit dar. Durch die Stirnfalten erscheint die Innenschau keineswegs passiv sondern vielmehr ein Suchen und Ringen um tiefere essenzielle Erkenntnisse.

Richtet ein Mensch die selbstkritische Auseinandersetzung zu stark nach Innen mit zu wenig Distanz zum subjektiven Empfinden, kann dies auf die spontane Potenzialentfaltung hemmend wirken. Ständige Selbstzweifel und Hinterfragung absorbieren die Kraft, die für eine lebendige Gestaltung im Außen notwendig wäre.

Die ausbalancierte psychologische Auseinandersetzung mit sich selbst ist für Führungskräfte und Entscheidungsträger ein unschätzbarer Gewinn. Denn jeder hat seine Sonnenseiten und auch Schattenthemen, die sich bei Verdrängung destruktiv, verhindernd und kraftraubend auswirken. Auch wenn sehr schwierige Menschen relativ gut mit sich selbst klar kommen, so stellen sie meist für das Umfeld, speziell in ihrer Rolle als Vorgesetzte, eine unerträgliche Belastung dar. Sind sie zusätzlich von einer egoistischen Omnipotenz eingenommen, sind sie sich der Verantwortung und dem Schaden, den sie anrichten nicht bewusst. Wenn beim Einzelnen zu viele Belastungsfaktoren zusammen kommen, kompensiert die Psyche mit Gegenreaktionen oder bricht zusammen.

Die Entwicklung von inneren Prozessen sollte durch Coaches und Begleiter mit hoher psychologischer Kompetenz durchgeführt werden. Dabei spielt deren eigene Reflexionskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung eine entscheidende Rolle. Denn nur wer selbst seine Tiefen erforscht und integriert hat, kann Andere sicher in ihrer tiefen Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung begleiten. Der Weg nach Innen lohnt sich nicht nur für die Betroffenen. Auch die Unternehmen profitieren. Denn Führungskräfte und Entscheidungsträger bekommen durch die ernsthafte, individuelle Auseinandersetzung Stärkung und Unterstützung. Sie sind in ihrer Haltung und all ihren Handlungen klarer, entscheidungsstärker und authentischer. Unermesslich viele wertvolle Potenziale liegen auf den inneren Ebenen brach und warten darauf aktiviert und im Außen genutzt zu werden.

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Selbstportrait, 1910, Egon Schiele, Privatsammlung;  Selbstbildnis in oranger Jacke, 1913, Egon Schiele, Albertina, Wien

8. Apr.

Kunstcoaching & Art4Reflection

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Wie ein Kunstwerk durch Reflexion Erkenntnisse zu Tage führt 

Von einem erfolgreichen Coaching erwarten sich Kunden einen Perspektivenwechsel und tiefgreifende Erkenntnisse. Die zum Teil verstellte Sicht auf Wesentliches soll frei werden. In kurzer Zeit soll möglichst klar sein, was im Bezug zu den aktuellen Herausforderungen, die persönlichen Entwicklungsschritte sind und wie der Umgang mit dem Umfeld gelingt.

1928, René Magritte

Ein Kunstwerk wie zum Beispiel dieses von René Magritte eignet sich ideal für eine Reflexion von Kommunikations-themen. Ihre Situation im Arbeitsprozess mit den spezifischen Herausforderungen wird mit dem Kunstwerk verbunden. Anhand von Fragen wie zum Beispiel „Was löst das Kunstwerk in Ihnen aus?“, werden Ihre Assoziationen abgefragt und damit die eigenen Befindlichkeiten beleuchtet. Auch vertiefende Fragen wie zum Beispiel „Wie erleben Sie dies in Ihrer Arbeitssituation?“, „Welche Kommunikationsmuster können Sie bei sich selbst und in Ihrem Umfeld erkennen?“ und „Was würde den Menschen hier im Kunstwerk helfen?“ eröffnen neue Sichtweisen. Dabei gibt es keine richtigen und falschen Antworten. Sie aktivieren Ihre inneren Bilder und erkennen die tiefere Bedeutung.

Die individuelle Führung des Coachingprozesses ist auf Selbstreflexion und Selbsterkenntnis ausgerichtet. Mit dem assoziativen Einlassen auf die Bilderwelt steigen fast wie von selbst Lösungsbilder auf, die es Ihnen leicht machen, konkrete Maßnahmen zu formulieren und anschließend umzusetzen. Die Einzigartigkeit der Kunstwerke macht tiefgreifende und berührende Erkenntnisprozesse möglich. Wertfrei halten Kunstwerke den Spiegel vor und unterstützen Mustererkennung und -wandlung.

Mehr zur Wirkungsweise von Kunstwerken in Reflexionsprozessen erfahren Sie im Blogartikel
„Wie Kunst zur Selbsterkenntnis beiträgt“.

 

Art4Reflection_workshop

Veranstaltungsreihe Art4Reflection @lunchtime

Art4Reflection @lunchtime verwandelt Ihre Mittagspause in einen Coachingraum. Raum um an- und innezuhalten und Ihre Themen zu reflektieren. Es werden Museums-Veranstaltungen in Vaduz, Bern, Zürich, Wien, Berlin, München, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Stuttgart und London angeboten.
Detailinformationen finden Sie auf www.symbolon.com/lunchtime

Christine Kranz im Web
christine.kranz@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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Bildnachweis: Die Erfindung des Lebens, 1928, René Magritte, Privatsammlung, Brüssel; Veranstaltung Art4Reflection Alte Nationalgalerie in Berlin, 2013, (c) Symbolon AG

26. Sep.

Selbstmanagement-Kompetenz

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Kernkompetenz von Führungskräften und Mitarbeitenden in der heutigen Arbeitswelt 

Die heutige Zeit ist geprägt durch eine zunehmende Verfügbarkeit und Komplexität von Informationen und Wissen sowie eine fortwährende Dynamik des Wandels in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Die wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen führen in den Unternehmen zu permanenten und beschleunigten Veränderungsprozessen und fordern eine stetige Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen.

Selbstmanagement

Mitarbeitende müssen in der Lage sein, sich von vertrauten Strukturen zu lösen, traditionelle Denkhaltungen zu hinterfragen, und den Mut haben, neue Wege zu beschreiten, z. B. beim Verlust des Arbeitsplatzes. Das hohe Mass an Flexibilität, das von den Unternehmen gefordert wird, stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeitenden. Der Kostendruck auf den Märkten führt dazu, dass mit weniger Personal in kürzerer Zeit die gleichen oder gar wachsende Aufgaben zu bewältigen sind. Der zunehmende Druck erfordert ein konsequentes Selbstmanagement. Denn: Wird der Druck zu hoch, kann die damit verbundene Überforderung zu Erschöpfungszuständen, Depressionen, psychosomatischen Beschwerden oder Krankheit führen.

Ziel von Selbstmanagement-Kompetenz ist, Leistungsfähigkeit (Wissen, Kompetenzen, Arbeitsmarktfähigkeit, Gesundheit, mentale und körperliche Fitness), Leistungsbereitschaft (Identifikation, Engagement), Wohlbefinden und Balance zu fördern und langfristig zu erhalten.
Selbstmanagement ist gelebte Selbstverantwortung.

Im Modell der Selbstmanagement-Kompetenz sind wesentliche Aspekte eines effektiven Selbstmanagements umfassend integriert. Es dient als Grundlage, um Selbstmanagement-Kompetenz auf individueller und organisatorischer Ebene gezielt und ganzheitlich zu fördern. Das Modell unterscheidet drei Ebenen und neun Bausteine. Die neun Bausteine repräsentieren die zentralen Themenbereiche der Selbstmanagement-Kompetenz. Selbstverantwortung, Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung bilden das dynamische Kernmodell und sind Bedingungsfaktoren, damit Selbstmanagement wirkungsvoll gelebt und umsetzt wird.

  1. Selbstverantwortung: heisst, für sich und die eigenen Bedürfnisse, Werte, Grenzen und Ziele im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Fremdbestimmung einzustehen und Verantwortung für die eigene Lebensgestaltung zu übernehmen. Selbstmanagement ist nicht delegierbar.
  2. Selbsterkenntnis: beinhaltet, die eigene Lebensgestaltung umfassend zu reflektieren, vorhandene Stärken und Potenziale zu erkennen und zu definieren, welche Ziele im Berufs- und Privatleben – in Abstimmung mit den vorhandenen Bedürfnissen, Werten und Möglichkeiten – sinnvollerweise zu realisieren sind.
  3. Selbstentwicklung: bedeutet, sich neue Verhaltensweisen anzueignen, Einstellungen und persönliche Grenzen zu verändern, Kompetenzen zu erweitern, neue Laufbahn- und Entwicklungswege zu suchen, Lebenspläne umzugestalten und letztlich als Mensch zu wachsen. Lebenslanges Lernen ist hierzu Voraussetzung.
  4. Ziele: haben eine handlungsregulierende Funktion. Wirkungsvolle Ziele sind realistisch sowie intrinsisch motivierend. Menschen brauchen die Fähigkeit, definierte Ziele mit Engagement und Beharrlichkeit zu verfolgen, aber auch die Bereitschaft, unerreichbar gewordene Ziele wieder loszulassen.
  5. Zeit und Informationen: Menschen treffen fortwährend bewusste und unbewusste Entscheidungen über ihre Zeitverwendung und Zeiteinteilung. Es braucht Klarheit, wie die verfügbare Zeit sinnvollerweise eingesetzt und welche Qualität im Zeiterleben realisiert werden soll. Entscheidend ist, den wesentlichen Dingen im Privat- und Berufsleben bei der Zeitgestaltung Priorität einzuräumen.
  6. Physische und psychische Gesundheit: Gesundheitsförderliches Verhalten beinhaltet, Ressourcen konsequent zu aktivieren und zu nutzen. Hierzu gehört beispielsweise, Massnahmen zum Aufbau von Energie, Kraft und Vitalität oder zum Abbau von Belastungen und Stress gezielt in den Alltag zu integrieren. Wichtig ist,  belastende Faktoren im Privat- und Berufsleben zu erkennen und abzubauen sowie Warnsignale des Körpers ernst zu nehmen.
  7. Soziale Beziehungen: gehören zu den wichtigsten Ressourcen überhaupt. Es braucht die Fähigkeit, soziale Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, die nährend, unterstützend und inspirierend sind. Entscheidend ist, ausreichend Zeit mit Menschen zu verbringen, die wichtig sind und Freundschaften auch bei hoher Arbeitsbelastung nicht zu vernachlässigen.
  8. Selbstkontrolle und Selbstregulation:  ermöglicht, das eigene Verhalten so zu steuern, dass Ziele auch erreicht werden. Hierzu gehört einerseits, die Willensanstrengung aufzubringen, vorhandenen Ablenkungen im Innen und Aussen entgegenzuwirken – auch wenn andere Bedürfnisse dabei zurückgestellt werden müssen. Andererseits braucht es die Fähigkeit, Emotionen mittels verschiedener Strategien gezielt zu regulieren (Selbstmotivierung und Selbstberuhigung).
  9. Zahlreiche weitere relevante Aspekte der Persönlichkeit wie etwa Selbstwirksamkeits­erwartung, Optimismus oder Kohärenzvermögen haben einen Einfluss darauf, wie Selbstmanagement-Kompetenz im Alltag erlebt wird. Es ist entscheidend, die Wirkung von Persönlichkeitsaspekten zu erkennen und mittels Persönlichkeitsentwicklung positive Aspekte zu fördern und Regulationsmechanismen zu erlernen, um negative Wirkungen situativ zu minimieren.

Da zahlreiche Einflussfaktoren auf das persönliche Selbstmanagement einwirken, gestaltet sich die Umsetzung oftmals als anspruchsvoller und teilweise auch als schmerzhafter Prozess. Selbstmanagement hat mit klaren Entscheidungen zu tun, mit Verzichten-Können. Es zeigt sich in Seminaren und Coachings immer wieder, dass Menschen eigentlich genau wissen, welche Bereiche es zu verändern gilt. Die eigentliche Hürde liegt oftmals im Schritt vom Wissen zum Tun. Auf der Umsetzungsebene ist deshalb besonders die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Selbstregulation gefordert. Die Ausrichtung der Lebensgestaltung an einem persönlichen Leitbild hilft, die Kraft und den Mut zu finden, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Nicht immer sind grosse Schritte notwendig. Häufig reichen kleine, unspektakuläre Veränderungen, um eine entscheidende Wirkung zu erzielen, etwa die konsequente Integration von Bewegung in den Alltag, das Festhalten an Treffen mit Freunden, eine tägliche To-do-Liste, der Besuch einer Weiterbildung oder die Entscheidung, Dinge nicht persönlich zu nehmen.

Selbstmanagement ist ein lebenslanger und vor allem dynamischer Prozess, der aus vielen Schritten besteht. Wichtig ist, jeden noch so kleinen Schritt in die angestrebte Richtung wertzuschätzen und sich bewusst zu sein, dass jeder Tag eine neue Chance bietet, das Leben in die Richtung zu lenken, die mit den eigenen Werten und Bedürfnissen kongruent ist und so Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Wohlbefinden und Balance langfristig zu stärken.

Prof. Dr. Anita Graf 
anita.graf@fhnw.ch ∙ www.fhnw.ch

Literatur:

Graf, Anita (2013): Sich selbst wirkungsvoll führen. Die Selbstmanagement-Kompetenz zu fördern ist entscheidend, um Leistung und Wohlbefinden im Unternehmen zu erhalten, in: io management, März/April.

Graf, Anita (2012): Selbstmanagement-Kompetenz in Unternehmen nachhaltig sichern. Leistung, Wohlbefinden und Balance als Herausforderung. Springer Gabler, Wiesbaden.

11. Nov.

„Tierisches Potenzial“

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Durch Selbstreflexion mit Tierbildern eigene Potenziale aufspüren und entwickeln

Seit 11 Jahren ist die Selbstreflexion mit Tierbildern wichtiger Bestandteil der Symbolon-Methode® und findet sich als einer von 17 Bereichen in der Potenzialanalyse Symbolon-Profil Intensiv wieder.

In erster Linie geht es bei der Selbstreflexion mit einem Tierbild immer darum zu erkennen,
was jemand im jeweiligen Tier sieht und welche Fähigkeiten, Stärken und Schwächen dem Tier zugeschrieben werden. Erst in zweiter Linie ist es wichtig, wie sich das Tier tatsächlich verhält
oder wie es lebt. Es gibt keine richtigen, guten oder optimalen Assoziationen und Interpretationen eines Tieres. Jeglicher Gedanken- und Gefühlsimpulse zu einem Tierbild ist ein Schritt hin zur persönlichen Erkenntnisfindung.

Eine genaue Anleitung zu diesem spielerischen Prozess der Erkenntnis- und Lösungsfindung gibt es ab sofort in dem neuen Buch „Tierisches Potenzial“ von Christine Kranz.

aus dem Buch Tierisches Potenzial von Christine Kranz, Symbolon Verlag

„Tierisches Potenzial“ lädt Sie zur Selbstreflexion mit dem Kunstwerk „Orpheus und die Tiere“ von Paulus Potter ein und unterstützt Sie mittels Informationen, Anwendungsbeispielen und Arbeitsunterlagen Ihren persönlichen Reflexionsprozess erfolgreich zu gestalten.

Heute hat die Autorin Christine Kranz gemeinsam mit der Grafik Designerin Charmian Wachter das neue Buch im Kunsthaus in Vaduz (Liechtenstein) vorgestellt.

Im 5-minütigen Kurzfilm zur Buchpräsentation gibt die Autorin Informationen zum Entstehungsprozess des Buches, erklärt das grundlegende Prinzip der Selbstreflexion mit Tierbildern und beschreibt ein anschauliches Beispiel.

Selbstreflexion mit Tierbildern, Symbolon Verlag, Christine KranzAktuelle Informationen, Inhaltsverzeichnis, Arbeitsunterlagen und Leseproben sowie Bestellmöglichkeit finden Sie auf www.tierisches-potenzial.com

Mit dem Kauf von „Tierisches Potenzial“ unterstützen Sie die wertvolle Arbeit der Sinn Stiftung www.sinn-stiftung.eu, denn 1 CHF pro Buch wird für Projekte zur „Potenzialentwicklung von Kindern und Jugendlichen“ gespendet.

Haben Sie Fragen zur Selbstreflexion mit Tierbildern?
Oder möchten Sie einen weiteren Gedanken zum Thema einbringen?

Nutzen Sie die Kommentarfunktion um einen Austausch zu beginnen. Wir freuen uns auf das virtuelle Gespräch.

Bildnachweis: Gemälde und Buchcover „Tierisches Potenzial“: Orpheus und die Tiere, 1650, Paulus Potter, Rijksmuseum, Amsterdam

28. Jan.

Reflexion schafft echte und somit effiziente Zusammenarbeit

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Eine Teamentwicklung, bei der Muster und Kernthemen angesprochen und gelöst werden.

„Mein Managementteam arbeitet nicht wirklich zusammen. Damit mein Bereich erfolgreicher sein kann, brauche ich eine top funktionierende Truppe.“

Auf weiteres Nachfragen erzählt der Bereichsleiter eines Konzerns: „Es sind Einzelkämpfer. Jeder geht von seinem Standpunkt aus. Sie arbeiten alle gut, sind Top Leute aber wenn es um eine Konsensfindung geht, bei der der Eine oder Andere zurückstecken soll, gibt es Konflikte und Eitelkeiten, die die täglichen Prozesse erschweren. Ich habe mit ihnen schon mehrere Entwicklungsprozesse und Strategieworkshops gemacht, die einiges für die bessere Zusammenarbeit gebracht haben, aber so richtig gegriffen haben sie nicht. Diese Einzelkämpfereinstellung und das Konkurrenzdenken führen immer wieder zu Spannungen und kosten uns Zeit und Geld. Wir könnten viel effizienter sein, wenn wir anders aufeinander zugehen und wirklich zusammenarbeiten würden.“

Wann ist ein Managementteam wirklich ein Team?
Was macht den Unterschied zwischen einer Ansammlung von Individuen und einem Team?

Die Qualität der Verbindungen zueinander, die Beziehungen. Sind sie oberflächlich, so ist auch die Zusammenarbeit oberflächlich. Sind sie verbindend, so ist auch die Zusammenarbeit verbindend. Die Art und Weise des Umgangs zeigt die Qualität der Beziehungen und umgekehrt. Fehlende zwischenmenschliche Verbindungen werden meist mit einer kontraproduktiven harten Gangart und egoistischem Verhalten kompensiert. Für eine erfolgreiche Strategie- und Teambildung muss deshalb die Beziehungsebene angegangen werden:

–   Wofür steht das Managementteam?
–   Kennen sich die ManagerInnen gegenseitig?
–   Wissen die ManagerInnen, welche Stärken und Schwächen der/die Andere hat?
–   Können sich die ManagerInnen in den/die Anderen hinein versetzten?
–   Besteht eine gegenseitige Verständnisebene?
–   Wissen die ManagerInnen was die Anderen brauchen oder womit sie schwer umgehen können?
–   Ist der Umgang offen und wertschätzend?

Alle diese Fragen befassen sich mit den Beziehungsprozessen und dem damit verbunden Umgang miteinander. Durch die Reflexion und Beantwortung solcher Fragen werden die eigene Persönlichkeitsentwicklung und die zwischenmenschliche Qualität untereinander sichtbar. Hindernisse, Missverständnisse und Spannungen werden ehrlich beleuchtet. Was sind die Kernthemen? Was wiederholt sich, was sind die Muster in der Zusammenarbeit des Teams? Alle Teilnehmenden stellen sich den Kernthemen, die somit gelöst werden können.

Im Reflexionsprozess sehen die ManagerInnen, wo sie einander ähnlich und wo ganz unterschiedlich sind. Plötzlich erkennt der eine bezüglich seinem Kollegen: „Jetzt verstehe ich, warum Du blockierst, wenn ich Druck mache! Ich habe immer gemeint, dass Du mir die Informationen nicht geben willst. Dabei ist es nur der Druck, dem Du ausweichst. Wir sind verschieden und gehen völlig anders an unsere Arbeit heran.“

Um solche Aha-Erlebnisse zu erreichen, braucht es geschützte Entwicklungsräume und Zeit um in Reflexionsprozesse einzutauchen. Die unterschiedlichen Bedürfnisse und nicht greifbaren Themen, wie man an die Arbeit heran geht, werden wertfrei sichtbar gemacht. Durch die entstehende Klarheit werden die Erkenntnisse in den Alltag transferiert. Die Qualität der Beziehungen ist in jeder Hinsicht echter und damit verbindlicher.

Durch die gemeinsame Abstimmung der Zusammenarbeit verbessert sich die Effizienz nachhaltig. Die ManagerInnen entwickeln Wertschätzung für sich und für die Anderen. Die reflektierte und somit klarere Strategieausrichtung bewirkt, dass alle auf das überpersönliche Ziel zustreben. Das neue und stärkere WIR-Gefühl motiviert zu Bestleistungen und treibt alle nach vorne.

Weitere Informationen zu Management- und Teamentwicklung mit Reflexion

Christine Kranz im Web
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25. Nov.

Reine Analyse übersieht Wesentliches – Reflexion geht tiefer!

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Die Zeit ist reif, dass die Wirtschaft Reflexionsprozesse versteht und nützt.


Die Wirtschaft und Weiterbildungssysteme beschäftigen sich immer mehr mit Reflexion und Selbstreflexion. Meist wird jedoch nicht verstanden, wie wirksame Reflexion vor sich geht und welchen unternehmerischen Nutzen sie hat. Nur wenige wissen, was genau der Unterschied
zur Analyse ist. Die Zeit ist reif, den Gewinn eines Reflexionsprozesses zu erläutern und in der Differenzierung zu Analyseprozessen Klarheit zu schaffen. Denn nur so kann die Reflexionskompetenz gezielt gemessen, entwickelt, angewendet und genützt werden.

Die Analyse ist ein aktiver Denk-Prozess, in dem Sie Zahlen, Fakten, Ereignisse, … verbinden,
sie in einen Kontext stellen, Ergebnisse ableiten und Schlüsse daraus ziehen. Sie verwenden fast ausschließlich Ihren intellektuellen faktenbezogenen Zugang zur Welt.

Die Reflexion ist ein passiver Nachspür-Prozess, in dem Sie Eindrücke, Ahnungen, Stimmungen, … wahrnehmen, Sie sich ihnen annähern, sie erfassen und Erkenntnisse erlangen. Sie verwenden fast ausschließlich Ihren intuitiven gefühlsbezogenen Zugang zur Welt.

Für die Analyse bleiben Sie persönlich an der Oberfläche, im Außen, in Distanz, bei den Aspekten die mess- und sichtbar sind. Der Analyseprozess selbst ist schnell und umfangreich.

Für die Reflexion gehen Sie persönlich unter die Oberfläche, nach Innen, in Kontakt, zu den Aspekten, die nicht greifbar und unsichtbar sind. Der Reflexionsprozess selbst ist verlangsamt und durchdringend.

Die Unterschiede zwischen Reflexions- und Analyseprozessen können Sie anhand des Kunstwerks von Claude Monet nachvollziehen. Sie stellen sich vor, dass Sie im Bild sind und die Landschaft von der Brücke aus betrachten und analysieren, was Sie alles an Pflanzen und Tieren sehen. Wenn Sie an das Ufer treten und in die Tiefe des Wassers schauen, sehen Sie nur verschwommen, was sich darin befindet. Einem Reflexionsprozess entspricht, wenn Sie sich Zeit nehmen und genauer schauen. Nach und nach können Sie klarer erkennen, was sich unter der Wasseroberfläche abspielt.

Wollen Sie diese Visualisierung vertiefen, dann können Sie die Anleitung dazu herunterladen: „Das Einlassen auf Reflexionsprozesse“, Seite 100-101. Das PDF ist eine Leseprobe aus meinem Praxisbuch „Durch Selbstreflexion zum Erfolg“.

Für Ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung ist es wichtig, dass Sie den Unterschied zwischen Selbstanalyse und Selbstreflexion kennen. In der Selbstanalyse denken Sie über sich nach, ohne mit sich in eine innere Beziehung treten zu müssen. In der Selbstreflexion tauchen Sie ein in Ihre inneren Persönlichkeitsebenen. Dort finden Sie Ihre Stärken und Schwächen und gleichzeitig Ihre Bedürfnisse und Antreiber. Sie begegnen sich echt, ohne sich mit einer Verhaltenssteuerung künstlich zu verändern. Aus Verständnis wird Erkenntnis – aus Wissen wird Gewissheit.

Zum Beispiel hat eine Führungskraft durch eine Selbstanalyse festgestellt, dass sie Mühe hat sich einzuordnen und anzupassen. Dieses Wissen war für sie als solches nicht neu. Trotz Bemühungen schaffte sie es nicht, die Spannungen, die sie dadurch in ihrem Arbeitsumfeld erzeugte, zu beheben.

Durch die Selbstreflexion konnte sie erkennen, dass sie ein grundsätzliches Problem mit Nähe und Distanz hat und dass, sobald ihr Entscheidungsfreiraum eingeschränkt wird, sich in ihr unüberwindbare Widerstände aufbauen. Sie erkannte, dass sie um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern, eine klarere Abgrenzung des eigenen Verantwortungsbereichs braucht und dass sie, wann immer angebracht, ihr inneres „Nein“ kommunizieren muss. So kann sie Spannungen und Widerständen, die sich bei ihr und Anderen aufbauen würden, vorbeugen. Die Führungskraft bekam Klarheit, welche Vorschläge sie dem Vorgesetzten machen wird, um die Arbeitssituation so zu verändern, dass sie ihr optimale Bedingungen bietet. Sie nahm ihre Situation mit Selbstverantwortung und unter Berücksichtigung ihrer eigenen Stärken und damit verbunden Schwächen in die Hand. Ein Entschluss zum Change, der von ihrer inneren Persönlichkeit heraus mit Gewissheit getragen und lösungsorientiert umgesetzt wurde.

Wenn Sie Ihre Kompetenz zur Selbstreflexion entwickelt haben, werden Sie in Ihren Erkenntnissen immer klarer und sicherer. Erweitern Sie Ihre Kompetenzen, indem Sie sich als Führungskraft, Entscheidungsträger oder Fachkraft Ihren Zugang zur Selbstreflexion erschließen. Ihr Leben wird in vielerlei Hinsicht für Sie und Ihr gesamtes Umfeld erfüllter und erfolgreicher.

Christine Kranz im Web
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Bildnachweis: Pen and calculator on paper, Evlakhov Valerity, shutterstock; Le Bassin aux nymphéas, harmonie verte, 1899, Claude Monet (1840-1926), Musée d’Orsay, Paris

16. Nov.

Das Selbstbildnis von Frida Kahlo als Spiegel des Ich`s

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Kunstwerke führen Sie zu Ihren inneren Persönlichkeitskompetenzen

Frida Kahlo Selbstbildnis MCMXLIFrida Kahlo (1907-1954) hat sich auf ganz besondere Weise im Spiegel betrachtet. In ihren Selbstbildnissen hat sie ihr inneres Erleben in allen Schattierungen durch Stimmung und Symbolik dargestellt. Schonungslos hat sie ihre unsichtbaren Gefühle auf der Leinwand in die Sichtbarkeit gebracht. Frida Kahlos Fähigkeit sich selbst ehrlich wahrzunehmen und sich mit ihren Gefühlen auseinander zusetzen ist beeindruckend und einzigartig. Sie selbst sagte über ihren Kunststil:

„Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“

Frida Kahlos Kunstwerke faszinieren. Sicherlich wegen der malerischen Leistung und ihrem Talent. Vielmehr jedoch, weil Leinwand, Farbe und Pinselstriche ihre tiefe Innenwelt mit allen Emotionen darstellen. Beim Betrachten der Selbstbildnisse sehen Sie die „Wirklichkeit des Ich`s von Frida Kahlo“. Sie erahnen, was die unterschiedlichen Ereignisse ihres Lebens auf ihren inneren Persönlichkeitsebenen bewirkt haben. Sie erleben förmlich mit, welche Emotionen und inneren Bilder sie hatte. Die Kunstwerke sind intensiv, fesselnd und ziehen den Betrachter in den Bann. Genauso faszinieren ihre Persönlichkeit und ihr Leben.

In den Bildern von Frida Kahlo können Sie einiges von sich selbst erkennen. Versuchen Sie es und nehmen Sie sich Zeit für eine Selbstreflexion. Betrachten Sie in Ruhe das hier dargestellte Selbstbildnis.

1940, Frida Kahlo (1907 – 1954), The University of Texas at Austin

Halten Sie inne und fragen Sie sich, was das Dargestellte in Ihnen für Assoziationen auslöst.
Lassen Sie sich von den vielen Symbolen im Gemälde in Ihre eigene Bilderwelt versetzen. Was im Kunstwerk zieht Sie an? Was stößt Sie ab? Welche eigenen Persönlichkeitsanteile mit Stärken und Schwächen erkennen Sie beim Betrachten des Bildes? Wie wirkt sich dies auf Ihre Arbeitssituation aus? Nehmen Sie sich etwas Zeit um sich auf das Kunstwerk einzulassen und den Fragen und Ihren Assoziationen nachzugehen. Mit den vertieften Fragen verwandelt sich das Kunstwerk in einen Spiegel für Ihre eigenen inneren Persönlichkeits-
ebenen. Sie begegnen dem Dargestellten im Außen und wie von Zauberhand tauchen Sie ein in Ihre eigene Innenwelt.

Frida Kahlo hat uns ein Vermächtnis hinterlassen
das Seinesgleichen sucht. Sie war zu Lebzeiten erfolgreich und gewinnt von Jahr zu Jahr an internationaler Popularität. Ihre Geschichte und ihre Bilder wecken in den Menschen die Sehnsucht nach einem intensiven Leben voller Gefühle und Erlebnissen. Die westliche Welt mit der leistungs- und finanzorientierten Wirtschaft wendet sich dem Natürlichen und Lebendigen ab. Harte Faktoren und Messbarkeit dominieren die Wissenschaft.
Die expansionsgetriebene Wirtschaftswelt wird mehr und mehr oberflächlich, unverbindlich und inhaltslos. Entscheidungsträger und Führungskräfte brauchen Mut, wenn sie zu den eigenen Bedürfnissen stehen wollen. Der notwendige Wertewandel zu menschlichen Werten ist ein
schales Lippenbekenntnis.

Frida Kahlos Leben hat Vorbildcharakter. Die Wirtschaft braucht Vorreiter; Menschen, die kompromisslos zu sich stehen, auch wenn sie zu Außenseitern werden. Dabei geht es um die Entwicklung der eigenen Bedürfnisse und den damit verbundenen Talenten. Entscheidungsträger, die in Einklang mit sich sind und ihre eigene Berufung leben sind echt und charismatisch. Sie können Menschen mobilisieren und begeistern. Ihre Arbeitseinstellung und -herangehensweise wirken wie die Kunstwerke von Frida Kahlo: anregend und faszinierend.

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BildnachweisSelbstbildnis MCMXLI, 1941, Frida Kahlo, The Jacques and Natasha Gelman Collection of 20th Century Mexican Art and The Vergel Foundation; Selbstbildnis mit Dornenhalsband, 1940, Frida Kahlo, The University of Texas at Austin. Beide Gemälde finden Sie im Bank Austria Kunstkatalog Frida Kahlo.

Frida Kahlo Film- und Buchempfehlungen

15. Nov.

Durch Selbstreflexion zum Erfolg

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Die Reflexion über die eigene Persönlichkeit ist eine geniale Errungenschaft des Menschen,
die hilft, das Leben erfolgreich zu führen.


Aristoteles beschreibt treffend, dass Reflexion das Wissen vom Wissen erstrebe. Dieses ureigenste und innerste Wissen ist wertvoll und einzigartig. Und, es ist Ihnen zu jeder Zeit zugänglich.

Ihre Selbstreflexion beginnt mit dem Entschluss den Blick auch nach Innen
zu richten, den Schritt zu verlangsamen und in den Spiegel zu schauen. Im Spiegelbild haben Sie die Chance sich und Ihre Arbeitssituation genau zu betrachten und Wesentliches zu erkennen. Durch Selbstreflexion erfahren Sie mehr über Ihre Stärken und Schwächen. Und können sich für die passenden Entwicklungsschritte entscheiden. Ihre Selbstreflexion ist die unerschütterliche Basis Ihrer Selbstführung. Sie gehen klarer und gestärkt Ihren Weg weiter und setzten das Erkannte entschlossen in der Wirtschaft
wie im persönlichen Leben um.

Dieser Blog bietet Ihnen interessante Artikel über Selbstreflexion, im Hinblick auf
Wirtschaft, Kommunikation, Führung und Entwicklung. Die Artikel geben Ihnen Informationen über Reflexionskompetenz und unterstützen Sie diese zu entwickeln und sich mehr Ihres eigenen Wissens zugänglich zu machen. Die Vielfalt der Zugänge zur Selbstreflexion wird Sie überraschen und hoffentlich motivieren mehr auf Ihr Potenzial zuzugreifen.

Wir von Symbolon begrüßen Sie herzlich auf diesem Blog, und freuen uns auf das, was Sie, Fachspezialisten und Interessenten hier gemeinsam kreieren werden!

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Bildnachweis: Mann vor Spiegel, 2005, Thomas Nägele, Kunstinstallation im Symbolon Conference Center in Wien, ©Symbolon AG

Buchempfehlung zum Einstieg in das Thema Selbstreflexion