Monatsarchive: September 2012

28. Sep.

Wie karrierebewussten Frauen der Aufstieg gelingt

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So langsam finden die Frauen Einzug in Verwaltungsräte und auf das C-Level, die oberste Führungsebene namhafter Firmen in der Schweiz. Es sind immer noch wenige Frauen.
Warum schaffen es die meisten, die wollen, denn nicht? Der prozentuale Anteil von 50% im schweizerischen Bundesrat ist vielleicht ein Zeichen der Hoffnung, dass das schon bald auch in Gross- und Familienunternehmen der Fall sein könnte. Frauen sind nicht bessere Manager, sie
sind auch nicht schlechtere Manager, aber sie sind vielleicht schlechtere Karriere-Architekten!

Business Frau gestaltetUnterstützen wird nicht belohnt – gestalten schon

Betrachten wir den Werdegang der Top-Frauen, wie sie in der Wirtschaftszeitung Bilanz portraitiert werden, dann stellen wir fest, dass die Wenigsten aus den klassischen Frauendomänen: Personal, PR und Planung kommen. Daraus folgt: was der letzten Generation gelungen ist,
in den P-Funktionen anerkannte und bestbezahlte Managementpositionen zu erringen, wird für die kommende Generation der Leaderinnen nur noch teilweise erfolgversprechend sein. Dafür gibt es einige, teilweise auch belegte, Hypothesen:

  • Sobald eine Berufsrichtung mehrheitlich von Frauen besetzt ist, nimmt das Gehaltsniveau ab. So sehen wir dies im gesamten Sozialbereich, in den Lehrberufen und auch in der Beratung.
  • Die P-Funktionen liessen sich leichter erobern von Frauen, weil sie nicht in die Top-Funktion (CEO) führen. Sie wurden von karrierebewussten Männern gemieden.

Die Erfolgsfaktoren bestimmen, wer führt …..

Während der Zeit der Industrialisierung (in welcher die Herstellung von Produkten entscheidend war) waren es Ingenieure, die Firmenleiter wurden. Als die Kosten wesentlicher wurden und damit Profitabilität in den Vordergrund rückte, waren es die Finanzmanager, die primär die Top-Funktion übernahmen. In der späteren Phase der Verdrängungsmärkte, in der Wachstum und Marktposition Erfolgsfaktor Nr. 1 wurde, waren Verkaufs- und Marketingmanager gefragt als CEO’s. Und jetzt? Zurzeit werden Top-Manager gesucht, die eine starke, ethische Unternehmenskultur bauen und sichern. Menschen, die es verstehen, Allianzen zu schmieden und globale Netzwerke zu bauen und zu nutzen. Das könnte eine Chance sein für erfahrene und fähige Frauen, die top Leistungsausweise vorzeigen können.

Weg von der Dienstleistung – hin zur Leitung!

Frauen, die auf der ersten Ebene bestehen wollen, sind also gut beraten, in den klassisch männlichen Berufsgebieten Einzug zu halten. Enpfehlenswert wäre Naturwissenschaften und Technik zu studieren, Auslandaufenthalte zu absolvieren und sich stets weiter zu bilden. Die neuen Leaderinnen sollten sich in den hart umkämpften Gebieten von R&D, Produktion, Finanz, Verkauf, IT und Logistik beweisen, denn Stabsstellen führen nur selten an die Spitze, da sie de facto unterstützende Funktionen, also Dienstleistungsbereiche sind.

Karrierebewusste Frauen arbeiten nicht in Frauen-, sondern in Männerdomänen und investieren in ihre Netzwerke. Es gibt genau so viele Frauen, die Leaderinnen sind, wie es Männer gibt, die Leader sind. Wenn diese Frauen bewusst und konsequent an ihrer Karriereentwicklung arbeiten, dann haben sie auch eine Chance wahrgenommen zu werden und den ihnen zustehenden Platz zu erreichen und zu halten.

Christina Kuenzle im Web
christina.kuenzle@symbolon.com ∙ www.symbolon.com
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