8. Apr.

Die Kunst der Kunstbetrachtung

Gepostet von

„It’s not what you look at that matters, it’s what you see.“ Henry David Thoreau

Laut des Psychologen David Brieber beträgt die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerkes nur 20 Sekunden, 4 Atemzüge. Ein typischer Museumsbesuch führt meist zu Erschöpfung und Übersimulation. Das lässt sich anders gestalten, meint der amerikanische Manager und Consultant Phil Terry und initiiert den Slow Art Day, der dieses Jahr am 8. April stattfindet. Zahlreiche Museen weltweit nehmen daran teil, und das Prozedere ist stets ähnlich: Die Besucher verbringen ca. zehn Minuten vor einem einzelnen Gemälde mit dem Ziel, sich ganz darin zu vertiefen. Erst danach gehen sie zum nächsten Kunstwerk weiter. Der Museumsbesuch umfasst lediglich 5 Gemälde.

Kunst offenbart sich nicht sofort – sie benötigt Zeit. Zeit, um inspiziert zu werden, sie zu überdenken und zu reflektieren. Lässt man sich bei einem Museumsbesuch genügend Zeit, so können sich die statischen Kunstwerke in Ereignisse verwandeln. Die Bilder werden lebendig.

James Pawelski vom Positive Psychology Center an der Universität Pennsylvania untersucht den nährenden und erfrischenden Effekt eines entschleunigten Kunstgenusses genauer. Wer sich länger mit einem Objekt befasst, erläutert er, nimmt Elemente des Werkes wahr, die ihm entgehen, wenn er nur 15 Sekunden hinsieht. Durch die längere Betrachtungszeit der Kunstwerke wird die Möglichkeit geschaffen, auf das Kunstwerk zu reagieren und in einen Dialog mit diesem zu treten. Wie ‚erhellend‘ diese Form der Kunstbetrachtung sein kann, zeigt das folgende Slow Art Day Video von kunstzeichnen.de:

Angesichts der zunehmenden Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, braucht der Mensch Verschnaufpausen, Auszeiten und Momente der Verlangsamung.

Slow Art Day – Symbolon Art4Reflection Tour in Hamburg
Nehmen Sie sich Zeit und erleben Sie einzigartigen Kunstgenuss im Rahmen der Symbolon Art4Reflection Reihe. Am 8.4.17, dem Slow Art Day 2017, führen wir durch die Kunsthalle Hamburg. Weitere Termine und Städte für unsere reflexiven Führungen finden Sie unter www.art4reflection.com Anmeldung und für weitere Details: friederike.redlbacher@symbolon.com

Elisabeth Sechser im Web
elisabeth.sechser@sichtart.at ∙ www.sichtart.at
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Bildnachweis: Foto: Reflexion in der Kunsthalle Hamburg, Friederike Redlbacher
Quellen: www.slowartday.com; Schäfer, Annette: Langsam schauen, Psychologie heute, 04/2017

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1 Kommentare

  1. Ja, ja…“angesichts der zunehmenden Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, braucht der Mensch Verschnaufpausen, Auszeiten und Momente der Verlangsamung….“ Es hat gerade deshalb etwas gedauert, bis ich mich mit den spannenden Symbolon Blogbeiträgen auseinandergesetzt habe.

    Ist es nicht ein tolles Konzept, ein sogenannter Win-Win, Menschen in ein Museum einzuladen, damit sie zu SICH finden?! Ich bin begeistert, und die 16 Leute während der Art4Reflection in Frankfurt damals am 8.6. haben uns das wiederholt bestätigt! Einfach Klasse…..

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