Selbstreflexion: Selbstzweck, Selbstverliebtheit oder Selbstentfaltung?

Kritisch nachgefragt: Das Thema Selbstreflexion, wozu dient es überhaupt? Warum sich darauf einlassen? Ist Selbstreflexion nicht nur reiner Selbstzweck? Pure Nabelschau? Oder gar Ausdruck von egozentrischer Selbstverliebtheit?


Meine Position dazu ist glasklar: Selbstreflexion ist für mich die „Königin der Kompetenzen“, eine absolut notwendige Meta-Kompetenz, ohne die sich andere Kompetenzen nur schwer entwickeln können.

Erst dann, wenn ich mir meiner Selbst reflektiv bewusst werde, kann ich unterschiedlichste Facetten entdecken und entfalten.

Oft verwenden wir den Begriff „Reflexion“ als Bezeichnung für einen rein rationalen Vorgang, für die Analyse - doch Reflexion ist so viel mehr, nämlich auch das emotionale (Re-)Strukturieren von Erlebtem.

One eye sees, one eye feels.

Paul Klee


Ganz im Rhythmus meiner Entwicklung und zeitlich verortet:

Die Selbstreflexion kann ich rückblickend erleben, sozusagen im Rückspiegel als reflection-on-action:

Gelingt mir in einer bestimmten gegenwärtigen Situation der Schritt vom Reflex zur Reflexion, nehme ich für die reflection-in-action im übertragenen Sinne meinen Vergrößerungsspiegel zur Hand.


Sobald ich meine Reflexion wie mit einem Kaleidoskop auf die zukünftigen Möglichkeiten ausrichte, tauche ich ein in eine reflection-for-action. Ich lote neue Gefühls- und Verhaltensoptionen für mich aus und schwelge in dem bunt-schillernden Zukunftsbild.